Jun 132016
 

Während Steffi sich bei Frau Merkel auf dem Empfang in der Botschaft befindet, schreibe ich mal, was ich in der letzten Zeit so gemacht habe.
Da das Sommerfest der DSP anstand, wollte ich unbedingt die Bilder, die ich mit der Foto-AG erstellt habe, dort zeigen, denn dann kommen bestimmt 1000 Personen zum Reden, Zuhören, Schauen und eine gute Zeit haben in der Schule zusammen.
Plakat Doppelhauthälfte
Es handelt sich um 18 Bilder. Auf jedem ist eine Mitarbeiter (ich gehe damit mal diesem unsäglichen MannFrauInnen-Geschreibe aus dem Weg) zu sehen, links im Dienst, rechts in Freizeitkleidung.
Hier kommt ein Teil des Textes zur Ausstellung:
Wir haben 18 “Models” aus dem Mitarbeiterstab der Deutschen Botschaftsschule Peking gefunden, die bereitwillig vor der Kamera gestanden haben und Einblick in ihr Privatleben erteilt haben. Der Gedanke zu diesem Projekt kam nach der letzten Mitarbeiter-Weihnachtsfeier, auf der nicht nur von den Reinigungskräften Tänze vorgeführt wurden, sondern auch der Gärtner ein selbst komponiertes Loblied auf die Schule sang. Das zeigt uns, dass die Schule ein lebendiger Ort ist, in dem nicht nur Schüler, Lehrer und Eltern sich wohlfühlen können. Trotz allem nehmen viele von uns die emsigen Helfer kaum wahr.

Unsere Absicht war, die Menschen, die unsere Schule in einem gepflegten Zustand halten und das mit der kleinstmöglichen Störung des laufenden Betriebes tun, allen Anderen ins Bewusstsein zu bringen.

Jeder von uns hat eine private Seite, Wünsche, Träume, Familie, Sorgen.
Dies zu zeigen und den Blick auf den Menschen, der unseren Müll aufhebt, abwäscht, das Essen zubereitet oder die Schulveranstaltung vorbereitet, ist uns hoffentlich gelungen.

Manche der Leute, die die Bilder im Voraus gesehen haben, konnten kaum glauben, dass einige Personen auf einem Foto die selben waren. Und tatsächlich verändert die Uniform oder ein geringfügig geänderter Haarschnitt einen Menschen um ein Beträchtliches. Auch wenn der Unterschied bei Manchem nicht groß ist, kommen einem “Des Kaisers neue Kleider” in den Sinn.

Ein Fragebogen, der von allen Fotografierten beantwortet wurde, lässt weitere Rückschlüsse auf die Person zu. Dabei fällt auf, dass die meisten ähnlich antworten. Kaum einer ist einer Religion angehörig. Das ist den Chinesen in den Jahren unter Mao weitgehend abgewöhnt worden. Und das in einer Stadt, die noch immer zahlreiche Tempel hat, die das Stadtbild prägen.

“Ein gutes Leben”, “eine Wohnung oder Zuhause in Beijing” sind die Wünsche, die immer wieder genannt werden, und auf vielen Quadratmetern wohnt eigentlich keiner. Natürlich handelt es sich um eine andere gesellschaftliche Schicht als die, aus der die meisten Betrachter kommen. Uns allen gemein wird vermutlich das Wichtigste im Leben sein: Familie, Kinder und die Eltern. Und so kann jeder für sich beantworten, wovon Glück abhängig ist – dem Bankkonto oder den Menschen um uns herum.

Wir mussten die Ausstellung in zwei Teilen zeigen:
1. Tag
Als ersten Ausstellungsraum konnten wir die Aula der DSP nutzen. Auch wenn während des Sommerfestes die Aula von Veranstaltungen begleitet wurde, kamen die Bilder an den Wänden gut zur Geltung. Zuerst bekam ich einen kleinen Schreck, denn die immerhin 1,10 x 1,35m großen Fotos wirkten etwas verloren.
DoppelHautHälfte
Das Aufhängen dauerte trotz Steffis und Hannahs Hilfe eigentlich einen halben Arbeitstag. Angefangen haben wir etwa um 10:30, um 14:30 waren wir fertig.
DoppelHautHälfte
Aber das sah dann wieder besser aus, als alle hingen und von einem Rundgang aus betrachtet werden konnten.
DoppelHautHälfte
Von oben konnte man bereits im Überblick sehen, was einen erwartet, so dass auch Leute, die nur mal hineinlugten, sich die Ausstellung ansahen. Am schönsten war, zu sehen, wie die Fotografierten selber sich freuten, dass die Bilder ausgestellt wurden.
DoppelHautHälfte

2. Tag
Jetzt hängen die Bilder in der Mensa und dort, (der Raum, in dem ich sie zuerst zu hängen geplant hatte), sehen sie richtig gut aus.
Das neuerliche Aufhängen dauerte noch mal länger. Zu zweit waren wir von 10 bis 18:00 beschäftigt, bis wir zufrieden und glücklich sein konnten. Und kein Bild mehr schief hing.
DoppelHautHälfte

pano doppelhauthälfte_Mensa3
pano doppelhauthälfte_Mensa2
Am meisten freut mich immer, wenn das Projekt von den Schülern angenommen wird, denn für die ist es eigentlich am meisten gemacht. Die Fragebögen werden gelesen, es wird mit den eigenen Lebensumständen verglichen und beurteilt.
Doppelhauthälfte

Und hier sind wir von der Foto-AG noch mal:
FotoAG

 13. Juni 2016  2 Responses »