Weltmeister 2014

Als Jan Ingmar vor 4 Wochen auf dem Operationsbett lag, fragte ihn der Arzt, um von seinem schmerzhaften Tun abzulenken, ob er sich für Fußball interessiere. Die Frage erreichte nicht den gewünschten Effekt, denn seine Antwort fiel kurz aus: „No.“ So geht es uns allen. Aber wenn Deutschland spielt, machen wir auch den Fernseher an oder gehen auf ein Public Viewing.
Deutschland hat übrigens schweres Fußballfieber. Selbst die Salatköpfe sind im Balldesign verpackt.

Die Feier runden wir mit einem zünftigen Chinabier ab, das es in rauen Mengen bei Lidl zu kaufen gibt.


Ich finde schön, wenn erwachsene Männer sich über ihr Ding freuen können.

 

Zu Hause!?

In Hamburg landet unsere Maschine pünktlich um 18:30, bis wir in sicheren Gefilden am Abendbrotstisch sitzen, vergehen noch fast 3 Stunden, denn mit der S-Bahn dauert es seine Zeit bis zu Steffis Elternhaus.

Am nächsten Morgen beziehen wir unser Haus und schon nach einer halben Stunde hat Jan Ingmar einen Anmeldebogen für den Höhepunkt des Dorffestes, den Dorflauf, ausgefüllt und für mich gleich mit.

Jan Ingmar´s Lauf ist vor meinem und es stellt sich raus, dass er sich ein Treppchenplatz erabeitet hat.

Nun habe ich seit fast 2 Monaten nicht mehr auf dem Laufband gestanden, geschweige denn mich 3,5 km bewegt. Also werde ich es leicht angehen lassen und mich nicht hetzen. Das ist gar nicht so einfach wie gedacht, denn die anderen preschen davon und hinten will ich auch nicht rumdümpeln.

Also gebe ich doch mehr Gas und ende mit heraushängender Zunge auch auf dem zweiten Platz. Ein Treppchenbild gibt es von mir dennoch nicht, denn die Stopuhr hat mich nicht gezählt. Also steht jemand anderes an meiner Stelle und ich bekomme nach der Fehlerkorrektur den Dorfsieger-Pokal (denn der Erstplatzierte ist gar nicht aus Kölln-Reisiek) nach Hause geliefert. Fairerweise muss ich zugeben, dass ich 2. in meiner Altersgruppe war, insgesamt war ich an 10. Stelle.

Am tollsten ist es natürlich für die Kiddies, die stolz wie Bolle sind, wenn sie nach vorne treten oder gar eine Medaille bekommen dürfen.
Wenn ich bedenke, vor einer Woche erst noch in einer 20-Mio-Stadt gewesen zu sein und mich dort zu Hause gefühlt zu haben, macht mich nachdenklich. Nicht dass es schwer wäre, hier jetzt für ein paar Wochen Fuß zu fassen. Aber wieder ganz hier zu Hause zu sein, wird kein Honiglecken.

Ein Wiener Schnitzel hab ich mir aber schon verdient.

Zwischenstop Helsinki

Wir hatten schon vor einem Jahr festgelegt, dass wir ein paar Tage in Helsinki bei meinem Bruder verbringen würden. Schließlich geht unser Flug via Finnland und da das eines unserer liebsten Länder ist, bleiben wir gerne die Jetlag-Zeit dort. Obwohl, wir haben ja alle kein Jetlag, das ist was für Schwächlinge. Die Pillen mit Melatonin, die helfen würde, diese Schwindelei aufrecht zu erhalten, liegen in Beijing im Medizinschrank… Egal, wir kommen auch so über die Runden.

Meine Eltern sind seit ein paar Tagen auch in Finnland, so dass es ein (nicht ganz vollständiges) Familientreffen wird.

Das Wetter ist jetzt nicht so der Hit. 17 °C ist so etwa 20 Grad weniger als wir es in der letzten Zeit erlebt haben. Das Essen ist zwar gut, aber bei den Preisen wird mir fast schlecht. Für Buffet in den Einkaufsmalls bezahlt man normalerweise 10 €, dafür kann ich in Beijing die ganze Familie satt machen (wenn wir nicht in eines dieser westlich angehauchten Restaurant gehen).

An Design und Kunst hat Helsinki einiges zu bieten. Die Finlandia (das Konzerthaus von Helsinki) von Alvar Aalto:

Wir schießen uns auf Museen ein und besichtigen als erstes das Kiasma – das Museum für zeitgenössische Kunst. Zu allem Überfluss zeigen sie eine Ausstellung von Künstlern, die sich mit Marimekko beschäftigt haben, der Firma, in der mein Bruder  mit viel Herzblut arbeitet.

Dieses Kunstwerk im Kiasma ist aus JellyBeans oder Gummibärchen, die auf die Wand gepinnt wurden.

Aber wie der Jetlag wird auch das Wetter irgendwann besser und wir erlaufen die Stadt, die mit 600.000 Einwohnern gerade mal 30mal so klein ist wie Beijing.

Das Olympiastadion ist in direkter Nähe zu JT´s Zuhause.

Die ganze Stadt ist voll mit Kunst und anderen sehenswerten Dingen. Egal, wie das Wetter ist, ein Postkartenmotiv ist der am höchsten Punkt der Stadt in nächster Nähe des Hafens gelegener Dom immer.

 

Es ist eine wunderschöne Stadt, die meistens gutes Wetter vorweisen kann.

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Abflug

Alles ist geregelt, die Koffer sind gepackt. Unsere Wohnung wird in unserer Abwesenheit von meinem chinesischen Freund versorgt, der hoffentlich Blumen gießt und aufpasst, dass nichts wegkommt. Wie kommen wir weg?

Zum Flughafen könnten wir mit der Metro, dem Airport Express fahren, was den Vorteil hat, dass man den Flughafen zeitgenau erreicht. Leider kostet es pro Person 25 Kuai und so sind wir inkl. 10 min Lauferei zum Bahnhof fast genauso viel los, wie wenn wir zwei Taxis nehmen. Zum Glück regnet  es nicht und wir müssen nicht spät abends zum Flughafen. Daher bekommen wir fast sofort zwei freie Fahrzeuge.

Selbst in einem von diesen englischen Taxen hätten wir nicht alle Platz gefunden, also wird es doch ein Hyundai Elantra und ein VW Jetta.

Am Flughafen angekommen fahren wir nach dem Check-In und der Gepäckabgabe noch 10 min mit dem Zug, bis wir am Terminal angekommen sind.

Schließlich stehen wir mit den Pässen und den Bordkarten in der Hand an der Passkontrolle und warten auf den finnischen Airbus, der uns nach Helsinki bringt.