Mrz 112017
 

Die letzten kalten Tage sind jetzt wohl endlich vorüber. Ein kurzer Blick zurück auf den Winter. Wir hatten in Beijing nur einmal Schnee.
Snowcars
Normalerweise fegt und wässert er in unserem Compound.
GuojiYouyi
Weil uns das natürlich nicht reichte, sind Solli und ich nach Nanshan zum Schneegleiten gefahren. Sie Snowboard, ich Ski. Der Schnee backste aber schon ziemlich und von rasenden Talfahrten konnte nicht die Rede sein. Zum Snowboardlernen allerdings ideal.
Nanshan
Etwas merkwürdig, wenn ringsum alles braun ist.
Nanshan
Nanshan
Die Flüsse und Kanäle sind jetzt auch wieder eisfrei.
Angler in BJ
Am letzten richtig kalten Tag besprühte der Gärtner im ZuoJiaZhuang-Park die Bäume und Sträucher publikumsanziehend schön.
Eis
Eis
Jetzt macht das Tanzen draußen wieder Spaß und die Wäsche kann auch wieder nach draußen auf den Zaun.
Fächertanz
Wäsche aufhängen
Die morgendlichen Blicke über das CBD sehen fast immer so aus. Smog ist selten, wahrscheinlich weil grade der Volkskongress tagt.
CBD Beijing

 11. März 2017  No Responses »
Mrz 012017
 

Dieses Kunstwerk habe ich vor längerem bereits im TodayArtMuseum gesehen, vor kurzem war es im CAFA Museum, dem Museum der Kunsthochschule, zu sehen. Leider weiß ich nicht, von wem es ist.

