echt.jut

Jan 142019
 

Dieser zunächst unaussprechliche Name ziert den Ort, in dessen Bezirk der Inle-See liegt.
Hotelzimmerblick.
Nyaung Shwe
Wir holen hier zwei Tage Luft, fahren mit den Fahhrrädern des Hotels, nachdem wir versucht haben, sie zu „reparieren“, ein bisschen in der Gegend herum und besuchen ein Weingut.
Der Markt ist ganz schön. Steffi kauft Stoffe und lässt sich gleich am Nebenstand Röcke schneidern.
Schneiderin

Selbst kleine Kinder sind hier glücklich.
smile

Große Menschen sehen nicht immer alles.
gross

marktdach2

Hut aus Büffelzähnen.
Hornmann

Beim Besuch des größten Tempels.
templewaechter

temple

Prohibition mal nicht in Bezug auf Alkohol. Aber mal ehrlich, in Iran war es schlimmer. Da dürfen Frauen nicht hinein UND Alkohol ist verboten.
womenprohibited

Daher stoßen wir in Vorfreude auf Silvester bei der Weinprobe an.
winetasting

wein3

Wir genießen den Blick über die Hügellandschaft auf den Inle-See.
wein2

weingut

Zum Glück brauchen wir keinen Zahnersatz.
Zahnarzt

Nicht alles hält dem Zahn der Zeit stand.
pagodenruine

Falls jemanden interessiert, wie Tankstellen in Myanmar aussehen.
Tankstelle

Wie die Jungs die Mädchen beeindrucken. Zuckerrohrpresse.
sugarcane

Anders als in China ist keine öffentliche Toilette ohne Servicegebühr. Meist umgerechnet 10 bis 15 Cent.
nachtmarktklo

Abseits des Nachtmarktes haben Kinder ihren Spaß damit, Drachen steigen zu lassen.
kite2

Oder müssen verkaufen. zum Beispiel Klangschalen.
nachtmarkt2

 14. Januar 2019  Kommentare deaktiviert für Myanmar #5, Nyaung Shwe
Jan 142019
 

kalaw_view
Von Kalaw aus machen wir eine Tageswanderung zum so genannten Viewpoint. Man kann das auch auf eigene Faust machen, aber findet vielleicht den Abzweig nicht, um an den Tee- und Orangenplantagen entlang zu marschieren.
kalaw_teeplflücker
Daher nehmen wir uns einen Führer. Ich glaube, wir haben 10 Euro pro Tag und Person bezahlt, inklusive Mittagessen.
hike_kueche

Dies ist die Küche, die für eine Hochzeit schnell eingerichtet wurde. Bei Hochzeiten wird meist das ganze Dorf eingeladen. Unser Führer Nilay erzählt, er habe eine Freundin, die in Yangon wohnt. Sie haben sich vorgenommen, in 5 Jahren zu heiraten. Sie müssen noch das Geld für ihre Ausbildung an die Eltern zurückzahlen und dann für die Hochzeit sparen. Wenn die Hochzeit klein ist, lädt man 200 bis 300 Gäste ein. Eine reiche Familie hat 1000 und mehr Gäste.
hike_wedding

Am folgenden Tag starteten wir die Wanderung zum Inle See. Es sind etwa 30 km zu gehen, nachdem man uns zum Startpunkt gebracht hatte. Unser Gepäck wird per Auto zum Ziel gebracht, so dass wir nicht zu schwer tragen müssen.
Nilay, unser Führer für die nächsten 3 Tage, kann ganz passabel Englisch.
face_nilay
Der Viewpoint:
Pano_ViewPoint_s

