Sep 102017
 

Nicht um NeuNuhr, sondern schon um 8 ging es los, DER Event des Jahres: Dieter Nuhr war von der Botschaft eingeladen worden, sein Buch (Autobiografie – Die Rettung der Welt) vorzustellen.
Da man feststellen musste, dass die Botschaft nicht über die ausreichenden Räumlichkeiten verfügt, wurde die Schule als Veranstaltungsort ausgewählt. Man stellte dann fest, dass selbst die Aula nicht ausreicht, da sie nur 400 Personen fasst. Also wurden draußen Stühle und Bänke aufgestellt und ein Beamer gemietet. Als Doris Dörrie kam oder Volker Schlöndorff, war die Aula nur knapp voll geworden, weil ein Haufen Chinesen aufs Gelände gelassen wurden. Martin Walsers Auftritt gar wurde nur mit der Zwangsverpflichtung von Deutschklassen halbwegs belebt.
Dieter_Nuhr an der DSP
Da kann man mal sehen, wenn jemand durch das Fernsehen berühmt ist, kommen alle. Und wollen sich um ihn scharen. Die Aura des Stars atmen.
neunuhr
Eigentlich ist er ja nur in Beijing, weil er als Fotograf bei seinen Reisen Fotos gemacht hat, die in einer Ausstellung in CaoChangDi gezeigt werden. Es sind respektable Bilder, wie wir uns heute überzeugen konnten. Mir waren zu wenig Menschen drauf.
nuhr-gallerie
Schließlich gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft noch mehr Kunstgalerien. In einer war grade Vernissage (Ink-Studio) bei der ein international bekannter chinesischer Künstler (Dai GuangYu) ausstellt. Es war nicht so trocken wie es sonst sein kann: Ein Bild war in Quadrate aufgeteilt und jeder, der wollte, konnte ein Stück des Bildes nachmalen. Na klar wollte ich auch. Bin ja schließlich Künstler!
Dai-GuangYu
Das hat Spaß gemacht. Schade, dass unsere Kinder mal wieder dachten, die Alten machen was Langweiliges und nicht mitgekommen waren.
Nachher ging ich noch Wände schieben.
X1000088

 10. September 2017  No Responses »
Aug 242017
 

Mit Blick auf den Verkehr in Deutschland ist der chinesische Ablauf auf der Straße natürlich katastrophal. Allerdings wird man auch nicht nachts im Park, weil man ohne Licht fährt, von der Polizei angehalten, wie es mir im Sommerurlaub gegangen ist.
Im Gegenteil, in Beijing fährt auch die Polizei mal gegen den Strom. (Man erkennt unschwer, dass das Bild schon fast 2 Jahre alt ist, denn man sieht kein Leihfahrrad auf der Straße)
Gegenverkehr
Das ist es, weswegen wir den Verkehr in Peking so lieben, man kommt durch, obwohl alle gegen die Regeln verstoßen (die es übrigens gibt). Und keiner regt sich auf, wenn jemand den Verkehr ein wenig behindert. (Außer den Ausländern)
Am chaotischsten ist es immer wenn es regnet, wie in der letzten Woche, dann bekommt man kein Taxi und der Müll wird auch nicht von der Straße weggemacht, weil die Straßenfeger wieder mal Wasser fegen müssen. Die Wasserabläufe sind entweder zu hoch eingebaut oder die Straße zu niedrig.
Regen
Nach dem Regen wächst alles wie verrückt, auch der Rost.
Rost
Mit dem Fahrrad kommt man natürlich trotzdem überall durch. Die neuesten Leihfahrräder von OFO haben, lizensiert oder nicht, Minionscharakter. Ist mir erst im nachhinein aufgefallen, dass die Glubschaugen am Lenker etwas komprommitierend angebracht sind.
OFO-Bike
Weil´s so schön ist, zeige ich noch ein Bild von einem eBike, dessen Fahrer die Schönheit eines Verbrennungsmotor vermisst haben muss.
eBike
Im übrigen passieren selbstverständlich auch Unfälle, selten sind sie jedoch schwer, weil die Leute in letzter Sekunde doch nicht drauflosfahren, sondern verspätete Rücksicht nehmen.
Als ich im letzten Jahr mit Solveigh an der letzten Kreuzung bei Kirschgrün nicht mehr über die Ampel kam, raste ein Typ noch an uns vorbei, merkte aber, dfass er sich falsch eingeschätzt hatte, musste ausweichen und schlidderte über den Asphalt. Vorher knallte er aber noch mit dem Kopf auf die Fahrbahn. Wir waren die ersten, die die Unfallstelle sicherten.
Unfall
Er blutete nahezu sofort aus dem Ohr, weswegen wir andere, die angehalten hatten, baten, einen Krankenwagen zu rufen. Eine Heilkundige; und das ist das Gute an TCM, dass das Heilwissen in der Bevölkerung weit verbreitet ist, wies gleich andere Passanten an, an bestimmten Stellen am Körper feste zu pressen, um die Blutung zu stoppen und den Mann wieder zu Bewusstsein zu bringen.
Das gelang nach 2 Minuten auch tatsächlich. Er wurde auf eigenen Beinen stehend zum Gehweg eskortiert.
Unfall
Wir hoffen, das nie selber erleben zu müssen.