Manchmal ist es nicht so wie es scheint.
Kunst2 Vorderseite

Von der Rückseite bietet sich ein anderes Bild:
Kunst1 Rückseite

 1. März 2017  No Responses »
Feb 162017
 

Im letzten Jahr war er bereits da. Unter der nächstgelegenen SanYuan-Brücke lag ein Haufen Dinge, die man vielleicht am ehesten als Müll bezeichnen würde. Für den einen ist es ein Schokoriegel, für den anderen die längste Praline der Welt…
Der, für den der Haufen einen Schatz darstellt, ist im Rollstuhl unterwegs, und ich hatte ihn bei meinen kurzen Fahrten zur Schule schon im letzten Jahr oft gesehen, wie er sich langsam durch den Verkehr schiebt. Dabei war er mir besonders aufgefallen, weil er stets ein Lachen auf dem Gesicht trug.
Lao Chen
Lao Chen schläft unter der Brücke, wohnt dort und ich fragte mich immer, wie man es bei der Kälte dort draußen aushalten kann, wenn wir manchmal sogar in unserem Schlafzimmer frieren.
Lao Chen
Gerade an dem Tag im letzten Jahr, an dem ich Zeit hatte und ihn ansprechen wollte, war er fortgewesen und sein ganzes Zeug war offensichtlich von der Müllabfuhr entsorgt worden.
Jetzt war er wieder da und ich fragte ihn nach seiner Geschichte. (Das ist natürlich schwierig, weil ich noch lange kein Chinesisch kann. Mit einem Freund als Übersetzer ging es dann doch. Ob alles stimmt, was er uns erzählte, kann ich natürlich nicht garantieren, aber ich habe keinen Grund, das Gegenteil anzunehmen.)
Als ich es das erste Mal allein versuchte, blieben einige Chinesen stehen, machten Fotos von uns und drückten ihre Be- oder Verwunderung aus, dass sich ein Ausländer mit ihm beschäftigt. Eine junge Frau sagte, sie käme jeden Tag hier vorbei und sehe das erste Mal jemanden mit ihm reden. Wundert mich nicht, wo man nicht mal im Fahrstuhl Hallo sagt, wenn jemand zusteigt. So ist China nun mal.
Lao Chen ist seit 1993 auf der Straße. Das sind mehr als 20 Jahre! Er ist 50 Jahre alt, 3 Jahre jünger als ich.
Davor arbeitete er bei einer Eisenbahngesellschaft. Während seiner Arbeit bekam er mit, dass seine Vorgesetzten korrupt waren und Geschäfte nebenbei machten. Er versuchte, das publik zu machen. Daraufhin wurde er zusammengeschlagen. Seitdem ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Er kann sich immerhin selber hinein und heraushieven.
Sein Vater setzte sich dafür ein, dass ihm eine Entschädigung erteilt wird. Daraufhin wurde auch er zusammengeschlagen. An den Folgen der Prügelei starb er.
Lao Chen gab nicht auf, um Gerechtigkeit zu kämpfen, kam aber in Wuhan, wo er herkommt, vor Gericht nicht weiter, seitdem versucht er sein Glück in Beijing und hofft, eines Tages bei einem höheren Gericht in der Hauptstadt Erfolg zu haben.
Er lebt auf der Straße, denn es gibt keine Sozialstation, bei der er um ein Dach bitten kann oder eine Beijinger Tafel, bei der er sich Essen holen kann. Einige Zeit war er in der Nähe der amerikanischen Botschaft, bis er dort von Wachpersonal vertrieben wurde. Immerhin steckten ihm Botschaftsmitarbeiter Geld zu, erzählt er.
Offiziell gibt es gar keine Obdachlosen, also braucht man auch nichts dagegen tun. Oder für sie. Während eines Gesprächs mit ihm kam ein anderer Chinese an und schlug vor, er solle doch arbeiten gehen, er könne doch wie der andere Mann unter der Brücke als Parkwächter tätig sein. Immerhin wird er von der Polizei selten weggeschickt, weil er auf den Rollstuhl angewiesen ist und Polizisten auch in China normalerweise keine Unmenschen sind.
Lao Chen
Sein Essen sucht er sich in der Umgebung zusammen. Dafür hat er eine T-förmige Eisenstange, mit der er Mülltonnen durchsucht. Mit zusammengesammeltem Holz kann er seinen Wassertopf erhitzen und Suppe kochen.
LaoChen
Manchmal schenken ihm Passanten Geld oder Essen. Ich war mit ihm in einem nahgelegenen Nudelrestaurant, das gewählte Essen war das billigste Gericht auf der Karte und er war nicht zu etwas teurerem zu überreden.
Lao Chen
Wenn er mal wie am Tag, an dem ich ihn begleitete, ein angebrochene Flasche Schnaps findet, freut er sich darüber, sich kurzfristig in der Kälte der Nacht innerlich wärmen zu können.
Lao Chen
Zur Toilette geht er nicht. Er pinkelt in eine Flasche und große Geschäfte macht er verborgen unter seiner Decke und entsorgt „es“ dann in der Natur.
Lao Chen
Ich fragte ihn, was er brauchen könne. Erwartet hatte ich etwas, das ich im nächsten Laden kaufen könnte oder Geld. Seine Antwort war jedoch ZhengYi – Gerechtigkeit. Das kann ich selbstverständlich nicht bieten. Was ich tun kann, ist regelmäßig bei ihm vorbeizufahren und ihm etwas mitbringen, was er sonst nur schwer bekommt oder sich nie kaufen würde. Und wichtiger ist vielleicht noch, kurz mit ihm zu sprechen und Aufmerksamkeit schenken. Sein Lächeln ist dann für mich ein schönes Mitbringsel.
Lao Chen

 16. Februar 2017  Kommentare deaktiviert für Obdachlose gibt es nicht
Jan 272017
 

Seit dem Sommer hat Beijing sich verändert. Leider zum Schlechten. Finde ich. Irgendjemand in der Stadtregierung hat sich überlegt, die Wanderarbeiter und anderen nicht in Peking Gemeldeten aus der Stadt zu vertreiben.
Über die Jahre (vor unserer Ankunft 2013) haben sich kleine Zimmer zu größeren Läden entwickelt. Man hat einfach einen Verschlag, fest oder weitgehend mobil vor die Fenster gebaut und dann die Wand eingerissen. Selbstverständlich sind viele dieser Anbauten illegal entstanden. Es ist für viele der kleinen Geschäftsleute schwierig, die erforderlichen Unterlagen zu beschaffen, vielleicht ist es auch einfach zu teuer, die Erlaubnis zu bekommen, vor allem, da Korruption noch weit verbreitet ist.
Für uns haben die kleinen Geschäfte und Restaurants bisher den Charme unserer Gegend ausgemacht.
Dieser schöne Zustand wurde in den vergangenen Monaten rückgängig gemacht. Und zwar ruckzuck. Alles soll „schön“ werden.