Auf der Wanderung gehen wir durch einige Dörfer und sehen etwas vom kargen Leben der Myanmaren. (Das klingt so merkwürdig, ich schreibe ab sofort wieder Burmesen.)
Die Chili- und Mais-Ernte ist gerade in Gange. Überall liegen die Schoten und Kolben auf der Erde und werden getrocknet.
Hike_Bauern2
Hike_Haus_Chili4
hike_chili
Hike_Haus_Chili
Hike_Haus_Chili3
Hike_Haus_Chili4
Die Landschaft ist großartig, das Wetter ist nur manchmal etwas zu heiß.
hike_pano01
Die Wanderung geht über 2 Tage, wir übernachten in einem alten Kloster.
monastryUns wird angekündigt, wir müssten damit rechnen, um 4 Uhr von Mönchsgesängen geweckt zu werden, aber es sind nur 3 Mönche da, die auch keine Lust haben, früh aufzustehen. Um 6 Uhr sitzt der erste vor dem Buddha.
Hike_Monastry
Die Dorfbevölkerung kommt mit Töpfen und bringt das Frühstück für die Mönche.
hike_monastry_morning
Es war so kalt im Kloster, wir waren froh, eigene Schlafsäcke dabei zu haben und haben trotz voller Montur noch gefroren.
Hike_dorf morgens

Das Zweit-Beste auf der Tour fanden wir, sind die Bäume.
Baum01
Hike_Baum3
hike_tree02
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Morgenstimmung.
Pano_morgen
hike_reisterrasse

Das Beste sind natürlich wieder mal die Menschen.
hike_kids
Wir trafen eine andere Touristenfamilie, die kleine Geschenke für die Dorfkinder dabei hatten. Bilderbücher, Stifte, kleine Spiele. Ich ärgerte mich etwas, dass ich nicht auf den Gedanken gekommen war. Beim nächsten Mal…
hike_kids2
Solli machte es wett, indem sie mit dem Enkelkind einer Köchin unterwegs malte.
Hike_SMQ_heft
Die Köchin, die nach getaner Arbeit eine Zigarre raucht.
hike_face1
Eine Wand in ihrer Küche.
hike_kueche_wand
Leider haben wir zu viele Kinder auf der Straße gesehen, die eigentlich in die Schule gehört hätten.
Hike_kinder
Immerhin sehen die meisten glücklich aus.
hike_kinderspiel
hike_kinderspiel2
Spontan kamen Kinder von abseits der Straße angelaufen und überreichten uns selbstgepflückte Blumen.
hike_blumen1
hike_blumen2
An der Badestelle für Wasserbüffel konnten wir ebenfalls abkühlen.
Hike_Ox_wasser

hike_bauer

Hike_bäuerin

Oh, beinahe hätte ich vergessen, dass wir ja zum Inle-See gewandert sind, um dann mit dem Boot nach NyaungvShwe weiterzufahren.Der Inle ist der zweitgrößte See Myanmars mit einer Ausdehnung von 10×22 km.
Die eine Besonderheit hier ist, dass viele Menschen auf Pfahlhäusern im See leben und ihre Gemüsegärten im See verankert sind. Die andere Besonderheit ist, dass die Fischer auf ihren Kanus stehen und um die Hände frei zu haben, mit einem Bein rudern, während sie auf dem anderen Bein die Balance halten.

Wir fanden es sehr touristisch und nachdem wir in ein Verkaufspfahlhaus gebracht wurden, hatten wir keine Lust mehr auf eine ausgedehnte Bootstour, obwohl das interessant hätte sein können. Also, keine Bilder von einbeinigen Fischern und Hütten im Wasser.
So sind wir auch über den See geflogen.
inle_boot
Die Fischer beim Fischetotschlagen (ehrlich, ich habe keine Ahnung, was die da gemacht haben):
inle_fischer
Traditionell haben die Frauen der Padaung kiloschwere Halsspiralen, die sie auch nachts nicht ablegen können. Sie brauchen spezielle Kopfkissen, um einigermaßen bequem schlafen zu können. Neuerdings gibt es wohl welche mit Scharnier. Wir finden, es ist eine weitere gesellschaftlich akzeptierte Methode, um Frauen klein zu halten, auch wenn diese hier Geld damit verdienen, touristische Attraktion zu sein.
inle_halsfrauen

 14. Januar 2019  Kommentare deaktiviert für Myanmar #4, Wanderung zum Inle-See
Jan 132019
 

Auch wenn der Urlaub erst eine Woche her ist, brauchten wir doch wieder ein paar andere Eindrücke. Wieder nahmen wir Olaf´s Angebot war, uns auf eine seiner Touren mitzunehmen. Wer auch gern in den Bergen um Beijing herum wandert und anschließend gern isst und trinkt, kann sich bei ihm in seinen email-Verteiler eintragen lassen.
Nachricht an o.deutsch(at)kdchina.net reicht.
Auf dem Weg in die Bergwelt kommen wir an zugefrorenen Seen vorbei. Da, wo das Betreten erlaubt ist, hat man Angelgebiete ausgerufen. Petri Heil!