 24. August 2017  No Responses »
Aug 032017
 

Deutschland, bei Hamburg
Regen in D
China, Beijing
Schwimmen im LiangMaHe

Ich weiß, der Vergleich ist gemein.

 3. August 2017  No Responses »
Aug 032017
 

Ich dachte, mit den Fahrrädern wäre langsam mal gut, aber nein, es werden immer mehr. Teilweise verstopfen sie schon die Bürgersteige, so dass man gar nicht mehr gehen kann. Man muss fahren!
Leihfahrradchaos
Leihfahrradchaos
Leihfahrradchaos
Change
Wie schon mal gesagt, man kann kein Foto mehr machen, ohne dass ein OFO-Bike mit aufs Bild kommt.
Change
Im Hutong.
HutongKid
Neuerdings gibt es noch mehr Marken, die sich mit neuem Design von der Konkurrenz abheben müssen. Die letzte Kreation ist so hübsch in Folie verpackt wie so manches Auto und kommt mit Ladekabel für sämtliche Smartphones.
Leihfahrrad
Leihfahrrad
Leihfahrrad
Wenn mehr Geld vorhanden ist, kann man sich ein cooles Autochen anschaffen, das überall durch kommt.
Mister America
Es ist klar, dass Autos die Straßen verstopfen und dass eine Alternative dringend erforderlich ist. Leider ist ein tolles großes Auto noch immer der große Traum.
Hutongverkehr
Ich hoffe, sie verstopfen die U-Bahn-Eingänge nicht komplett.
Hutongverkehr
Zum Vergleich noch mal, wo die Reise hingeht, wenn Chinesen reich werden:
Crazy Car

 3. August 2017  No Responses »
Mrz 112017
 

Die letzten kalten Tage sind jetzt wohl endlich vorüber. Ein kurzer Blick zurück auf den Winter. Wir hatten in Beijing nur einmal Schnee.
Snowcars
Normalerweise fegt und wässert er in unserem Compound.
GuojiYouyi
Weil uns das natürlich nicht reichte, sind Solli und ich nach Nanshan zum Schneegleiten gefahren. Sie Snowboard, ich Ski. Der Schnee backste aber schon ziemlich und von rasenden Talfahrten konnte nicht die Rede sein. Zum Snowboardlernen allerdings ideal.
Nanshan
Etwas merkwürdig, wenn ringsum alles braun ist.
Nanshan
Nanshan
Die Flüsse und Kanäle sind jetzt auch wieder eisfrei.
Angler in BJ
Am letzten richtig kalten Tag besprühte der Gärtner im ZuoJiaZhuang-Park die Bäume und Sträucher publikumsanziehend schön.
Eis
Eis
Jetzt macht das Tanzen draußen wieder Spaß und die Wäsche kann auch wieder nach draußen auf den Zaun.
Fächertanz
Wäsche aufhängen
Die morgendlichen Blicke über das CBD sehen fast immer so aus. Smog ist selten, wahrscheinlich weil grade der Volkskongress tagt.
CBD Beijing

 11. März 2017  No Responses »
Mrz 012017
 

Dieses Kunstwerk habe ich vor längerem bereits im TodayArtMuseum gesehen, vor kurzem war es im CAFA Museum, dem Museum der Kunsthochschule, zu sehen. Leider weiß ich nicht, von wem es ist.