Wenn man Chinesen aus Beijing zu dem Thema befragt, bekommt man eine andere Antwort. Die Sicherheit der Gebäude ist ein Hauptgrund, weswegen man es ganz oK findet, dass die Stadt in den letzten Monaten ein anderes Gesicht bekommen hat. Und dass hoffentlich die Bevölkerungsdichte in Beijing abnimmt, wird auch als positiv angesehen.
Ob für die Rückbauten Wanderarbeiter herangezogen wurden? Ich möchte darum wetten…
Den erwünschten Effekt hat es trotzdem nicht. Die Wohnungen sind zwar wieder zugemauert worden, aber dann stellen die Leute Hocker und kleine Treppen vor die Fenster und der Verkauf geht von da aus weiter.

Was das Fotografieren angeht, schwanke ich hin und her. Ich habe meine kleinen Projekte, die durch das kalte Wetter etwas leiden und in der Schule habe ich durch meine Frau auch durchaus Gelegenheit, meiner Fotoleidenschaft zu frönen.
Aber sonst fehlt mir die Motivation. Der Reiz des Neuen ist für Beijing einfach weniger geworden. Auch denke ich oft, wenn ich etwas Interessantes sehe, dass das andere Fotografen schon hundertmal besser abgelichtet haben. Da schlägt dann mein dünnes Selbstbewusstsein seinen Haken gegen mein Schienbein.
Ich weiß schon, was ich kann. Ich muss mich aber dazu zwingen.
Ein bisschen Glück ist wohl auch vonnöten.

Heute fangen die Ferien zum Chinese New Year (das Jahr des Hahns) an, eigentlich das Frühlingsfest, und die Chinesen statten ihre Wohnungen mit Glücksbringern aus und machen sich dann auf den Weg in ihre Heimat. In den nächsten zwei Wochen haben wir Beijing sozusagen für uns, denn mehr als die Hälfte der Pekinger kommt gar nicht von hier.
XT1J4337

Das Wetter ist meistens schön (sonnig), nur grün ist es noch nicht. Aber das kann man ja auch künstlich haben.
wood
XT1J4415

Mit dem Frühlingsfest kommt auch eine Extrazahlung aufs Gehalt. Das ist der HongBao, der rote Umschlag. Darin befindet sich z.B. ein halber Monatslohn, den die Chinesen sofort wieder in neue Sachen anlegen. Die Geschäfte sind in der Zeit so voll wie nie.
XP1J0442
Mit Steffi habe ich letztens 20 Minuten an der Kasse vom Carrefour gestanden, auch, weil es in diesem westlichsten der Supermärkte keine Laufbänder an den Kassen gibt und es so viele Zahlungsmöglichkeiten gibt. Die Barzahlung ist hier fast ganz abgeschafft. Bankkarten sind noch gar nicht mal so häufig, denn inzwischen kann man mit WeChat (dem chinesischen WhatsApp) bezahlen und scannt einen Code, durch den dann das elektronische Portmonnaie belastet wird. Selbst auf dem Markt wird diese Art der Bezahlung immer häufiger.
Da fällt mir ein, dass ich letztes Jahr schon eines kaufen wollte: ein Paar Schlittschuhe.
eislaufstühle

