Jan 092017
 

Phnom Penh (endlich weiß ich, wo die h´s hingehören) ist ganz erstaunlich.

Mitte bis Ende der 70er Jahre wüteten die Roten Khmer, eine von Mao instruierte komunistische Partei unter Pol Pot, um alle Intellektuellen und Querdenker zu entfernen. Schlimmer noch als sie nur aus dem Land zu schicken, wurden ganze Familien unter schlimmsten Umständen gefoltert und schließlich ermordet. Wir haben uns das nicht angeschaut, weil uns allein die Vorstellung reicht, aber wenn einen der Horror reizt: Eine ehemalige Schule wurde damals kurzerhand zu einem Gefängnis umgebaut. Klassenräume wurden Zellen, Sportgeräte Folterinstrumente. Allein in dieser Einrichtung wurden in den vier Jahren der Herrschaft mehr als 17.000 Menschen inhaftiert und ermordet. Von denen, die das Gebäude als Häftlinge betraten, kamen nur sechs lebend davon. Wenn ich mir vorstelle, dass die Schule mitten im Stadtgebiet liegt und die Schreie der Gefangenen auf der Straße zu hören gewesen sein mussten,  schüttelt es mich vor Grauen. Immerhin ist das von den Vietnamesen schließlich eroberte Gefängnis fast wie vorgefunden zum Museum umgewidmet worden. In der Zeit der Roten Khmer wurde Phnom Penh fast komplett evakuiert, um Kambodscha in einen Bauernstaat zu verwandeln. 4 Jahre lang war es nahezu eine Geisterstadt.
Genocid Museum
Heute wird in Cambodia zum Glück nicht mehr gefoltert.
Cambodia
In der Stadt gibt es mehrere große Märkte, Paläste, Tempel und überall Tuktuks.
jeder Tag ist Markttag
Cambodia
Palastgebäude Phnom Penh
Cambodia
Alles kann per Motorrad transportiert werden.
Baustahl-Transport
Kinder lernen das sehr früh.
Cambodia
Die Menschen können sich, glaube ich, gar nicht vorstellen, dass man mal zu Fuß gehen möchte.
Kaum hat man das Hotel verlassen, wird man zum ersten mal angesprochen: „Tuktuk, Sir? Want to go Killing Fields? See palace?“ für unter 2 Dollar kommen wir als Ausländer eigentlich nirgendwohin. Überhaupt Dollar:
Bezahlt wird in Dollar. Wir hatten ausreichend amerikanisches Bargeld mitgebracht. Es gibt zwar auch eine lokal gültige Währung, den Riel. Der wird munter mit den Dollars gemischt. 4000 Riel sind ein Dollar, also bezahlt man für $1,25 entweder 5.000 Riel oder $1 und 1.000 Riel. Bis zum Schluss der Reise kam ich durcheinander, weil auch ein paar größere Scheine in Riel in Umlauf sind (der größte war 20.000 Riel wert). Beschissen wird man eigentlich fast nicht. Überall gibt es Bettler und Kinder, die Dinge verkaufen, um etwas Geld zu machen. Wie viele davon gar nicht zur Schule gehen, haben wir nicht herausgefunden. Dieser junge Mann sammelt Müll und verkauft es dann als Wertstoff.
Cambodia
Die Analphabetenrate soll jedoch um die 25% liegen. Englisch wird hingegen zumindest in der Hauptstadt viel verstanden. Zumeist findet sich jemand, der zur Hilfe eilt. In schriftlichem Englisch ist man nicht so sicher.
Cambodia
Das Klima hab ich ja schon als angenehm beschrieben. Steffi hat mir heftigst widersprochen und gesagt, 30 Grad im Schatten während der kühlen Jahreszeit sei nicht angenehm. Aber ich schwitze ehrlich gesagt lieber, als dass ich bibbere. Und auf dem Land war es nicht mehr so heiß.
Auf dem Wat Phnom
– to be continued –

 9. Januar 2017