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Skilaufen in Beijing

Natürlich kann man in Beijing skilaufen. Schließlich sind 2022 hier die Olympischen Winterspiele angekündigt.
Leider schneit es im Winter nie (an ein – zwei Tagen vielleicht doch). Da es kalt ist, lohnt es sich, Wasserdampf in die Luft zu pusten und auf dem entstandenen Kunstschnee Sport zu treiben. Das Skigebiet von Nanshan ist nicht groß und es gibt nur eine „schwarze“ Piste, aber es ist nur etwa eine Stunde Busfahrt entfernt.
Daher ist nur an einigen Stellen weiß.

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Es war etwas schwierig, hinzukommen. Da wir mit dem Shuttlebus fahren wollten, wie in den Jahren davor, rief ich die altbekannte Nummer an. Ich gab an, mit dem Bus fahren zu wollen und dass ich Skitickets vorbestellen wollte. Leider wurde das nicht an den Busbegleiter weitergegeben, so dass wir an der Haltestelle glatt stehengelassen wurden. Am nächsten Tag klappte es besser. Ich hatte noch versucht, per Wechat Karten zu bestellen, aber selbst das konnte ich nicht, weil die App, auf die auf der englischen Internetseite hingewiesen wird, nur auf Chinesisch ist. Der einzigen englischsprachigen Mitarbeiterin war die verschusselte Bestellung unangenehm und sie versicherte mir, dass es diesmal klappen würde. Wenn ich keine Bezahlung per Smartphone tätigen hätte können, wäre es allerdings schwierig geworden. Es gibt etliche Läden in China, wo sich nur noch unbar bezahlen lässt.
Daher kann man auch fast überall an öffentlichen Plätzen sein Telefon laden.
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Dank Chinesischem Neujahr waren die Pisten nicht sehr voll.
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Die schwarze Piste:
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Mittags gibt es Tütensuppe. Heißes Wasser bekommt man in China fast überall umsonst.
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Und dann schnell wieder auf die Piste, St. Vader!
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Seit einigen Jahren erfreut sich Snowboardfahren zunehmender Beliebtheit. Weil man ungern auf den Hintern fällt und sich am Steiß was wehtut, sind Pokissen in Mode gekommen. Anbei ein paar Beispiele.
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Spongebob war am einfallsreichsten.
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Denn Kniekissen runden das Gesamtpakekt ab.
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Dies hab ich auf der Piste nicht gesehen:
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Man kann in China einfach alles tragen, ohne groß aufzufallen.

Chinese New Year 2019

Wie jedes Jahr machen sich Millionen Chinesen auf in ihre Heimat, um Freunde und vor allem Familie zu treffen. Es ist wie in Deutschland Weihnachten.
Die Fahrkarten für Flüge steigen in dieser Zeit auf den doppelten Preis. Nicht allein aus diesem Grund bleiben wir in Peking. Es ist nämlich auch relativ ruhig, die Leute sind entspannt und die Sehenswürdigkeiten sind wegen der vielen Urlauber sehenswerter.

An Türen und Säulen und Fenster werden Glückssymbole gehängt.
sleep is a nice companion

Natürlich macht man sich Geschenke, Angestellte und Kinder bekommen Rote Umschläge mit Geld.
Gold

Rot müssen die Geschenke sein. Daher sind Kisten mit Erdbeeren oder Äpfel besonders beliebt. Diese Riesenäpfel schenkt man dem Chef oder dem/r Liebsten. Immerhin kostet EINER umgerechnet etwa 25 EURO.
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Wenn kein Kosmetikshop mehr geöffnet ist: Hier gibt es Lippenstift für die Liebste nach Ladenschluss.
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Oder der Paketdienst muss noch schnell was bringen. Auch Klopapier bestellt man heutzutage per Lieferservice.
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„Ich kenn die Adresse!“
Paketdienst "Ich kenn die Adresse!"

Rote Laternen hängen fast überall.
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Happy Chinese New Year!