DaYingPan

Dies gehört wohl zum Trinkwasserreservoir Pekings und ist eingezäunt.
DaYingPan

Die Tour ist diesmal recht einfach und trotzdem wunderschön.
DaYingPan

DaYingPan

DaYingPan

Unter der Chinesischen Mauer.
DaYingPan

Es waren noch mehr Leute unterwegs. Als wir sie trafen, machten sie gerade Picknick und hatten laut Radio an. Olaf meinte lapidar, China sei das einzige Land auf der Welt, das man vom Weltraum aus hören kann.
DaYingPan

Drohnen-Besitzer. In Peking darf man Drohnen nicht fliegen lassen, erst außerhalb des 6. Ringes ist es erlaubt.
Kannst du sie sehen?
DaYingPan

DaYingPan

DaYingPan

DaYingPan

Unsere kleine Reisegruppe (plus ich):
DaYingPan

DaYingPan

DaYingPan

Hier ist ein Cyklop versteckt, der Küsschen geben will.
DaYingPan

Auch wenn sonst alles schön sauber ist. Plastik ist überall.
DaYingPan

Pano_ChinMauer_s

Pano_ChinMauer2

Aus dem Dorf HengLingCun.
DaYingPan

DaYingPan

Unsere Fahrer und der Wirt (Mitte). Leider rauchen in China total viele Leute. Auch wenn es in Lokalen normalerweise nicht erlaubt ist, schert sich meist keiner drum.
3 Raucher

Muskelkater hatte ich heute doch ;-(

 13. Januar 2019  Kommentare deaktiviert für DaYingPanCun – Hike
Jan 112019
 

Tourists welcome
Die Eisenbahn ist uns von Soe Moe schon als ganz besonders angekündigt worden und er konnte sich vor Kichern kaum einkriegen, wenn er mit erhobenen Händen die Bewegung der einzelnen Waggons gegeneinander auf den nicht mehr gleichmäßigen Schienen nachspielte. Es kann auch schon mal sein, dass sich eine Abfahrt um einige Stunden verzögert oder der Zug gar früher abfährt. Unserer Zug nach Kalaw war sehr pünktlich. Auf der Circle Line hatten wir ja schon mit der Bahn Bekanntschaft gemacht. Eigentlich wollten wir Betten im Liegewagen haben, das ging aber nicht; es gab nur einen Upper Class Waggon mit Polstersitzen. Mit etwa 10 € pro Person war die Fahrt für die 532 km günstig. Völlig unklar war, wie lange wir brauchen würden, um anzukommen. Im sonst sehr guten Reiseführer von Stefan Loose war von 12 h, woanders von 19, am Schalter von 25 h die Rede, was die korrekteste Schätzung war. Nach 27 h waren wir schließlich am Bestimmungsort.
Hier fährt der Zug ein. Mit Dauerpfeifen werden die Menschen, die das schwere Geschütz noch nicht bemerkt haben, von den Schienen verjagt.
bahnpfeifer

Lok

Hier sind die billigen Plätze:
holzklasse5

holzklasse3

holzklasse2

Unsere Oberklasse hat Armlehnen und Polster:
speed

SMQ_Upper

Manchmal geht es richtig schnell. Wir sind laut Googlemaps sogar mal 80 km/h gefahren!
winken

zugtuer

Das Spiel heißt: Wer sieht als erstes die Pagoden? Kann man die ganze Fahrt über spielen.
pagoden ueberall

Normalerweise stehen Menschen mit grüner Fahne an den Brücken und passen auf, dass die Fahrt ungehindert fortgesetzt werden kann.
bridge_railway

Die Schranken werden per Hand (und hier per Hund) bedient.
trainview13_dog

Der Zug fährt nicht so schnell, weil die Schienen an manchen Stellen nicht ganz parallel sind.
tracks