Manchmal ist es nicht so wie es scheint.
Kunst2 Vorderseite

Von der Rückseite bietet sich ein anderes Bild:
Kunst1 Rückseite

 1. März 2017  No Responses »
Feb 162017
 

Im letzten Jahr war er bereits da. Unter der nächstgelegenen SanYuan-Brücke lag ein Haufen Dinge, die man vielleicht am ehesten als Müll bezeichnen würde. Für den einen ist es ein Schokoriegel, für den anderen die längste Praline der Welt…
Der, für den der Haufen einen Schatz darstellt, ist im Rollstuhl unterwegs, und ich hatte ihn bei meinen kurzen Fahrten zur Schule schon im letzten Jahr oft gesehen, wie er sich langsam durch den Verkehr schiebt. Dabei war er mir besonders aufgefallen, weil er stets ein Lachen auf dem Gesicht trug.
Lao Chen
Lao Chen schläft unter der Brücke, wohnt dort und ich fragte mich immer, wie man es bei der Kälte dort draußen aushalten kann, wenn wir manchmal sogar in unserem Schlafzimmer frieren.
Lao Chen
Gerade an dem Tag im letzten Jahr, an dem ich Zeit hatte und ihn ansprechen wollte, war er fortgewesen und sein ganzes Zeug war offensichtlich von der Müllabfuhr entsorgt worden.
Jetzt war er wieder da und ich fragte ihn nach seiner Geschichte. (Das ist natürlich schwierig, weil ich noch lange kein Chinesisch kann. Mit einem Freund als Übersetzer ging es dann doch. Ob alles stimmt, was er uns erzählte, kann ich natürlich nicht garantieren, aber ich habe keinen Grund, das Gegenteil anzunehmen.)
Als ich es das erste Mal allein versuchte, blieben einige Chinesen stehen, machten Fotos von uns und drückten ihre Be- oder Verwunderung aus, dass sich ein Ausländer mit ihm beschäftigt. Eine junge Frau sagte, sie käme jeden Tag hier vorbei und sehe das erste Mal jemanden mit ihm reden. Wundert mich nicht, wo man nicht mal im Fahrstuhl Hallo sagt, wenn jemand zusteigt. So ist China nun mal.
Lao Chen ist seit 1993 auf der Straße. Das sind mehr als 20 Jahre! Er ist 50 Jahre alt, 3 Jahre jünger als ich.
Davor arbeitete er bei einer Eisenbahngesellschaft. Während seiner Arbeit bekam er mit, dass seine Vorgesetzten korrupt waren und Geschäfte nebenbei machten. Er versuchte, das publik zu machen. Daraufhin wurde er zusammengeschlagen. Seitdem ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Er kann sich immerhin selber hinein und heraushieven.
Sein Vater setzte sich dafür ein, dass ihm eine Entschädigung erteilt wird. Daraufhin wurde auch er zusammengeschlagen. An den Folgen der Prügelei starb er.
Lao Chen gab nicht auf, um Gerechtigkeit zu kämpfen, kam aber in Wuhan, wo er herkommt, vor Gericht nicht weiter, seitdem versucht er sein Glück in Beijing und hofft, eines Tages bei einem höheren Gericht in der Hauptstadt Erfolg zu haben.
Er lebt auf der Straße, denn es gibt keine Sozialstation, bei der er um ein Dach bitten kann oder eine Beijinger Tafel, bei der er sich Essen holen kann. Einige Zeit war er in der Nähe der amerikanischen Botschaft, bis er dort von Wachpersonal vertrieben wurde. Immerhin steckten ihm Botschaftsmitarbeiter Geld zu, erzählt er.
Offiziell gibt es gar keine Obdachlosen, also braucht man auch nichts dagegen tun. Oder für sie. Während eines Gesprächs mit ihm kam ein anderer Chinese an und schlug vor, er solle doch arbeiten gehen, er könne doch wie der andere Mann unter der Brücke als Parkwächter tätig sein. Immerhin wird er von der Polizei selten weggeschickt, weil er auf den Rollstuhl angewiesen ist und Polizisten auch in China normalerweise keine Unmenschen sind.
Lao Chen
Sein Essen sucht er sich in der Umgebung zusammen. Dafür hat er eine T-förmige Eisenstange, mit der er Mülltonnen durchsucht. Mit zusammengesammeltem Holz kann er seinen Wassertopf erhitzen und Suppe kochen.
LaoChen
Manchmal schenken ihm Passanten Geld oder Essen. Ich war mit ihm in einem nahgelegenen Nudelrestaurant, das gewählte Essen war das billigste Gericht auf der Karte und er war nicht zu etwas teurerem zu überreden.
Lao Chen
Wenn er mal wie am Tag, an dem ich ihn begleitete, ein angebrochene Flasche Schnaps findet, freut er sich darüber, sich kurzfristig in der Kälte der Nacht innerlich wärmen zu können.
Lao Chen
Zur Toilette geht er nicht. Er pinkelt in eine Flasche und große Geschäfte macht er verborgen unter seiner Decke und entsorgt „es“ dann in der Natur.
Lao Chen
Ich fragte ihn, was er brauchen könne. Erwartet hatte ich etwas, das ich im nächsten Laden kaufen könnte oder Geld. Seine Antwort war jedoch ZhengYi – Gerechtigkeit. Das kann ich selbstverständlich nicht bieten. Was ich tun kann, ist regelmäßig bei ihm vorbeizufahren und ihm etwas mitbringen, was er sonst nur schwer bekommt oder sich nie kaufen würde. Und wichtiger ist vielleicht noch, kurz mit ihm zu sprechen und Aufmerksamkeit schenken. Sein Lächeln ist dann für mich ein schönes Mitbringsel.
Lao Chen