Auf dem Eis

Solange es noch kalt genug ist, kann man auf den Kanälen und Seen herumschliddern.
Auf dem Hohai-See in der Nachbarschaft zur Verbotenen Stadt sind die Eislaufflächen eingezäunt, damit jemand damit Geld verdienen kann und die Sicherheit gewährleistet ist. Jeder wird gezählt und wenn das Eis nicht mehr tragen kann, werden die Pforten dicht gemacht.
In der Nähe zu unserem Zuhause fließt (eigentlich: ruht) der Liangmahe. Auf der einen Seite kann man Schlittschuhlaufen, auf der anderen wird gebadet. Hier kostet es auch nichts, mit den eigenen Schlittschuhen ein paar Runden zu drehen.
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Und geangelt.
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Stühle mit Kufen, wie man sie auch auf dem HoHai ausleihen kann, bringen manche Großeltern mit.
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Eisstuhl

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Aber auch kufenlos kann man seinen Spaß haben.
Eisstuhl

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Viele kommen mit professionellem Equipment und können auch noch damit umgehen.
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Wer so ein Dreirad sein Eigen nennen kann, hat alles dabei. Nach dem Training geht es wieder in die Kiste zum Teetrinken und Aufwärmen.
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Sehleute:
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So jetzt muss ich noch mal schnell los, bevor das Wetter zu warm wird.

Mall – Kaufhalle

Wer einkaufen will oder muss, kommt um sie nicht herum – Malls. Das sind Einkaufszentren auf Deutsch. Wenn man eine kennt, kennt man alle.
In Nuancen unterscheiden sie sich natürlich. Als ich heute JanIngmar und seine Klassenkameraden beim Einkaufen für ihr Catering bei den Schulveranstaltungen half, hatte ich noch ein wenig Zeit, um in der Mall, in der auch die METRO (in Deutschland kaufen da Gastronomen und so Leute ein) untergebracht ist, rumzuschauen. Im Obergeschoss gab es die Spieleparadiese. Hier können Kinder schwimmen lernen, im Bällebad toben oder Tanzen und Englisch lernen. Oder sie werden schon mal an Spielhallen gewöhnt.
Der Tag von kleinen Chinesen ist nämlich bis zum Abend ausgefüllt, da die Eltern nur das Beste für ihre Schätzchen wollen.
Schwimmbad:
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Eingang zum Spieleparadies (Am Eingang gibt es ein Zollwappen und das Schild sagt Grenzübergang):
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Spielhölle:
beYou

Ich glaube, die Schrift oben soll heißen: Alles für die Gesundheit der chinesischen Kinder. Ergonomische Stühle und Tische.
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Jetzt aber in die METRO! Der Chef begrüßt uns am Eingang persönlich:
Metro-Eingang

Ehrlich gesagt wissen wir gar nicht, was wir hier sollen, denn alles ist teurer als im Minimarkt um die Ecke.
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Schnaps vielleicht? Nee, den können wir uns gar nicht leisten. 50 Jahre gelagert, deshalb kostet die teuerste Flasche fast 25.000 Kuai=3.200€
Moutai

Xiao Qu – Compounds

Vielleicht muss man es noch mal erklären, weil es das so in Deutschland nicht gibt: Compounds oder Condomiums auf Englisch, XiaoQu auf Chinesisch, die Übersetzung wäre Kleiner Bezirk. Das bezeichnet alles ein mit Mauer umgebenes Gebiet, auf dem mehrere Wohnhäuser stehen. Von Guards mit unterschiedlichem Einsatz bewacht, wohnt man wie in einem kleinen Dorf, aber in Zeilenbauten oder Wohntürmen. Meistens gibt es einen kleinen Park, einen mini-Supermarkt oder wenigstens eine Stelle, wo man Wasserflaschen tauschen kann.
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Oder einen Fahrradmonteur. Die Wächter mit ihren Uniformen suggerieren ein gewisses Maß an abweisendem Eindruck, aber in die meisten Compounds kann man als Fußgänger hineingehen. Dieses Bild zeigt einige davon, hier teilen sich jeweils zwei Zeilenbauten einen Eingang.
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Im Winter sieht es doch etwas anders aus. Generell halte ich Peking für eine recht grüne Stadt.
Pano Jingandong
In dem letzten, den ich erkundet habe, gab es ein Restaurant und eine Waschstraße. Die Besitzer schlafen direkt im Nebenraum. So gehen sie sicher, dass nichts gestohlen wird.
Waschstrasse und Schlafzimmer
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Weil die wenigsten Wohnungen einen Abstellraum haben und auch in den Kellern dafür kein Platz ist, stehen in manchen Innenhöfen überdimensionierte Metallkoffer. Hier kann ein Fahrrad oder Kinderwagen stehen oder all das, was sich sonst in den Käfigen befindet, die vor den Fenstern als Einbruchsschutz dienen.
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Bonbon #26