 27. Januar 2017  No Responses »
Dez 142016
 

In der letzten Zeit habe ich nicht viel geschrieben oder gezeigt; nicht, weil es nichts zu erzählen gäbe; das Gegenteil ist der Fall. Ich komme einfach nicht dazu und wenn, dann funktioniert irgendwas am Zugang zum Internet nicht richtig.
Jetzt also mal ein Update:
Wir haben ein klein bisschen was von einer Pechsträhne. Zunächst war Martje am Tag, an dem die Wunde der extrahierten 4 Weisheitszähne inspiziert wurde, von einem Dreiradfahrer (die Dinger mit Kabine) von hinten angefahren worden, so dass der Lenker verriss und sie über den Lenker kopeister ging. Der Kopf war zum Glück nicht betroffen und entgegen der landläufigen Meinung unter den Ausländern in China wurde ihr von verschiedenen Seiten in der Situation geholfen. Nicht von dem, der sie angefahren hatte – der war sofort weg. Leider war sie auf die Hand gefallen und hatte ein Prellung und Abschürfung und blaue Flecken.
Nach 3 Wochen war die Hand noch nicht wieder in Ordnung, so dass wir einen Spezialisten hinzuziehen wollten.
Wie es dann so kommt, war auch JanIngmar´s Handgelenk durch das verdammte Skaten in Mitleidenschaft gezogen worden. Also machten wir einen gemeinschaftlichen Termin bei dem hervorragenden Arzt Zhang JianXin in der Beijing United Family Klinik aus. Der stellte bei JanIngmar einen Bruch in der Wachstumsfuge fest und bei Martje eine Verletzung der Handseitenknochen. Also bei beiden Ruhigstellung und keinen Sport für 5 Wochen.
Hände
Was soll man mit dem Jungen bloß machen? Er hört ja nicht und lässt sich auch nicht bremsen. Er wollte nur seine Kumpels beim Skaten filmen, was sein neuestes Hobby ist. Also rollte er neben seine tricksenden Freunden nebenher, und das ging auch so lange gut, bis er an einem Loch im Boden hängenblieb und abspringen musste. Leider war eine Treppe dahinter und er landete auf der vorletzten von 6 Stufen, knickte um und hat jetzt den Ärger.
Als er nach Hause kam, war der Fuß doppelt so dick wie er gehört, und wir fuhren sofort in die Unfallklinik. Dort war im Röntgen nix zu sehen, aber im CT ein Abriss eines Knochenstücks, an dem ein Band festhängt, zu verzeichnen. Da es noch keine fertigen Knochen sind, kann man nicht nageln oder schrauben. Da die Schwellung zu groß ist, kann er keinen Gips bekommen. Das waren 4 harte Tage für ihn, im Bett zu liegen, ständig das Bein hochzulagern und das Haus nicht zu verlassen.
autsch
Am liebsten möchte ich die Kinder festbinden und in Watte einpacken. Vielleicht fang ich mal mit der Toilette an und polster die ab. Das nötige Zubehör finde ich ja auf jedem gängigen Straßenmarkt.
Markttag
Wenigstens auffällig und so für den Straßenverkehr sicherer machen könnten wir die Kinder, indem wir ihnen ein Hello-Kitty-Outfit verpassen. Dann frieren sie jetzt im Winter auch nicht so doll.
hello-kitty
Jetzt hat JI für die letzte Schulwoche einen Leihkrankenstuhl und rollt durch die Schulflure. Angeblich kann er schon auf zwei Rädern Balance halten…

Die Ausstellung in der DSP, bei der wir die Dienstleistungskräfte in Scene gesetzt hatten, war leider mit schlechtem Kleber aufgezogen worden und kam dem Betrachter zu sehr entgegen. Sprich, sie fielen von den Wänden. Daher wurde reklamiert und da nicht nachgeklebt werden konnte, musste neu gedruckt und mit besserem Kleber neu aufgezogen werden. Daher fand sich an einem Sonntag beim Müllhaufen dieses Knäuel aus Körperteilen.
Ausstellung
Mit größter Wahrscheinlichkeit sehe ich dieses Bild noch einmal, denn diesmal ist der Druck grottenschlecht und es muss noch einmal gedruckt und geklebt werden. Ich bin gespannt.

Erfreuliches gibt es aber auch zu berichten:
Solveigh ist Mitte November mit 8 anderen Turnerinnen als DSP-Team nach Shanghai geflogen (nobel geht die Welt zugrunde) und hat dort an einem Turnwettkampf teilgenommen. Da sie erst seit diesem Sommer wieder das Turnen trainiert, hat sie leider keine Platzierung errungen. Die chinesische Gegnerschaft war einfach zu stark. Aber dabei zu sein ist bekanntlich alles.

