Mai 012010
 

Wieder mal dürfen wir unsere Siebensachen zusammenpacken und umziehen.
Eigentlich ist es wie im Märchen: Weil die Baustelle nebenan (wie jede andere auch) hauptsächlich nachts betrieben wird, da nur dann Laster fahren dürfen, sind die Augen vor allem von Steffi immer umrandeter geworden. Unser Vermieter hatte uns schon gleich zu Beginn der Bauarbeiten angeboten, er hätte noch eine Wohnung, in die wir umziehen könnten. Bisher hatten wir davon Abstand genommen, weil wir hier ja nun grad zu Hause sind, aber jetzt war es doch Zeit, ihn mal anzurufen.
Das erste Haus wurde es dann zwar nicht, weil das verkauft werden soll, aber uns wird die Ehre zuteil, in den Complex, in dem seine gesamte Familie wohnt, ziehen zu dürfen. Glauben wir es erst, wenn es so weit ist – wir haben schon zu oft Überraschungen erlebt. Aber wenn die Wohnung für uns zurechtgemacht ist, haben wir mehr als genug Platz: 4 Zimmer auf 350 qm. Wir werden alle Inline-Skates brauchen…
Jedenfalls müssen die Schuhe sauber und in Ordnung sein. Das kann man an fast jeder Straßenecke erledigen lassen.

In der Zwischenzeit ist unser Büro umgezogen, auch auf etwa ca. 400 qm, der Eingang ist hier zu sehen. Selbst die Klotüren sind 2,40 hoch…
Betrachten wir mal die weniger reiche Seite dieser Stadt: hier sind die Maulbeeren reif geworden und wollen gepflückt werden. Bei A. sind wir schon lange eingeladen, aber wann sollten wir die Zeit finden? – Nach dem Flohmarkt in der Schule hatten wir einen Termin mit einem Autoverkäufer, weil wir doch ein besseres Auto möchten. Das war zwar auch 33 Jahre alt, und etwas besser, aber wer weiß es schon genau? Also waschen wir unsers, bringen es durch den „TÜV“ und irgendwann wird uns schon eine gute Alternative zulaufen.

Nach dem Besichtigungstermin nahmen wir uns die Zeit, in dem Garten von A.´s Familie zu rasten. Seine Mutter hat 9 Kinder, verheiratet, seit sie 9 Jahre alt ist, das erste Kind bekam sie mit 13. Ihre älteste Tochter wurde an den Mann gebracht, als diese 12 war, die jüngste mag gar nicht heiraten, obwohl sie fast 30 ist. So gesehen hat Iran sich schnell dem Westen angepasst.
Hier umarmt A.´s Mutter Steffi, der sie kurzerhand einen neuen Namen verpasste. „Ich kann deinen Namen nicht gut aussprechen, ich nenn dich jetzt Donya, in Ordnung?“ Was soll man da sagen? Donya heißt immerhin „Welt“…Garten ist für deutsche Verhältnisse eigentlich nicht das richtige Wort; es gibt kein Gras, nur Betonsteine und ein Beet, in dem ein Baum steht, der Maulbeeren trägt, die die Hände klebrig machen. Sehn aus wie Würmer, schmecken aber prima (etwas nach Stachelbeere, etwas nach Erdbeeren). Auf Persisch heißen sie Tut, Erdbeeren heißen Tut farangi, was „europäische Maulbeere“ bedeutet. Zum Glück lässt sich mein Name gut aussprechen, sonst würde ich jetzt vielleicht Tuti (Papagei) heißen…
Und ein rasch herbeigeholter Teppich macht es gemütlich.
Martjes Geburtstag fiel erstmal klein aus, vermutlich feiern wir in der neuen Wohnung noch mal richtig.Aber allen gefiel es prima, im Zelt zu schlafen:

 1. Mai 2010  Add comments

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