Mrz 022009
 

Jetzt sind wir wieder zurück von unserem 5-tägigen Ausflug nach Lorestan.A. war so nett, uns in ihrem „Sabzi-polo“ (Reis mit Kräutern), so heißt der in Iran gebaute Landrover bei ihnen, weil er grün-weiß ist, mitzunehmen. Alle Gepäckstücke aufs Dach, Kinder in den Kofferraum und los ging die fast 9-stündige Fahrt 500 km Richtung Bagdad.
Schon kurz hinter der Stadtgrenze Teherans, wo auch immer die ist, fährt man durch Wüste, an Salzseen vorbei und die Städte und Dörfer werden immer armseliger, bis wir schließlich in Lorestan auf der Araberzuchtstation einer Freundin von A. ankamen.Die Landschaft und die Häuser sind in Lehmgrau gehalten, aber wenn erstmal der Frühling durchkommt, soll es ein Fest fürs Auge sein. Vielleicht erleben wir das später noch mal. Es fing bereits an, grün zu werden, und die ersten Obstbäume hatten ihre Knospen bereits rausgeschickt.
A. behauptet, Lorestan wäre das Armenhaus Irans, und besonders im letzten Jahr muss es für die Loren schlimm gewesen sein, weil eine große Dürre herrschte, und die Bauern für die Tiere kein Futter mehr hatten. Von hier irgendwo hat A. auch den Esel, der jetzt in Tehran steht, und den sie damit vom Verhungern rettete.

Vor allem der überall rumliegende Müll ist oft nur schwer zu ertragen. Man muss eben drüberwegsehen. Es gibt kaum ein Bewußtsein dafür, dass man nicht auf seiner eigenen Scheiße wohnen muss.
Khorram Abad ist die 20 km entfernte Provinzhauptstadt, die als ein Highlight die Burg Falak-ol-Aflak aus dem Mittelalter aufzuweisen hat, in dem das Nomadenmuseum untergebracht ist. Der Ausflug in die Stadt war für die Wangen unserer Kinder, immerhin 6 gelbe Stück, wieder besonders anstrengend.

Auf dem Bazar ist es immer interessant, man kann sich kaum sattsehen an der Vielfalt an Waren. Hier ist ein Würfelzuckerhersteller am Werk. Aus Zuckerhüten werden mit ner Hacke kleine Stücke gemacht; wenn man es mit seiner Familie besonders gut meint, sucht man sich einen besonders schönen aus und macht man sich die Arbeit selber. Das Stück Zucker wird zwischen die Zähne geklemmt, und der durchlaufende Tee wird lecker süß. Natürlich braucht man so für ein Tässchen durchaus 4 oder mehr Stückchen.
Endlich waren die Kinder mal für was gut, ich musste nur mal zeigen, wie es geht, dann hatten sie für eine Stunde gut zu tun.
Hier werden Schafsköpfe für ein iranisches Nationalgericht (Kalehpaatscheh) angeboten. Wen´s interessiert, für den frag ich nach der genauen Zubereitung…
Für die Kinder war der Anblick natürlich nichts, die freuen sich lieber an in Farbe getauchten Küken. Solveigh weinte schließlich bittere Tränen, dass wir ihr keins kauften.Lorestan hat einige Wasserfälle, und an einem davon (Bisheh Ab-shar) verbrachten wir einen herrlichen Sommertag. (Ende Februar!) Ansonsten war es jedoch ziemlich kalt. Immerhin sind wir auf 2500 m Höhe.
Mühsam war es vor allem für Martje, die mit ihren Krücken Stock und Stein schlecht überwinden kann (und für die Eltern natürlich, die dann das Kind tragen müssen)
A. ist auch imer für Quatsch zu haben, und so durften die Kinder eine Weile in herrlicher Berglandschaft auf dem Sabzidach mitfahren. Was die vorbeifahrenden Iraner wieder gedacht haben?
Und danach aufs Hochplateau zum Drachensteigen lassen. Ein richtig schöner Tag (nicht nur) für die Kinder.
Die Nomaden sind noch in ihren Winterlagern, im April/Mai gehn sie wieder auf die Reise. Viele bekamen wir nicht zu sehen, das iranische Einheitsschwarz wird von ihnen jedenfalls nicht getragen. Und ihre Teppiche sind auch schön bunt. Auf dem Bazar fanden wir zwei schöne Exemplare, die eigentlich Wandbehänge sind, die jetzt unseren Fußboden zieren.
Und weils so schön gelungen ist, noch ein Bild von einer Moschee von unterwegs. Wir waren wirklich froh, dass die Fahrt ohne Unfall zu Ende ging; im Tehraner Stadtverkehr, der uns allein 1,5 Stunden kostete, kriegten wir noch einige zu sehen.

 2. März 2009  Add comments

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muss sein

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