Meine Kollegin Claudia (Turn-Trainer-mäßig gesehen) hat dafür gesorgt, dass noch mehr Kinder auch in Beijing am vorigen Wochenende die Gelegenheit haben, sich mit anderen zu messen. Diesmal hat sich das harte Trainieren ausgezahlt und auch Solveigh konnte zwei Medaillen nach Hause tragen. Wobei ich sagen muss, dass ich eine solche Flut an Medaillen noch nie gesehen habe.
2016-12-10_Turnwettkampf_13
Aber Solveigh war wirklich gut und hat die Plaketten voll verdient. Das Beste ist, dass die DSP zweimal Teamsieger war und damit alle Sieger waren.
2016-12-10_Turnwettkampf_10
Turnwettkampf WAB (28)
Die Leistungen der anderen Turnerinnen war übrigens sehr hoch, manchmal konnte man seine Augen nicht von den Kunststücken abwenden. Daher werden wir in den nächsten Turnstunden an dem doppelten Flickflack mit anschließendem Rückwärtssalto arbeiten.
2016-12-10_Turnwettkampf_15

Gestern nun wurde die Ausstellung der Fotos, die ich mit meinem chinesischen Fotografen-Freund HeYou fotografiert hatte, eröffnet. Das war ein Schulevent gewesen, der vom Goethe-Institut organisiert worden war. Im Juni hatte David Fermer, der im WDR eine kleine Kindersendung für Kinder macht, von einer Auswahl deutscher und chinesischer Schüler Handpuppen basteln und damit kleine Filme erstellen lassen. Gestern war nun die Zeremonie, bei der die Zusammenarbeit zwischen einer der renommiertesten chinesischen Schulen und der Deutschen Botschaftsschule besiegelt wurde.
RenDa
RenDa
So, das war ein erster Abriss der vergangenen Wochen. Es gibt natürlich noch mehr zu berichten.
Der Titel mit dem Pech stimmt nicht, schon alleine weil ich ein positiv denkender Mensch bin. Er ist natürlich gewählt, um möglichst viele Leute auf den Blogpost aufmerksam zu machen, denn nichts verkauft sich so gut wie schlechte Nachrichten. Uns allen weiterhin viel Glück! Und wenn ich es nicht mehr rechtzeitig schaffe, eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2017!

 14. Dezember 2016  Kommentare deaktiviert für Zhen bu qiao – Pech gehabt!
Nov 212016
 

Jetzt ist nicht nur in Windeseile der Herbst an uns vorbeigezogen, heute ist mit dem ersten Schneefall auch der Winter gekommen. Die Höchsttemperatur wird -3 Grad betragen.
Vorgestern konnte man noch gemütlich im Park Zeitung lesen.
Goldener Herbst
In Beijing ist in den letzten Wochen eine furchtbare Geschäftigkeit aufgekommen: In unserer Straße hat man alle Läden, die mit leicht provisorischer Bauweise erstellt worden waren (und die sich in den letzten 3 Jahren allerdings nicht geändert hatten) abgerissen und die Häuser schön geputzt. Angeblich dürfen in Wohnhäusern keine Geschäfte mehr untergebracht werden.
Aber die ganze Stadt wird gerade umgearbeitet. Selbst in der GuiJie, der Geisterstraße, in denen sich ein Restaurant ans andere reiht, bleibt kaum ein Stein auf dem anderen.
Abriss
Und so geht es weiter. Es sollen nach und nach alle interessanten Märkte, die den Charme von Beijing bisher ausgemacht haben, entweder in Hochglanz-Malls umgebaut oder außerhalb der Stadt neu eröffnet werden. Und so sieht´s dann aus: leere Hallen, die aussehen wie überall in den Metropolen dieser Welt, in denen sich ein paar Reiche zum Kaufen und viele Arme zum Kucken tummeln.
Supermall
Den Kindern ist es egal, die finden überall einen Platz zum Spielen.
Rüstung_Kinder
Aber es sind nicht alle so kreativ (oder arm), um sich die Rüstung aus Pappkarton selber zu machen. Daher gibt es diesen ganzen Plastikscheiß, der ja meistens in China hergestellt wird, auch hier zu kaufen, und das in viel größeren Dimensionen als wir es aus Deutschland kennen.
Halloween
Es ist ein Jammer. Gut, vieles wird auf alt gemacht und ist auf den ersten Blick wieder charmant, aber wer die Entwicklung miterlebt, verzieht säuerlich das Gesicht.
Baustelle YongHeGong
Die türkisgrüne Wand ist der Altbau!
mauer alt und neu
Hier steht ein Arbeitszimmer.
Arbeitszimmer
Und so etwas wird man in Zukunft immer weniger sehen: ein Arbeitssaal, in dem kein Computer steht. Das Bild ist schon ein paar Wochen alt, ich weiß nicht, ob es den Raum , geschweige denn das Gebäude überhaupt noch gibt.
Computerloses Büro
Über neuneinhalb Jahre Bauzeit für ein einziges Gebäude (Elbphilharmonie z.B.) kann man in China jedenfalls nur lachen.
Dafür sieht es dann manchmal eben so aus.
Strom und so (2)