Japanische Firmen haben schon Kies anliefern lassen. Die Trasse wird neu verlegt und in ein paar Jahren fahren hier neue Züge ruckelfrei. Wer es noch erleben will, sollte die Reise bald machen.
kies

Das ist die Kiste mit den Einnahmen der Fahrt. In jedem Zug fährt so eine Geldtruhe mit.
train_truhe

Beim mehrstündigen Stop in Thazi, wo der Zug auf einem Wartungsgleis war:
trainview10

train10

Jetzt kann es weitergehen:
train_faces_driver

Auf den Bahnsteigen wird gekocht, geschlafen, gewohnt.
trainview

An jedem Bahnsteig kommen Leute mit Essen direkt zum Platz.
train_seller

Um die Höhe nach Kalaw zu überwinden, muss der Zug am Hang mit mehreren Richtungswechseln fahren. Die Bahnstation heißt dann auch gleich nach diesem Manöver.
trainview_zigzag

Angekommen:
train_kalaw

Ich fand´s toll, auch wenn mein Schlaf leicht gestört war.
yawn
Aber wie sagte R.W. Fassbinder so schön: „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.“

 11. Januar 2019  Kommentare deaktiviert für Myanmar #3, Eisenbahn
Jan 102019
 

Morgens um 6 werden wir von unserem Führer Soe Moe Aung abgeholt, der uns die nächsten Tage im Ayeyarwady-Delta in eine Mangrovenlandschaft (oder muss es -wasserschaft heißen?) begleitet. Die Fahrt von 150 km bis Bogale, von wo wir in ein Boot umsteigen müssen, dauert mit Pausen 8 Stunden. Soe Moe lässt uns über einige Brücken laufen und wartet am anderen Ende, damit wir die Landschaft genießen können.
bridge2

Allein der Blick auf das Land ist so fern von allem, was wir mit unserer Zivilisation für erreicht erachten. Ochsenkarren, Fahrradtrishaws (Fahrräder mit Beiwagen), Straßenbau mit Blechschüsseln, alles ist so einfach und trotzdem funktioniert alles – irgendwie.

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strassenbau in myanmar

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boot

waschtag

Um über die Gräben an den Straßen zu kommen, nutzt man Bambus: ein dicker Bambusstamm als Lauffläche, zwei dünne als Geländer – fertig ist die Fußgängerbrücke. Die Fasern um Kokosnüsse werden die Grundlage für die Mosquitospiralen.
XP2J9676

An diesem Ort halten wir uns 3 Nächte auf und machen jeden Tag mindestens 2 ausgedehnte Bootstouren in die Mäander der Mangroveninsel.
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Wir sind hierher gereist, um Krokodile zu sehen und Soe Moe bemüht sich redlich. Seine Arbeit als Online-Lehrer für Englisch hat er weitgehend aufgegeben, da er lieber als Reiseführer arbeitet und so viel wie möglich Natur erleben will. Er ist immer ganz aufgeregt, wenn wir wieder eine Chance auf eine Krokosichtung verpasst haben. In der Nacht sind Krokodile leichter zu finden als am Tag, weil das Taschenlampenlicht sich in den Augen widerspiegelt. Man braucht also nichts tun als die Uferkante abzuleuchten und wo ein Lichtpunkt im Wasser zu sehen ist, liegt auch ein Krokodil. Trotz der Bemühungen sehen wir nicht so viel der Biester wie Soe Moe sich wünscht. Macht nix, das Geräusch des erschreckten Riesencroc beim Sprung ins Wasser beweist, dass es hier Krokodile gibt.
kroko
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Die Ranger sind nur zu Wilderern nicht nett.
freda_ranger

Weil man in der Vergangenheit reichlich Mangroven abgeholzt hat, das aber den Schutz vor Taifunen und Überschwemmungen beeinträchtigt hat, werden Aufforstungsprogramme durchgeführt.
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So sehn die Wurzeln der Mangroven aus.
freda_mangroven
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Eine Tour geht auch in das nächstgelegenen Dorf, wo sich Fischer mit allem nötigen eindecken können. Ganz andere Welt. Wasser darf nur eine begrenzte Zeit am Tag geschöpft werden, damit der Teich nicht leer wird, bevor die Regenzeit kommt.
freda_trinkwasser2
Dann geht es per Handkarren zu den Häusern.
freda_trinkwasser3
Wer weiß, was Wasser wert ist? Die Dorfbewohner hier!
freda_trinkwasser