 16. Februar 2017  Kommentare deaktiviert für Obdachlose gibt es nicht
Jan 272017
 

Seit dem Sommer hat Beijing sich verändert. Leider zum Schlechten. Finde ich. Irgendjemand in der Stadtregierung hat sich überlegt, die Wanderarbeiter und anderen nicht in Peking Gemeldeten aus der Stadt zu vertreiben.
Über die Jahre (vor unserer Ankunft 2013) haben sich kleine Zimmer zu größeren Läden entwickelt. Man hat einfach einen Verschlag, fest oder weitgehend mobil vor die Fenster gebaut und dann die Wand eingerissen. Selbstverständlich sind viele dieser Anbauten illegal entstanden. Es ist für viele der kleinen Geschäftsleute schwierig, die erforderlichen Unterlagen zu beschaffen, vielleicht ist es auch einfach zu teuer, die Erlaubnis zu bekommen, vor allem, da Korruption noch weit verbreitet ist.
Für uns haben die kleinen Geschäfte und Restaurants bisher den Charme unserer Gegend ausgemacht.
Dieser schöne Zustand wurde in den vergangenen Monaten rückgängig gemacht. Und zwar ruckzuck. Alles soll „schön“ werden.

Wenn man Chinesen aus Beijing zu dem Thema befragt, bekommt man eine andere Antwort. Die Sicherheit der Gebäude ist ein Hauptgrund, weswegen man es ganz oK findet, dass die Stadt in den letzten Monaten ein anderes Gesicht bekommen hat. Und dass hoffentlich die Bevölkerungsdichte in Beijing abnimmt, wird auch als positiv angesehen.
Ob für die Rückbauten Wanderarbeiter herangezogen wurden? Ich möchte darum wetten…
Den erwünschten Effekt hat es trotzdem nicht. Die Wohnungen sind zwar wieder zugemauert worden, aber dann stellen die Leute Hocker und kleine Treppen vor die Fenster und der Verkauf geht von da aus weiter.

