Aug 122013
 

DSCF7209Am Abend gehen wir Erwachsenen mit JanIngmar zum Ersten Mal im Carrefour-Supermarkt einkaufen, wo wir bis auf Klobürsten alles fürs tägliche Leben Notwendige finden. Nach 15 min. ist JI gelangweilt und sagt, ich geh nach Hause. Steffi erlaubt es, denn der Weg ist einfach: rechts auf die Straße, einmal links, dann über die Brücke, es sind etwa 700 m. Nach 10 min rufe ich zu Hause an und frage, ob er heil angekommen ist.

Er beschwert sich spaßeshalber, wir seien Rabeneltern, wie könnten sie nur ein Kind alleine durch eine fremde Millionenstadt nach Hause schicken.

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Die Wohnung ist bereits nach zwei Tagen „zu Hause“. Besonders nett ist die Dachterrasse, auch wenn sie im Moment kaum zu nutzen ist. Unsere Vermieter haben unzählige Pflanzen hier oben stehen, was es gemütlich macht, aber auch viel Arbeit verursacht. Da werde ich auf meine alten Tage noch zum Gärtner, wo ich doch einen roten Daumen habe.

Es ist tropisch schwül. 30°C sind es bestimmt und eine solche feuchte Luft, dass man die Feuchtigkeit auf der Haut spürt – wie im Gewächshaus. Auch abends wird es kaum kühler. Wir haben schon unser erstes Sommergewitter erlebt, das sich genau über unserem Apartment mit einem unbeschreiblichen Knall entladen hat. Der Blitz muss in den Blitzableiter eingeschlagen haben, der auf unseren Dachzimmer installiert ist. Jedenfalls haben die Kinder laut aufgeschrien und wir Erwachsenen sind auch in die Knie gegangen.

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Heute haben wir einiges zu tun. Immerhin sind wir gewarnt worden, dass Außerirdische bei Nicht- oder zu spätem Melden bei der Polizei richtig Ärger bekommen sollen. „Aliens who do not lodge at hotels, guesthouses, or inns shall, within 24 hours of entry, go through accomodatian registration at local police station.“

Dadurch, dass der Compound, in dem wir leben, einen Draht zur Polizei haben soll, brauchten wir nicht gleich vom Flughafen zur Polizei. Aber heute ist Montag, da sollte es schon erledigt werden. Das wird auch für jeden unserer zukünftigen Besucher gelten.

Um 11 ruft unser Makler David an, der nicht wie ein Makler in Deutschland seine Arbeit erledigt hat, wenn die Wohnung vermietet ist, sondern darüber hinaus alle Arbeiten erledigen wird, die mit der Wohnung zu tun haben.

Er stünde jetzt unten und würde mit uns erst zum Gebäude-Management gehen und dann zur Polizei.

Beim Management werden die Pässe kopiert und dann geht es zu einer Registratur in unserem Haus im Keller. Um drei Ecken, die Treppe runter, wobei die Decke so niedrig ist, dass man den Kopf auf 90° legen muss und zusätzlich in die Hocke, dann zwei Gängen folgen und in einer Sackgasse liegt endlich ein Büro, in dem ein Mann mit Headset auf einen Computer starrt, während seine Kollegin Papiere heraussucht und Stempel auf Papiere drückt. Der Geruch hängt modrig in der Luft, in einem deutschen Keller wäre der Arbeitsschutz längst dagewesen und hätte das gelbgeschecktwandige Kabüffchen stillgelegt. Selbst Jan Ingmar, der unbedingt mit wollte, fragt mich, wie die Leute es hier aushalten können.

Nachdem wir die Stempel erhalten haben, geht es per Taxi zur Polizei. Da wir rote Dienstpässe statt violetter Reisepässe haben, ist die Polizistin irritiert und fragt nach „richtigen“ Pässen. Schließlich erhalten wir für jeden einen Durchschlag der Registration, nur um in der Schule gesagt zu bekommen, dass die Art des Visa falsch ausgestellt wurde. Also muss ich zurück zur Polizei und ein geändertes Schreiben verlangen. Die Pferde, die ich dafür scheu gemacht habe, waren umsonst aufgeregt: David (und auch ich) sind erstaunt, dass ich in der Stadt zurecht gekommen bin und wieder alleine zur Schule zurückgefunden habe. Ich hatte von der Schulseite die Schriftzeichen abgemalt, um dem Taxifahrer mein Fahrtziel deutlich zu machen und großes Lob von der chin. Sekretärin bekommen. Als ich allerdings in ein Taxi einsteige, kann der Fahrer nur Teile davon erkennen und weigert sich, mich zu fahren. Zum Glück kann ich mich an gewissen Hochhäusern orientieren und finde die zwei Kilometer doch ohne Hilfe zurück.

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Unter der Straße

Es wird trotz besten Bemühungen lange dauern, bis wir uns orientieren können. Nicht mal die Sonne kann als Orientierung helfen, da sie nur selten zu sehen ist. Auf den Stadtplänen sind nur die großen Ring- und Verbindungsstraßen verzeichnet.

Leider können wir nicht mehr wie in Teheran uns zu fünft oder mehr in ein Taxi zwängen, wir brauchen zwei Fahrzeuge. Die Fahrer beschweren sich sofort. Zum Glück sind die 3-4 km nie wirklich teuer: 2,50 €.

 12. August 2013  Add comments

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muss sein

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