Fischer. Jedes Jahr werden übrigens 3-4 Fischer bei ihrer Arbeit von Krokodilen gefressen.
freda_fischerfamilie
freda_fischerin
freda_boot_fischer

Ist das Leben auf dem Wasser nicht idyllisch?
freda_pagode_boot2

freda_Boot_schirm

freda_boot_pagode

Unser Bootsführer:
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Unsere Wirte für drei Nächte.
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Wie wunderbar, dass wir an deren Leben eine Weile Teil sein durften.

 10. Januar 2019  Kommentare deaktiviert für Myanmar #2, Ayeyarwady-Delta
Jan 082019
 

Stell dir ein Land vor, in dem…

…die Bewohner, obwohl meist arm, riesige Felsbrocken, Buddha-Figuren und tausende von Tempeln mit Blattgold überziehen, so dass die Schichten teilweise mehrere Zentimeter dick werden.
…die meisten Männer, Frauen und Kinder in Röcken herumlaufen.
…die Bewohner Nüsse kauen, die das Zahnfleisch schädigen und die Zähne und Spucke rot machen.
…die Eisenbahn für 500 km 27 Stunden braucht (und für die letzten 80 km nach Kalaw 8 Stunden).
…barfuß Fußball gespielt wird, auf Asphalt!
…ein Fremder nicht argwöhnisch begutachtet, sondern neugierig und mit einem Lachen begrüßt wird.
…die meisten Menschen sich Holzpulver mit Wasser vermengt ins Gesicht schmieren und es schön finden.
…vor 50 Jahren der Linksverkehr auf rechts umgestellt wurde, aber trotzdem 90 Prozent aller Autos und LKW das Steuer noch auf der rechten Seite haben.
…vor sechs Jahren eine SIM-Karte noch umgerechnet 2.500 USD kostete und in dem wir 2018 weniger als einen Dollar dafür bezahlen mussten.
…in dem erst vor drei Jahren Internet über Funk (Smartphones) eingerichtet wurde und in dem wir fast überall schnelles Internet (4G) nutzen konnten.
…in dem muslimische Teile der Bevölkerung (Rohinya) verfolgt werden, weswegen viele Leute hier nicht Urlaub machen.

Dieses Land ist Myanmar. Als ich mit meiner damaligen Freundin vor 33 Jahren für eine Woche dort war, hieß es noch Burma. Längere Visa waren nicht erhältlich und der Weg, den man bereisen durfte, war streng festgelegt. Wir waren zwei von 1000 Touristen pro Monat.
shwedagonmoon

Meine Erinnerungen an die Reise damals besteht aus einem langen Aufstieg zur Shwedagon-Pagode, einer Bootsfahrt auf dem Irrawaddy, einer furchtbaren Busfahrt, einer Zugfahrt, einer nicht bis zum Ende beigewohnten Marionettenaufführung und dem herrlichen Sonnenuntergang auf einer der Pagoden in der Ebene Bagans. Das Frühstück bestand aus Kuchen und Tee mit Kondensmilch. Das meiste davon haben wir auch auf dieser Reise gemacht und es war für mich genauso magisch wie in längst vergangenen Zeiten.

Eingereist sind wir über Yangon, das früher Rangoon hieß. Die Engländer hatten hier lange ihre Finger drin und viele Bauten sehen noch so aus wie zu Königin Victorias Zeiten. Zum großen Teil genau so, ohne dass die Häuser viel Renovierung erfahren hätten. Auch ohne dass ich je in Kuba gewesen bin, erinnert mich Yangon an Bilder von dort. Dieselben leuchtenden Farben, das Licht am Abend, das Heruntergekommene.
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Die Stadt war lange Jahre Hauptstadt des Landes, bis die Militärregierung ein Dorf im Norden zum neuen Regierungssitz erklärte. So ähnlich wie Bonn in der damaligen BRD. Yangon ist aber noch immer die größte Stadt in Myanmar, gefolgt von Mandalay.

