Jan 102019
 

Morgens um 6 werden wir von unserem Führer Soe Moe Aung abgeholt, der uns die nächsten Tage im Ayeyarwady-Delta in eine Mangrovenlandschaft (oder muss es -wasserschaft heißen?) begleitet. Die Fahrt von 150 km bis Bogale, von wo wir in ein Boot umsteigen müssen, dauert mit Pausen 8 Stunden. Soe Moe lässt uns über einige Brücken laufen und wartet am anderen Ende, damit wir die Landschaft genießen können.
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Allein der Blick auf das Land ist so fern von allem, was wir mit unserer Zivilisation für erreicht erachten. Ochsenkarren, Fahrradtrishaws (Fahrräder mit Beiwagen), Straßenbau mit Blechschüsseln, alles ist so einfach und trotzdem funktioniert alles – irgendwie.

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Um über die Gräben an den Straßen zu kommen, nutzt man Bambus: ein dicker Bambusstamm als Lauffläche, zwei dünne als Geländer – fertig ist die Fußgängerbrücke. Die Fasern um Kokosnüsse werden die Grundlage für die Mosquitospiralen.
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An diesem Ort halten wir uns 3 Nächte auf und machen jeden Tag mindestens 2 ausgedehnte Bootstouren in die Mäander der Mangroveninsel.
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Wir sind hierher gereist, um Krokodile zu sehen und Soe Moe bemüht sich redlich. Seine Arbeit als Online-Lehrer für Englisch hat er weitgehend aufgegeben, da er lieber als Reiseführer arbeitet und so viel wie möglich Natur erleben will. Er ist immer ganz aufgeregt, wenn wir wieder eine Chance auf eine Krokosichtung verpasst haben. In der Nacht sind Krokodile leichter zu finden als am Tag, weil das Taschenlampenlicht sich in den Augen widerspiegelt. Man braucht also nichts tun als die Uferkante abzuleuchten und wo ein Lichtpunkt im Wasser zu sehen ist, liegt auch ein Krokodil. Trotz der Bemühungen sehen wir nicht so viel der Biester wie Soe Moe sich wünscht. Macht nix, das Geräusch des erschreckten Riesencroc beim Sprung ins Wasser beweist, dass es hier Krokodile gibt.
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Die Ranger sind nur zu Wilderern nicht nett.
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Weil man in der Vergangenheit reichlich Mangroven abgeholzt hat, das aber den Schutz vor Taifunen und Überschwemmungen beeinträchtigt hat, werden Aufforstungsprogramme durchgeführt.
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So sehn die Wurzeln der Mangroven aus.
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Eine Tour geht auch in das nächstgelegenen Dorf, wo sich Fischer mit allem nötigen eindecken können. Ganz andere Welt. Wasser darf nur eine begrenzte Zeit am Tag geschöpft werden, damit der Teich nicht leer wird, bevor die Regenzeit kommt.
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Dann geht es per Handkarren zu den Häusern.
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Wer weiß, was Wasser wert ist? Die Dorfbewohner hier!
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Fischer. Jedes Jahr werden übrigens 3-4 Fischer bei ihrer Arbeit von Krokodilen gefressen.
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Ist das Leben auf dem Wasser nicht idyllisch?
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Unser Bootsführer:
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Unsere Wirte für drei Nächte.
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Wie wunderbar, dass wir an deren Leben eine Weile Teil sein durften.

 10. Januar 2019