Sep 212009
 

So, der Umzug ist gemacht und wir hausen in unserer wunderschönen Wohnung im nördlichen Tehran-Mitte. Der Umzug ging ruck-zuck von statten: in 2,5 h waren wir fertig. Das Umzugsunternehmen schickte 5 statt 4 bestellten Packern, die mit Wagen für 3 h 90.000 T bekommen sollten. Es ging ja etwas schneller, dann fingen die Verhandlungen an: der Freund, der uns die Verabredung gemacht hatte, hatte erzählt, jeder Packer bekäme 10.000 T Trinkgeld. Beim Bezahlen hielt ich ihnen großzügige 150.000 T hin, was der Chef durch abweisendes Grinsen ablehnte. Jeder bekäme 50.000 T. Das fanden wir jetzt frech, auch wenn sowohl Waschmaschine als auch 180cm Kühlschrank auf dem Rücken einer Person in unsere neue Wohnung kam. Unser Bekannter war inzwischen fort, ein Anruf bei ihm führte jedenfalls dazu, dass wir bei 20.000 pro Mann klein beigaben und noch 10.000 für die runde Summe von 200.000 T drauflegten. Naja, wenn wir mal umrechnen, sind das etwa 140 € – wir wollen nicht undankbar sein. Aber von meinem Chef weiß ich, dass z.B. ein Elektrofacharbeiter etwa 30.000 T, wenn er richtig gut ist, 50.000 T bekommt – pro Tag! (immer geteilt durch z.Zt. 1450 entspricht €)Heute war nun das Ende von Ramazan: Eid-e Fetr, das endgültig durch den Blick in den Mond durch den obersten Führer Chamenei festgelegt wird. Alle haben frei und endlich darf auf offener Straße wieder gegessen und getrunken werden. Wie so viele unternahmen wir einen Ausflug in die Berge nach Dizin.
Der Wagen, der in der letzten Woche eine neue Kupplung bekommen hat, wofür der Motor ausgebaut werden musste,machte zwar mal wieder etwas Probleme mit einem Benzinschlauch (die wir selbst lösen konnten), aber schließlich kamen wir heil und gesund in unserem neuen Zuhause an. Atemberaubende Landschaft. Oben an der höchsten Station,wo im Winter die Abfahrtsprofis wie Martje starten, gibt es heiße Suppe zu kaufen. Bei der Schiebkarre ist der nicht so wohlhabende, in dem Zelt dahinter der „stationäre“ Händler. Da es schon recht kalt ist, verkriechen sich die Verkäufer, wenn keine Kunden da sind, in ihre Zelte (oder wie man die Lappen mit Bretterverschlag sonst nennen mag).
Das wird ab morgen der Vergangenheit angehören. Dann müssen Steffi und die Kinder mit dem Taxi zur Schule. Ich fand durch Fragen beim Blumenhändler heraus, wo eine Taxi-Agence in der Nähe ist, und schaffte es immerhin für den folgenden Tag ein Taxi zu bestellen. Auch wenn ich noch nicht alles verstehe, bin ich schon etwas stolz auf meine Persisch-Kentnisse. Wir sind sozusagen hier angekommen.

 21. September 2009  Add comments

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