Kipling
Die größte Attraktion ist wohl die Shwedagon-Pagode, die gerade eingerüstet war, denn alle 3 Jahre wird sie neu mit Gold beklebt. Wir luden unsere Sachen im Hotel ab und gingen zu Fuß den Berg hinauf, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang da zu sein. Bis 22 Uhr kann man dort herumlaufen. Birmesen haben freien Eintritt, Ausländer zahlen etwa 10 USD. Das ist auch anderswo gängige Praxis und m.E. völlig in Ordnung.
Eingang_Shwedagon

Das Gelände besteht nicht nur aus der Shwedagon. Rings herum sind weitere Pagoden angeordnet. Man weiß überhaupt nicht, wo man hinschauen soll.
Pano_Shwedagon_1

Am Fuß der Pagode werden Vögel verkauft, die oben freigelassen werden können. Hoffentlich.
Birds2

Dies ist die Sule-Pagode mit dem Independance-Platz:
yangon_sule pagoda_platz

Das mit den Namen Myanmars verhält sich übrigens folgendermaßen: Die Engländer nannten das Land nach dem hauptsächlich vertretenen Volksstamm (einer von 135) Burma. Da der Engländer Bööörma sagt, machten die Deutschen Birma daraus. Neuerdings soll der Name natürlich auch alle anderen Volksstämme repräsentieren, daher heißt es jetzt Myanmar nach einer alten Bezeichnung in früherer Besiedelung.[Wikipedia]

Unsere erste Tour am folgenden Tag war das Abfahren der Circle Line. Die Bahn braucht 2,5 Stunden für den gesamten Ring um die Stadt.
Eine Bahnstrecke, die mit Hilfe der Japaner erneuert werden sollte. Da es dann vermutlich keine superbilligen Tickets (200 Kyat=12 Cent), keine offenen Fenster und Türen, kein spontanes Auf- oder Abspringen mehr geben wird, haben die Yangoner sich dagegen entschieden. Transportiert werden z.B. Säcke mit Recyclingflaschen und an jeder Bahnstation steigt jemand zu, der bis zur nächsten Station Essen verkauft.
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Entlang der Gleise wird das abgearbeitet, was mit der Bahn angeliefert wird.
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Auch wenn JanIngmars Gesicht etwas anderes ausdrückt, war es doch total interessant.
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Jeden Morgen laufen Mönche mit Bettelschalen von Haus zu Haus und lassen sich Essen hineinlöffeln. Man kann ihnen praktisch nicht nicht begegnen, denn sie sind Teil der Gesellschaft. Jede Familie gibt wenigstens ein Kind für ein paar Monate ins Kloster. Sie müssen dafür mindestens 8 Jahre alt sein. Sie lernen dort die Sprache, in denen buddhistische Schriften verfasst sind. Ich glaub, die heißt Buddhistanisch.
yangon - youngmonks2

yangon - youngmonks

In der Nacht war ich mit JanIngmar noch unterwegs. Aus der einen Straße tönte es laut, das war sozusagen ein Gottesdienst für Buddhisten. Gottesdienst ist ja nicht richtig, denn Götter haben die Buddhisten ja nicht. Jedenfalls waren da Lamas (so heißen die Priester, wenn ich nicht ganz falsch liege) von fern angereist, um hier zu sprechen. Alle paar Meter war ein Lautsprecher und Flachbildschirme mit dem, was nur Weitsichtige am Ende der Straße sehen konnten.
yangon - strassenkirche

Noch ein paar Straßen weiter war abgesperrt. Bindfäden und Kreide markieren das Spielfeld. Fußballer kämpfen um mit Klebeband verstärkte Bälle. Oben schon erwähnt, barfuß. Einer hatte Sportschuhe an, aber der war in der Verlierermannschaft.
yangon - fussball2

yangon - fussball

Überhaupt sind sie hier auch fußballverrückt. Besonders ManU und Chelsea-Trikots sind vertreten. Hier ist der traditionelle Fußball der Birmesen in seiner modernen Form (Plastik statt Peddigrohr) zu sehen, mit dem sich die Feuerwehrleute in der Mittagspause geschmeidig halten.
yangon_fussball