Was das Fotografieren angeht, schwanke ich hin und her. Ich habe meine kleinen Projekte, die durch das kalte Wetter etwas leiden und in der Schule habe ich durch meine Frau auch durchaus Gelegenheit, meiner Fotoleidenschaft zu frönen.
Aber sonst fehlt mir die Motivation. Der Reiz des Neuen ist für Beijing einfach weniger geworden. Auch denke ich oft, wenn ich etwas Interessantes sehe, dass das andere Fotografen schon hundertmal besser abgelichtet haben. Da schlägt dann mein dünnes Selbstbewusstsein seinen Haken gegen mein Schienbein.
Ich weiß schon, was ich kann. Ich muss mich aber dazu zwingen.
Ein bisschen Glück ist wohl auch vonnöten.

Heute fangen die Ferien zum Chinese New Year (das Jahr des Hahns) an, eigentlich das Frühlingsfest, und die Chinesen statten ihre Wohnungen mit Glücksbringern aus und machen sich dann auf den Weg in ihre Heimat. In den nächsten zwei Wochen haben wir Beijing sozusagen für uns, denn mehr als die Hälfte der Pekinger kommt gar nicht von hier.
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Das Wetter ist meistens schön (sonnig), nur grün ist es noch nicht. Aber das kann man ja auch künstlich haben.
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Mit dem Frühlingsfest kommt auch eine Extrazahlung aufs Gehalt. Das ist der HongBao, der rote Umschlag. Darin befindet sich z.B. ein halber Monatslohn, den die Chinesen sofort wieder in neue Sachen anlegen. Die Geschäfte sind in der Zeit so voll wie nie.
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Mit Steffi habe ich letztens 20 Minuten an der Kasse vom Carrefour gestanden, auch, weil es in diesem westlichsten der Supermärkte keine Laufbänder an den Kassen gibt und es so viele Zahlungsmöglichkeiten gibt. Die Barzahlung ist hier fast ganz abgeschafft. Bankkarten sind noch gar nicht mal so häufig, denn inzwischen kann man mit WeChat (dem chinesischen WhatsApp) bezahlen und scannt einen Code, durch den dann das elektronische Portmonnaie belastet wird. Selbst auf dem Markt wird diese Art der Bezahlung immer häufiger.
Da fällt mir ein, dass ich letztes Jahr schon eines kaufen wollte: ein Paar Schlittschuhe.
eislaufstühle