 21. November 2016  No Responses »
Sep 272016
 

Jetzt zieht auch in Beijing der Herbst ein. Starke Regenfälle wechseln sich mit Sonnenschein und Nebel (natürlich mit etwas Smoke vermischt) ab. Im Vergleich mit Deutschland ist es noch immer angenehm warm.
Seit einigen Tagen trifft sich die Nachbarschaft gehobenen Alters immer in der frühen Abendzeit zum Polonaise-gehen. Mich rührt es immer wieder an, wenn ich sehe, wie selbstverständlich der Straßenraum genutzt wird und wie egal es eigentlich ist, was die „Anderen“ denken. Einfach machen – auch mal eine gute Idee.
Tänzer bei Nacht
Fünf Meter entfernt davon steht dieser Sessel, damit an der Stelle kein Auto parkt. Es wird nämlich langsam wirklich lästig, dass die Gehsteige und anderer öffentlicher Raum zugeparkt wird.
Regen

Die Verbotene Stadt wird zur Zeit renoviert.
verbotene Stadt
Auch im Schlafrock kann man dort Besichtigungen machen:
bubbles

Spielplätze gibt es auch in den Hutongs. Manchmal sind sie nur kurz bespielbar.
Spielplatz

Im Markt ist immer irgendwas interessant.
show me!
Dies Käfigtier kauft mit seinem Herrchen Gemüse und Tofu.
Bird goes shopping

Auf der Straße.
puppies

Melonenverkäuferin
Melonenverkäuferin

Regen muss man wegen zu viel Segen manchmal fegen.
Regenfegen
Und so wirds gemacht. Einmal am Tag muss man sich einen neuen Besen machen.
Straßenfeger
So macht amn Besen

Der Thron des Parkwächters:
Thron des Parkwaechters

Ich hab jetzt ein neues Telefon. Um alle meine sozialen Netzwerke wiederherzustellen, braucht es seine Zeit. Und WeChat, das chinesische Pendant zu WhatsApp ist da etwas speziell.
Als ich mich nämlich dort verifizieren will, wird mir diese Seite angezeigt, auf der ich zwei Freunde anklicken soll. Nur dass das klar ist, die Person oben rechts ist nicht mein Freund/oder gar meine Freundin.
dasgibtsdochnicht

 27. September 2016  No Responses »
Jul 032016
 

Wir sind schon ein paar Tage in Deutschland, haben aber vor dem Flug noch ein paar freie Tage in Beijing verbracht. An einem Abend war Steffi mit Partner eingeladen, in der Residenz des Botschafters der Verleihung des Bundesverdienstkreuzesordens beizuwohnen. Hab grad gelernt, dass es Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland heißt. Selbstverständlich fahren wir mit dem Rad dorthin.
auf zu neuen Taten
Der Orden wurde an Yu Long verliehen, der als Generalmusikdirektor und Dirigent des Chinesischen Sinfonieorchesters und noch viel mehr Orchestern und Initiator von Musik-Festivals auch in Deutschland viel bewegt hat. Meinen chinesischen Freunden war er jetzt nicht bekannt, aber die interessieren sich auch nicht für klassische Musik. Auf jeden Fall bekamen wir ein hochklassiges und klassisches Konzert von Schülern der besten Musikschule Pekings vor der eigentlichen Zeremonie zu hören. Übrigens finde ich mein Bild besser gelungen als die „offiziellen“ Bilder der Botschaft.
Bundesverdienstkreuzverleihung

Am Tag vorher waren wir mit den Kindern im piekfeinen vegetarischen Restaurant. Speisekarten gibt es nicht mehr: man bestellt heute auf dem iPad.
So bestellt man heute

Im Künstlerviertel 798 ist seit geraumer Zeit ein Teil des Goethe-Instituts untergebracht. Dort lief ein Performance-Workshop. Manchmal ist es etwas befremdend – aber das soll es ja wohl auch sein. Diese junge Frau stand etwa eine Viertelstunde mit der Plastiktüte auf dem Kopf regungslos, blies immer wieder von innen dagegen, bis ein Windstoß sie mit Hilfe der als Drachen fungierenden Tüte befreite.
Performance Workshop Goethe
Diese Frau spielte mit der halbdurchsichtigen Spiegeltür.
Performance Workshop Goethe