Die Frauenfußballcompetition wurde gerade vorbereitet.
womensleague - superpower

Mehr Impressionen aus Yangon:
Yangon_Straße
Taschenmacher:
Yangon_Schneider

Von dem myanmarischen Essen waren wir nicht so begeistert. Dies indische Essen war mehr nach unserem Gaumen.
yangon_market_streetfood

Mit Visa kann man eher nicht bezahlen.
Visa2

Die Nacht kommt plötzlich. Zwischen 6 Uhr und 6:15 wird es dunkel. 6:30 pm auf dem Markt:
yangon_market_pomelo

Wir werden oft angesprochen. Wir verstehen oft einander kaum, aber das macht eigentlich nichts.
yangon_market_highfive

Ich kann nicht sagen, ob das Unabhängigkeitsmonument jeden Abend per Hand eingeschaltet werden muss, aber denkbar wäre es.
yangon_independance

Lass die Fantasie spielen.
yangon_in the cage

yangon_gitter_boy

Die Friseure werben außen mit „Western Hairstyle“ auf Plakaten.
yangon_friseur

Abendschule für den Computer:
yangon_elearning

Blau.
yangon_blau dixi

Werbung im Zentrum Yangons. Der Gecko ist echt, der Rest ist Plakat:
werbung_gecko

Auch hier wurde Visa nicht akzeptiert.
Visa

Wir fanden aber fast überall ATM (Automatic Teller Machines), aus denen wir je Zahlvorgang 300.000 Kyat=170 € (Tschat gesprochen) per Visa oder MasterCard abheben konnten. Ob ec-Karten auch funktionieren, weiß ich nicht. Soll aber so sein.

Und nie vergessen:
yangon_eversmile

 8. Januar 2019  Kommentare deaktiviert für Myanmar #1, Yangon
Dez 122018
 

Noch mal ein Post, der sich um Farben dreht:
Das rechte ist mein Fahrrad, das ich seit mehr als 5 Jahre habe. Wirklich für Peking eines der besten Fahrräder. Kostet immer noch grade mal 825 RMB=etwas mehr als 100 Euro.
Khan_bikes

Rot und Grün
red-and-green

Rosa geht immer!
Bauchpuppe

Wand

MoebelmarktWukesong

Surveilance

Raucherpause

Grün ohne Pflanzen.
Geruest

Roter Bauzaun.
RotesHuasRestaurant

Nie mehr Smog – immer blauer Himmel!
nie Smog - immer strahlend blauer Himmel

 12. Dezember 2018  No Responses »
Dez 052018
 

Wer einkaufen will oder muss, kommt um sie nicht herum – Malls. Das sind Einkaufszentren auf Deutsch. Wenn man eine kennt, kennt man alle.
In Nuancen unterscheiden sie sich natürlich. Als ich heute JanIngmar und seine Klassenkameraden beim Einkaufen für ihr Catering bei den Schulveranstaltungen half, hatte ich noch ein wenig Zeit, um in der Mall, in der auch die METRO (in Deutschland kaufen da Gastronomen und so Leute ein) untergebracht ist, rumzuschauen. Im Obergeschoss gab es die Spieleparadiese. Hier können Kinder schwimmen lernen, im Bällebad toben oder Tanzen und Englisch lernen. Oder sie werden schon mal an Spielhallen gewöhnt.
Der Tag von kleinen Chinesen ist nämlich bis zum Abend ausgefüllt, da die Eltern nur das Beste für ihre Schätzchen wollen.
Schwimmbad:
Your-Fancy

Eingang zum Spieleparadies (Am Eingang gibt es ein Zollwappen und das Schild sagt Grenzübergang):
beyou-zoll

Spielhölle:
beYou

Ich glaube, die Schrift oben soll heißen: Alles für die Gesundheit der chinesischen Kinder. Ergonomische Stühle und Tische.
Ale-for-chilnese-childrn`s-hath

Jetzt aber in die METRO! Der Chef begrüßt uns am Eingang persönlich:
Metro-Eingang