 27. Januar 2017  No Responses »
Dez 142016
 

In der letzten Zeit habe ich nicht viel geschrieben oder gezeigt; nicht, weil es nichts zu erzählen gäbe; das Gegenteil ist der Fall. Ich komme einfach nicht dazu und wenn, dann funktioniert irgendwas am Zugang zum Internet nicht richtig.
Jetzt also mal ein Update:
Wir haben ein klein bisschen was von einer Pechsträhne. Zunächst war Martje am Tag, an dem die Wunde der extrahierten 4 Weisheitszähne inspiziert wurde, von einem Dreiradfahrer (die Dinger mit Kabine) von hinten angefahren worden, so dass der Lenker verriss und sie über den Lenker kopeister ging. Der Kopf war zum Glück nicht betroffen und entgegen der landläufigen Meinung unter den Ausländern in China wurde ihr von verschiedenen Seiten in der Situation geholfen. Nicht von dem, der sie angefahren hatte – der war sofort weg. Leider war sie auf die Hand gefallen und hatte ein Prellung und Abschürfung und blaue Flecken.
Nach 3 Wochen war die Hand noch nicht wieder in Ordnung, so dass wir einen Spezialisten hinzuziehen wollten.
Wie es dann so kommt, war auch JanIngmar´s Handgelenk durch das verdammte Skaten in Mitleidenschaft gezogen worden. Also machten wir einen gemeinschaftlichen Termin bei dem hervorragenden Arzt Zhang JianXin in der Beijing United Family Klinik aus. Der stellte bei JanIngmar einen Bruch in der Wachstumsfuge fest und bei Martje eine Verletzung der Handseitenknochen. Also bei beiden Ruhigstellung und keinen Sport für 5 Wochen.
Hände
Was soll man mit dem Jungen bloß machen? Er hört ja nicht und lässt sich auch nicht bremsen. Er wollte nur seine Kumpels beim Skaten filmen, was sein neuestes Hobby ist. Also rollte er neben seine tricksenden Freunden nebenher, und das ging auch so lange gut, bis er an einem Loch im Boden hängenblieb und abspringen musste. Leider war eine Treppe dahinter und er landete auf der vorletzten von 6 Stufen, knickte um und hat jetzt den Ärger.
Als er nach Hause kam, war der Fuß doppelt so dick wie er gehört, und wir fuhren sofort in die Unfallklinik. Dort war im Röntgen nix zu sehen, aber im CT ein Abriss eines Knochenstücks, an dem ein Band festhängt, zu verzeichnen. Da es noch keine fertigen Knochen sind, kann man nicht nageln oder schrauben. Da die Schwellung zu groß ist, kann er keinen Gips bekommen. Das waren 4 harte Tage für ihn, im Bett zu liegen, ständig das Bein hochzulagern und das Haus nicht zu verlassen.
autsch
Am liebsten möchte ich die Kinder festbinden und in Watte einpacken. Vielleicht fang ich mal mit der Toilette an und polster die ab. Das nötige Zubehör finde ich ja auf jedem gängigen Straßenmarkt.
Markttag
Wenigstens auffällig und so für den Straßenverkehr sicherer machen könnten wir die Kinder, indem wir ihnen ein Hello-Kitty-Outfit verpassen. Dann frieren sie jetzt im Winter auch nicht so doll.
hello-kitty
Jetzt hat JI für die letzte Schulwoche einen Leihkrankenstuhl und rollt durch die Schulflure. Angeblich kann er schon auf zwei Rädern Balance halten…

Die Ausstellung in der DSP, bei der wir die Dienstleistungskräfte in Scene gesetzt hatten, war leider mit schlechtem Kleber aufgezogen worden und kam dem Betrachter zu sehr entgegen. Sprich, sie fielen von den Wänden. Daher wurde reklamiert und da nicht nachgeklebt werden konnte, musste neu gedruckt und mit besserem Kleber neu aufgezogen werden. Daher fand sich an einem Sonntag beim Müllhaufen dieses Knäuel aus Körperteilen.
Ausstellung
Mit größter Wahrscheinlichkeit sehe ich dieses Bild noch einmal, denn diesmal ist der Druck grottenschlecht und es muss noch einmal gedruckt und geklebt werden. Ich bin gespannt.

Erfreuliches gibt es aber auch zu berichten:
Solveigh ist Mitte November mit 8 anderen Turnerinnen als DSP-Team nach Shanghai geflogen (nobel geht die Welt zugrunde) und hat dort an einem Turnwettkampf teilgenommen. Da sie erst seit diesem Sommer wieder das Turnen trainiert, hat sie leider keine Platzierung errungen. Die chinesische Gegnerschaft war einfach zu stark. Aber dabei zu sein ist bekanntlich alles.

Meine Kollegin Claudia (Turn-Trainer-mäßig gesehen) hat dafür gesorgt, dass noch mehr Kinder auch in Beijing am vorigen Wochenende die Gelegenheit haben, sich mit anderen zu messen. Diesmal hat sich das harte Trainieren ausgezahlt und auch Solveigh konnte zwei Medaillen nach Hause tragen. Wobei ich sagen muss, dass ich eine solche Flut an Medaillen noch nie gesehen habe.
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Aber Solveigh war wirklich gut und hat die Plaketten voll verdient. Das Beste ist, dass die DSP zweimal Teamsieger war und damit alle Sieger waren.
2016-12-10_Turnwettkampf_10
Turnwettkampf WAB (28)
Die Leistungen der anderen Turnerinnen war übrigens sehr hoch, manchmal konnte man seine Augen nicht von den Kunststücken abwenden. Daher werden wir in den nächsten Turnstunden an dem doppelten Flickflack mit anschließendem Rückwärtssalto arbeiten.
2016-12-10_Turnwettkampf_15