Kinderwagen setzen sich langsam auch in China durch (bisher wurden Kinder nur in Hackenporsches gefahren oder auf dem Rücken getragen).
Baby Transport

Muss man sich mal vorstellen: die Zapfen werden alle von den Bäumen geholt, damit alles schier ist. So macht man Vollbeschäftigung.
Zapfen entfernen

Im Bällebad:
Ball Bad

Es sieht ein bisschen traurig aus, wie da zwei Chefs eine Putzfrau beaufsichtigen, aber so ist das nun mal: jeder hat seine Aufgabe und macht seine Arbeit.
irgendwo in China

Bäume:
Flughafen BJ
Wald

Wir düsen dann mal ab und schauen, wie der Wald in Deutschland aussieht.
Flughafen BJ

 3. Juli 2016  No Responses »
Jun 252016
 

Endlich Schulschluss, endlich Ferien! Die chinesischen Kinder müssen noch ein paar Tage, aber wir haben jetzt am Freitag den letzten Tag gehabt.
Endlich Ferien!

Kinderspiele sind überall die gleichen.
Abklatschen

Es ist inzwischen so heiß geworden, dass man kaum noch in der prallen Sonne sein mag. Geschweige denn viel anhaben. Auch wenn es mancher anders gut fände, so freizügig können nur die Männer.
Männerwirtschaft

Nicht nur Vögel sollen mal an die frische Luft, auch die Schildkröten und Fische dürfen raus.
Aqaurium über Vogelkäfig

Das Sams lässt grüßen. Wenn man ein Unwohlsein hat, geht man zum Schröpfen.
geschröpft

Irgendwie sind heute alle gut gelaunt.
Hallo!

Hallo!

Eins der vielen Abschiedsessen fand in Hua´s Restaurant statt. Vor kurzem war Herr Gauck auch dort.
Hier könnte dein Bild hängen...

Das Essen ist dort aber auch wirklich gut. Und als Beweis für die guten Zutaten und sorgfältige Zubereitungsweise zeigen alle, was sie können.
Köche in Hua´s Restaurant

Nüsse bewegen.
Nuss

In dieser Flasche ist kein Wasser (mehr). Das kommt von den Taxifahrern, die keine Zeit haben, irgendwo eine gepflegte Toilette aufzusuchen. Sieht man oft am Straßenrand.
Kein Wasser

Wer Zeit hat, kann einfache an der Schnellstraße sitzen und seinen Drachen steigen lassen.
Drachensteigenlasser

Oder er bringt Hund und Vogel dorthin.
Vogel an der Autobahn

Beim Barbier.
Beim Friseur an der Baustelle

 25. Juni 2016  No Responses »
Jun 162016
 

In letzter Zeit gibt es ein paar Straßen in Beijing, deren Bürgersteige aufgerissen und neu verlegt werden. Wenn es nun ein Geschäft gibt, das von der Straßenseite aus seinen Verkauf bewerkstelligt, darf der Handel selbstverständlich nicht zum Erliegen kommen. Also muss man sich was einfallen lassen.
So sehen Verkaufstellen der Zugfahrkarten häufig aus: Ein klitzekleines Fenster, vergittert, so groß, dass keine Pistole hindurchpasst. Da Waffen sowieso strengstens verboten sind, außer für die Polizei und das Militär, finde ich diese Maßnahme etwas übertrieben, vor allem, da ich mir nicht vorstellen kann, dass Zugfahrkarten dermaßen begehrt sein sollen, dass sich ein Überfall lohnt.
Der Verkauf geht weiter
oder so:
Der Verkauf geht weiter
Wo keine Treppe ist, da macht man eine.
Der Verkauf geht weiter

Der Verkauf geht weiter

Der Verkauf geht weiter
Luxusvariante :
Der Verkauf geht weiter

Und wenn der Verkauf auch durchs Fenster nicht mehr funktioniert, kann man immer noch in der U-Bahn oder auf der Straße verkaufen.
U-Bahn-Shops

Der Verkauf geht weiter

 16. Juni 2016  No Responses »