Mrz 142010
 

Übermorgen ist Nouruz (Neujahr) und die Stadt ist unglaublich voll. Der Verkehr ist um diese Zeit schlichtweg eine Katastrophe. Vor jedem Supermarkt gibt es einen Stand, wo Fische, Gewürze und alles andere, was man für einen zünftige Nouruz-Tisch braucht, kaufen kann.
Das Mädchen wollte eigentlich nicht mit aufs Foto, obwohl sie das in der Schule doch ganz hübsch gemacht hat, oder?Unser Tisch fällt diesmal vermutlich aus, weil wir morgen verreisen wollen. Unser Auto ist jetzt nach fast 3 Monaten Stillstand nämlich wieder funktionstüchtig. Unser Mechaniker musste erstmal 2 geeignete Zylinderköpfe aus 2. Hand finden (neue gibts nicht, weil Amerika der böse Feind ist oder weil das Embargo verhindert, dass Bauteile, die man zum Bombenbauen benutzen könnte, ins Land einreisen), neue Ventile einbauen und weil er das ja nicht hauptberuflich macht, dauert es eben seine Zeit.
Jedenfalls läuft die Kiste wieder und M. hat sich in unserem Motorraum eine Kaffeepause verdient. Tags drauf war ich zu dem Ort, der bei uns TÜV heißt. Autos müssen einmal im Jahr hin, sonst gibt es Ärger bei den zahlreichen Polizeikontrollen. Motorräder müssen überhaupt nicht untersucht werden. Man stelle sich das mal vor: Bremsen und Schadstoffe wurden gemessen, aber von unten hat niemand gekuckt. Und schließlich habe ich die Plakette nicht bekommen, weil angeblich die Abgase blau sind. Was soll man verlangen, wenn die Gebühr 5 € beträgt. Fahr ich halt innerhalb der Frist wieder hin, bis ich an jemanden gerate, der gnädig ist.
Der Platz, wo M. den Wagen wieder zum Laufe gebracht hat, gehört seinem Schwager, und der hat ´ne Werkstatt, wo er kleine Karren baut, mit denen Felder mit Dünger oder Unkrautvernichtungsmittel besprüht werden. Hier ist die Erde nicht nur rot, sonder auch noch ölverseucht. So schnell konnte ich gar nicht einschreiten, wie die Ablassschraube geöffnet wurde und ohne Wanne der Ölwechsel vollzogen wurde. Aber was hätte ich mit dem aufgefangenen Öl gemacht? Die Deutschen nehmen es inzwischen wohl machmal zu genau. Aber Iran ist kein Entwicklungsland; wie mag es wohl im Rest der Welt aussehen? Der Mann mit der großen Tüte auf dem Rücken ist Plastikmüllsammler. Wenigstens das bleibt nicht ewig auf der Straße liegen, aber auch nur, weil es dafür Geld gibt.
Bei unserer Bank war mal ein Geldautomat, der getauscht werden musste. Aus irgendeinem Grund mussten sie die neue ATM (jetzt weiß ich´s: Automatic Teller Machine) höher einbauen. Kann ich zwar nicht nachvollziehen, ich steck da nicht drin. Aber wenn ich jetzt Geld zieh, muss ich entweder den Hals langmachen oder ich stoß mir oben den Kopf.
Das Haus neben unserem Haus ist ja mittlerweile fast ganz niedergerissen (die Fassade machen sie jetzt kaputt) Alle Steine haben sie auf dem Hinterhof aufgestapelt. Eine Hütte, wo die Arbeiter drin wohnen können, müssen sie sich noch bauen.
Ein Büro, das seit mindestens einem Monat so möbliert ist. Was braucht ein Hausmakler schon außer ein paar Sessel, ein Telefon und einen Schreibtisch? – Ein Bett.
Das ist echt schlau, die Hausnummer gleich als Digitalanzeige anzubringen. Wenn sich die Nummern so oft wie in THR ändern, kann sich der Elektriker schon lohnen.
Hier, wo die Jungs Volleyball spielen, ist unser Fußballplatz (gleich in der nächsten Seitenstraße) und die öffentliche Bücherei befindet sich unter der Treppe.
Das Chopard-Geschäft hat zwar die beste Adresse (Vali-e-Asr, früher hieß sie Pahlavi nach dem Shah), aber das Haus bricht bald zusammen.Die Anstrengung vor Nouruz, die Stadt schön aussehen zu lassen, sind schon enorm. Gestern habe ich wohl an die 50 Gärtner auf einem kleinen Abhang gesehen, die mit Blumen Bilder gestalteten.Und außerhalb von THR sieht es inzwischen schon sehr grün aus.

 14. März 2010  Add comments

 Leave a Reply

muss sein

muss auch sein