Nov 172008
 

Letztes Wochenende sind wir wieder in die Berge gefahren und sind dort etwas gewandert. Hinter einem Bergdorf (Ahar) kann man nur noch mit dem Esel oder zu Fuß vorankommen. Viele Leute wandern da und für das Kabab wird ein Zelt aufgeschlagen und Holz gesucht und ein Feuerchen gemacht. Die Kinder hatten abschließend alle nasse Füße und wir waren ziemlich durchgefroren.

Auf den Bildern kann man es kaum sehen, aber es liegt unheimlich viel Müll in der Gegend rum. Es ist, als würden die Leute nicht nachdenken und alles fallenlassen. Dabei ist die Wertschätzung für ihr Land bei den Iranern sehr groß.
Annette, die uns und ihre drei Kinder mit ihrem Landrover kutschierte, erzählte sehr erbost, dass es in Lorestan überhaupt keine Müllabfuhr gäbe. Diese Provinz ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein. Alles wird einfach vor den Dörfern hingeschmissen, ab und zu wird mal ein Feuer angezündet – das wars.

Am Sonnabend gabs einen Ausflug in die Innenstadt zum Golestan-Palast:

Da sieht man wieder mal, wie fotogen unsere Kinder sind:

Und selbst in Krankenhäusern reißen sie sich darum, Bilder wenigstens von Teilen unserer Kinder machen zu dürfen. Es ist nicht nur auf den Straßen von Teheran gefährlich… (Martje hatte sich beim aus dem Bett fallen den Ellbogen verletzt und musste einige Tage eine Schlinge tragen).
So hatte ich die Gelegenheit, ein Krankenhaus von innen zu sehen. Nun war dieses ziemlich modern, aber auch sonst, glaube ich, wird man in Iran nicht schlecht behandelt. Alles wie in D auch. Gekostet hat es etwa 100 Euro plus 2 Taxifahrten. Wenn wir die Quittung wiederfinden, kriegen wir das Geld von der Versicherung auch wieder…


Schlachten mussten wir Martje jedenfalls nicht, wie hier die Ziege, die nun das Fest zu Ehren vom Bruder von der Tante eines Imams nicht mehr aktiv mitfeiern kann.
Wozu sind in D eigentlich gekachelte Wände in Schlachtereien da? Wirkt hier das ausgelaufene Motoröl vielleicht als Desinfektionsmittel?

Laternenfest mit Gesang der Kinder, hier im Wohnzimmer des Botschafters, dann St. Martin-Vorführung.



Die Kinder liefen immer hinterm eigens angelieferten Pferd vom heiligen St. Martin hinterher, der vom stellvertretenden Botschafter gemimt wurde (der gerettete Bettler ohne Schuhe ist der 2. Schulleiter). Hinterher gabs ein Riesenbuffet mit Glühwein, ich hab sogar ein echtes Beck´s bekommen (das 2. Alkoholgetränk, seit wir hier sind). Alles in allem ein schönes Fest, wobei wir uns zwischen diesen teils doch sehr reichen Leuten noch etwas zurechtfinden müssen.

Dank an dieser Stelle an euch alle, dass ihr mit dem Steuernzahlen uns so schöne Feste möglich macht.

In vier Wochen sollen wir hier ziemlich Schnee haben, noch taut es immer ein wenig zurück, wenn schöne Tage sind. Wenn die Berge zu sehen sind, ist es ein wirklich erhabener Anblick, auf den wir uns morgens schon immer freuen. Ich bin mal gespannt, wie wir dann zur Schule und zur Arbeit kommen; manchmal kommen wir ja bei Regen schon ins Rutschen.

 17. November 2008  Add comments

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muss sein

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