Dez 262008
 

Es ist ja schon eine Weile her, dass wir was Neues geschrieben und gezeigt haben, aber aus unserem Weihnachts-Heimaturlaub weiß ich, dass tatsächlich einige an unseren Berichten interessiert sind, ja gar auf Neuigkeiten warten.
Also wieder mal ran an´n Speck:

Wie man sieht, lieben die Iraner Weihnachten (fast) genauso wie die Deutschen; wohltuend haben wir allerdings empfunden, dass dieser Trubel, der um sowieso überschätzte Spekulatius, Schokoweihnachtsmänner und Stollen gemacht wird, an uns vorübergegangen ist. Was für die Kinder wichtig war, ist das Basteln, das Singen auf dem Schulhof um den Adventskranz an den Sonntagen und die Weihnachtsfeier in der Schule (weitere Bilder stets aktuell auf http://schulwebs1.dasan.de/ds_teheran/).

So ein Heimaturlaub ist ja für uns auch durchaus erleuchtend gewesen, weil die Fragen deutlich machten, wo noch Unklarheit herrscht. 
Fangen wir mal mit dem einfachen an, der Uhrzeit: 
In Iran ist GreenwichMeanTime +03:30, das heißt, wenns bei uns halb eins ist, ist´s in D erst zehn.
Die Woche ist so ähnlich wie in D, sieben Tage lang ist sie und beginnt mit dem Sonnabend, der Schanbe heißt. Die nächsten Tage sind einfach zu merken: Yek-Schanbe (Eins-Sonnabend), Do-Schanbe (Zwei-Sbd.), Se-Schanbe , Chahar-Schanbe, Pandsch-Schanbe für Fünf-Sbd.=Donnerstag. Dann kommt der Freitag, der heißt Dschom´e. Da ist für alle frei.
Jahresrechnung: In Iran ist noch lange nicht Neujahr gewesen. Das findet erst an unserem 21. März statt (oder auch 1 bis 2 Tage früher…). Dazu mehr,wenn es soweit ist. 
Sorry Kinder, Weihnachten findet (für Iraner) nicht statt!
Der iranische Kalender ist natürlich auch besonders, weil das Jahr Null auf das Jahr festgelegt wurde, als Mohammed von Mekka nach Medina fliehen musste. Immerhin ist das nächste Jahr fast genau 365 Tage lang. So haben wir jetzt das Jahr 1387.
Dies wird überdeckt vom islamischen Kalender, der als reiner Mondkalender auch im Jahr 622 n. Chr. beginnt, aber 11 Tage kürzer ist, weshalb der Fastenmonat Ramazan zum Beispiel jedes Jahr soviel früher stattfindet. Das heisst, dass es in den nächsten Jahren noch unerträglicher wird, den ganzen heißen Tag nichts zu essen und vor allem zu trinken.
Am Tag der Weihnachtsfeier fing es an zu schneien, endlich. Wer´s nicht mochte, waren die Autofahrer, die die Berge mehr schlecht als recht runterkommen. Man soll auch bei Schnee kein Taxi mehr bekommen. 


Einige Weihnachtsgeschenke haben wir einen Tag vorm Abflug auf dem Basar besorgt. Dies ist der größte Basar des Nahen und Mittleren Ostens und großgroßgroß.
Dorthin ging es mit der Metro, die von Norden nach Süden geht und an deren Erweiterung grade gebaut wird. Ausgestiegen sind wir am Imam Khomeini Platz, wo wir als erstes in den Auspuffbazar, dann in den für Autoschläuche, danach in den Anbauteilemarkt und schließlich durch den Mobiltelefonbazar zum Tüten- und Dekorationsartikel- samt Schreibwarenbazar gelangten. Noch habe ich keine Ahnung, wo man hier auf z.B. Staubsaugerbeutel träfe. Aber ich wette, es gibt auch dafür eine komplette Straße.

Nach 2,5 schönen und anstrengenden Wochen in D sind wir nun wieder in Tehran, wo frühlingshafte Temperaturen herrschen und so gar nicht wie hier üblich Schnee Mangelware ist.
Vielleicht schaffe ich es wieder wöchentlich, zu schreiben, aber versprechen kann ich nichts…
 26. Dezember 2008  Add comments

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muss sein

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