Mai 302009
 


Dies Wochenende hat uns der, der uns schon mal mit plattem Reifen geholfen hatte, wiederholt zu sich nach Hause eingeladen. Wir schaufelten uns den Abend frei, wollten kurz vor der Ankunft noch ´ne Wassermelone als Mitbringsel kaufen, und als wir danach losfahren wollten, sprang die Maschine nicht an. Große Aufregung und unser Gastgeber holte seine komplette Familie zur Verkehrsinsel, wo alle Frauen und Kinder sich auf die Picknickdecke setzten und diskutierten, ob man noch 2 oder lieber 3 Tage warten solle, bis der Wagen verkauft werden muss. Er sprang dann aber doch noch an – Batteriewackelkontakt.
Hier blieben wir liegen: ein riesiger Platz („Platz des Gebetes“)Die Familie wohnt ausserhalb THR´s in Eslam Shahr, und sie haben keine Möbel ausser Teppichen, einem Fernseher, 2 Kühlschränken, einem Computer (ohne Internet). Im Nebenzimmer steht noch ein Schrank, in dem Wäsche und wichtige Dinge untergebracht werden (die Hochzeitsfotos kamen von da). Die Küche und das Klo ist hinter dem Innenhof, so dass man im Winter erst durch die Kälte muss. Auch wenn es 100 qm sein sollen, sind es doch nur 2 Räume, in denen die Familie wohnt. Betten werden jeden Abend neu ausgerollt. Es gab nichts Großartiges zu essen, nur ein sehr schmackhaftes Khorescht mit Reis, aber vorher Obst, was einen Lastwagenfahrer im Schichtdienst sich bestimmt nicht aus dem Ärmel schüttelt. Obst kostet fast so viel wie in D. Und es reicht nicht, nur Äpfel hinzustellen… 200 Euro kostet das Haus, etwa 3mal soviel verdient unser Gastgeber. Wie man da ehrlich bleiben kann, ist mir schleierhaft. Wir waren jedenfalls sehr beeindruckt, wie aufrecht die Familie bei der einfachen Lebensweise sich hält.
Das Essen ist etwas anders bei einer Einladung in Iran: Man isst erst, nachdem man sich lange mit dem Gespräch beschäftigt hat, dann wird schnell gefuttert und man geht zügig. (Vielleicht liegt es am fehlenden Alkohol)

Das Kontrastprogramm war dann am nächsten Abend bei einer scheidenden Botschaftsangehörigenfamilie, die den Pool für die Kinder auf 29° hochgeheizt hat (ich glaube, Solveigh war tatsächlich 4 h im Wasser)Und danach generationenübergreifenden Tanz bis spät in die Nacht.

 30. Mai 2009  Add comments

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