Sep 172010
 

Jetzt ist JanIngmar wieder ohne Gips. Nach 2 Wochen sollte er abgemacht werden. Als gelernter Krankenpfleger hätte ich das ja eigentlich selber machen können. Aber diese neuartigen Fiberglasgipse sind so hart, dass ich meine Flex gebraucht hätte. Also gingen wir doch ins Krankenhaus. Dort wird gerade eine Moschee gebaut, direkt an den Krankenhausbau dran. Es wird bestimmt ganz hübsch, aber einen größeren Stilbruch kann man sich kaum vorstellen.Am Tag drauf waren wir zu einem deutschen Kindergeburtstag eingeladen. Vorm Haus schlief der Straßenkehrer um 15:00 noch seine Siesta.Da das Wetter noch zuverlässig traumhaft ist, fuhren wir zum Feiern in die Berge an unseren Lieblingswildbach in Darabad, der kaum noch Wasser führt. Am Sonnabend ist nicht viel los, einige Liebespärchen waren dennoch da und turtelten miteinander.
Und Jungs ohne Mädchen haben wenigstens eine Wasserpfeife, die die Rundungen eines Frauenkörpers besitzt, dabei und bringen mit einem Metallkorb, der durch die Luft geschleudert wird, die nötige Kohle zum Glühen.
Zwei Königskinder am gleichen Ufer – trotzdem kommen sie nicht zusammen.Es lag nicht an uns; man besichtigte uns förmlich.
Ein paar Tage vorher waren wir in der Schweizer Residenz geladen. Da der Hausherr ein experimentierfreudiger Koch ist, gab es das persische Nationalgericht Kallehpatche mal unzerstückelt. Ich aß das erste Mal Hirn, war erstaunt, wie weich und schmackhaft das ist, und bin wenigstens darüber schlauer geworden. Das Beste ist jedoch das Wangenfleisch. Schließlich tun Schafe den lieben langen Tag nichts als Kauen, da soll wohl gutes Muskelfleisch bei rauskommen.
Und endlich fanden wir noch vor Schulbeginn Muße, auf dem Dach zu übernachten. Eigentlich wäre es noch nur mit Matratzen und Schlafsäcken möglich gewesen, aber der Mücken wegen bauten wir noch das Zelt auf.
An der Deutschen Schule ist die Einschulung mit einer Woche Verspätung wegen Umbau gewesen, an den persischen geht es jetzt wieder los. Hier ist alles für die Einschulung vorbereitet.
Aber das größte Fest war wahrscheinlich Eid-e Fetr, das Fest am Ende des Ramazan. An dem folgenden Abend waren wir zu Schulkameraden unserer Kinder gefahren, die in der Nähe des Burj-e Milad wohnen. Nach Dunkelheit gab es wiederum Feuerwerk (ich hatte am Vorabend auf Revolution getippt, hätte aber keinen Treffer gelandet) und der Fernsehturm war mit Lichterspielen beleuchtet.Sogar Schwarzrotgold haben sie für uns gemacht:Hier noch ein paar Eindrücke aus dem täglichen Leben: Die Brücke, über die ich fast täglich rüberlaufe, wurde um ein Mittelstück erweitert. In der Mitte der vielspurigen Stadtautobahn wird nämlich eine Busstation eingerichtet. Nun können die Leute ja aber nicht in der Mitte rechts aussteigen, also wurden neue Busse angeschaft, die den Ausstieg auf der linken Seite haben. Bisher fahren sie aber noch auf normalen Routen, und so muss man manchmal ganze Gelenkbusse umrunden, um an eine Tür zu kommen, die man als Mann auch benutzen darf (Frauen nehmen ja bekanntlich die andere).
Jedenfalls ist der Treppenaufgang so bestimmt nicht für die Ewigkeit geplant, es kann aber eine halbe dauern, bis der richtige Zustand wiederhergestellt ist.
Im Schuhgeschäft: Mit Hejab nah bei Gott.
Und wenn Gott nicht dabei ist: Motorradairbag auf Persisch.

 17. September 2010  Add comments

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muss sein

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