Gestern nun wurde die Ausstellung der Fotos, die ich mit meinem chinesischen Fotografen-Freund HeYou fotografiert hatte, eröffnet. Das war ein Schulevent gewesen, der vom Goethe-Institut organisiert worden war. Im Juni hatte David Fermer, der im WDR eine kleine Kindersendung für Kinder macht, von einer Auswahl deutscher und chinesischer Schüler Handpuppen basteln und damit kleine Filme erstellen lassen. Gestern war nun die Zeremonie, bei der die Zusammenarbeit zwischen einer der renommiertesten chinesischen Schulen und der Deutschen Botschaftsschule besiegelt wurde.
RenDa
RenDa
So, das war ein erster Abriss der vergangenen Wochen. Es gibt natürlich noch mehr zu berichten.
Der Titel mit dem Pech stimmt nicht, schon alleine weil ich ein positiv denkender Mensch bin. Er ist natürlich gewählt, um möglichst viele Leute auf den Blogpost aufmerksam zu machen, denn nichts verkauft sich so gut wie schlechte Nachrichten. Uns allen weiterhin viel Glück! Und wenn ich es nicht mehr rechtzeitig schaffe, eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2017!

 14. Dezember 2016  Kommentare deaktiviert für Zhen bu qiao – Pech gehabt!
Nov 212016
 

Jetzt ist nicht nur in Windeseile der Herbst an uns vorbeigezogen, heute ist mit dem ersten Schneefall auch der Winter gekommen. Die Höchsttemperatur wird -3 Grad betragen.
Vorgestern konnte man noch gemütlich im Park Zeitung lesen.
Goldener Herbst
In Beijing ist in den letzten Wochen eine furchtbare Geschäftigkeit aufgekommen: In unserer Straße hat man alle Läden, die mit leicht provisorischer Bauweise erstellt worden waren (und die sich in den letzten 3 Jahren allerdings nicht geändert hatten) abgerissen und die Häuser schön geputzt. Angeblich dürfen in Wohnhäusern keine Geschäfte mehr untergebracht werden.
Aber die ganze Stadt wird gerade umgearbeitet. Selbst in der GuiJie, der Geisterstraße, in denen sich ein Restaurant ans andere reiht, bleibt kaum ein Stein auf dem anderen.
Abriss
Und so geht es weiter. Es sollen nach und nach alle interessanten Märkte, die den Charme von Beijing bisher ausgemacht haben, entweder in Hochglanz-Malls umgebaut oder außerhalb der Stadt neu eröffnet werden. Und so sieht´s dann aus: leere Hallen, die aussehen wie überall in den Metropolen dieser Welt, in denen sich ein paar Reiche zum Kaufen und viele Arme zum Kucken tummeln.
Supermall
Den Kindern ist es egal, die finden überall einen Platz zum Spielen.
Rüstung_Kinder
Aber es sind nicht alle so kreativ (oder arm), um sich die Rüstung aus Pappkarton selber zu machen. Daher gibt es diesen ganzen Plastikscheiß, der ja meistens in China hergestellt wird, auch hier zu kaufen, und das in viel größeren Dimensionen als wir es aus Deutschland kennen.
Halloween
Es ist ein Jammer. Gut, vieles wird auf alt gemacht und ist auf den ersten Blick wieder charmant, aber wer die Entwicklung miterlebt, verzieht säuerlich das Gesicht.
Baustelle YongHeGong
Die türkisgrüne Wand ist der Altbau!
mauer alt und neu
Hier steht ein Arbeitszimmer.
Arbeitszimmer
Und so etwas wird man in Zukunft immer weniger sehen: ein Arbeitssaal, in dem kein Computer steht. Das Bild ist schon ein paar Wochen alt, ich weiß nicht, ob es den Raum , geschweige denn das Gebäude überhaupt noch gibt.
Computerloses Büro
Über neuneinhalb Jahre Bauzeit für ein einziges Gebäude (Elbphilharmonie z.B.) kann man in China jedenfalls nur lachen.
Dafür sieht es dann manchmal eben so aus.
Strom und so (2)

 21. November 2016  No Responses »