Ehrlich gesagt wissen wir gar nicht, was wir hier sollen, denn alles ist teurer als im Minimarkt um die Ecke.
Einkauf-Metro

Schnaps vielleicht? Nee, den können wir uns gar nicht leisten. 50 Jahre gelagert, deshalb kostet die teuerste Flasche fast 25.000 Kuai=3.200€
Moutai

 5. Dezember 2018  No Responses »
Nov 252018
 

Neuerdings heißt es ja Hiking, wenn man Wandern meint. Steffi war auf Fortbildung in Bangkok, also musste ich alleine auf diesen Hike gehen.
Olaf hatte eine einfache Rundwanderung versprochen, letztlich wurde es dann doch etwas anspruchsvoll – challenging auf Neudeutsch.
Kein Chinese kann sich vorstellen, dass man wandern geht, ohne zu rauchen und die Felder anzustecken. Daher sind die Bauern im Großraum Peking angewiesen, keine Wanderer mehr über ihre Landschaft spazieren zu lassen, weil wegen der Trockenheit Brandgefahr herrscht. In Hebei, der Nachbarprovinz ist es noch möglich, einfach mal auf die Berge zu gehen. Dabei verlässt man die Provinz Peking und wird zum Grenzgänger – selbst einen Pass oder Passkopie muss man dabei haben.
Man fährt knapp zwei Stunden und ist dann in ZhenBianCheng, von wo es zunächst ganz gemütlich auf Feldwegen nach oben geht. Da wir ein Mal falsch abbogen, dauerte der Hike fast 2 Stunden länger als geplant. Dadurch musste der Abstieg teilweise im Dunkeln stattfinden. Am Ende gab es im HengLingCun-Dorf ein fulminantes Hotpot-Essen mit frittierten Libellen als Vorspeise und selbstgebranntem Schnaps als Dessert.

Ich will jetzt nicht mit dem Bericht, wo wir Halt gemacht haben, um die Brotbox leer zu futtern, wo ich die Wanderschuhe wegen Blasenbildung gegen meine Alltags-Stoffschuhe getauscht oder wo ich mich zum Pinkeln ins Gebüsch verzogen habe, langweilen.

Daher hier die Bilder:
BiJiaShan16

 25. November 2018  Kommentare deaktiviert für BiJiaShan – Hiking ohne Blätter
Nov 062018
 

Vielleicht muss man es noch mal erklären, weil es das so in Deutschland nicht gibt: Compounds oder Condomiums auf Englisch, XiaoQu auf Chinesisch, die Übersetzung wäre Kleiner Bezirk. Das bezeichnet alles ein mit Mauer umgebenes Gebiet, auf dem mehrere Wohnhäuser stehen. Von Guards mit unterschiedlichem Einsatz bewacht, wohnt man wie in einem kleinen Dorf, aber in Zeilenbauten oder Wohntürmen. Meistens gibt es einen kleinen Park, einen mini-Supermarkt oder wenigstens eine Stelle, wo man Wasserflaschen tauschen kann.
DSCF8920Supermarkt
Oder einen Fahrradmonteur. Die Wächter mit ihren Uniformen suggerieren ein gewisses Maß an abweisendem Eindruck, aber in die meisten Compounds kann man als Fußgänger hineingehen. Dieses Bild zeigt einige davon, hier teilen sich jeweils zwei Zeilenbauten einen Eingang.
häuser
Im Winter sieht es doch etwas anders aus. Generell halte ich Peking für eine recht grüne Stadt.
Pano Jingandong
In dem letzten, den ich erkundet habe, gab es ein Restaurant und eine Waschstraße. Die Besitzer schlafen direkt im Nebenraum. So gehen sie sicher, dass nichts gestohlen wird.
Waschstrasse und Schlafzimmer
waschstrasse3
Weil die wenigsten Wohnungen einen Abstellraum haben und auch in den Kellern dafür kein Platz ist, stehen in manchen Innenhöfen überdimensionierte Metallkoffer. Hier kann ein Fahrrad oder Kinderwagen stehen oder all das, was sich sonst in den Käfigen befindet, die vor den Fenstern als Einbruchsschutz dienen.
storage
käfige4
L1004096wohnhaus

 6. November 2018  No Responses »