Bei uns in der Nachbarschaft:
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Ich geh einmal die Woche im benachbarten Markt essen. Im 5. Stock gibt es einen Foodcourt. Der Fahrstuhl, der in den fensterlosen Raum führt, hat eine Glasfront nach draußen. Aus dem Fahrstuhl des Lichts flutet die Sonne in den Speisesaal.
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Und so sieht es in die andere Richtung aus. Auch während man isst, schiebt eine Putzfrau ihren Wagen durch die Reihen und räumt ab.
Foodcourt

Jetzt kommt der Herbst:
Herbstwind

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Bei unserer letzten Wanderung.
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Nicht nur als studierter Architekt haben auch Häuser es mir angetan.
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Ein typischer Eingang in der Golden Week vor Chinas Nationalfeiertag.
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In den Treppenhäusern solcher Häuser bieten Leute ihre Dienste an.
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Die unteren Geschosse wenigstens sind gut gesichert gegen Unterhosendiebe.
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Manchmal fotografiere ich auf Film.
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Bei den meisten Konditoreien kann man den Künstlern bei der Arbeit zuschauen.
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Wenn Feierabend ist. Die gelben Caps, auf denen Safe – Anquan steht, werden bis zur 7. Klasse von allen Schülern getragen. Danach ist Pubertät. Alles (fast) wie bei uns in D.
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Der verrückte Park bei IKEA.
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Neue Bekannschaft bei einem Spaziergang durch die Hutongs.
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Man kann sich auf der Straße durchwalken lassen.
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Von unserem Dach aus kann man auf die Dependence von Hua´s Restaurant schauen. Das mit den vielen Lichtern.
Hua´s-Restaurant

Das ist unser Nachbar gegenüber.. Rechts im Bild ist eines der anderen Häuser aus unserem Compound. Unseres liegt dahinter. Fotografiert aus dem Fahrstuhl des Lichts (s.o.) Die Scheiben sind schon etwas blind, was dem Bild das gewisse etwas gibt, finde ich.
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Noch ein Nachhauseweg, diesmal ohne Sicherheitsmütze. Gute Nacht!
müde-in-pink

StarWhores-Sammlung

Eines meiner Projekte ist jetzt endlich fertig geworden.
Seit einiger Zeit sah man an Pfosten, Bänken und vor allem Gehsteigen im Stadtbild immer mal wieder Aufkleber, die sowohl Frauenfotos als auch Telefonnummern zierten.
Die Haltbarkeit solcher Klebewerke war nie besonders lang. Manchmal kann der Straßenreiniger was dagegen ausrichten, aber ich glaube, die haben sich angesichts der Mengen an Aufklebern irgendwann geweigert, sie abzukratzen. Da die Dinger aus Papier sind, erledigt sich das Problem nach einer Weile von selbst. Regen, den wir hier selten haben, wäre natürlich dem Reinigungsvorgang noch weiter zuträglich.
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Aufkleber

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Daher hat man sich entschlossen, kurzerhand das unerwünschte Machwerk in Gehsteigfarbe überzupinseln.
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Irgendwann nach Wochen sieht man nicht mehr die Werbung an sich, denn auch unter der Farbe wischen sich die Papiere mit der Zeit fort.
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Schätzungsweise seit einem Jahr lagen an stark frequentierten Plätzen dann Visitenkarten aus. Die wurden meist von 2 Personen wie Hänsel und Gretel beiläufig während der Fahrt vom e-Roller abgeworfen.
Ich nehme an, dass es sich um wirkliche „Visiten“karten handelt, die Damen kommen bei Anruf zu einem nach Hause.
Als alter Sammler und Jäger hat sich bei mir eine schöne Sammlung zusammengefunden, die ich hier gerne ausstelle.
Ein bisschen musste ich an die StarWars-Karten meines Sohnes denken, die irgendwann so wertvoll waren, dass er sie ohne Verlust wieder verkaufen konnte.
Daher auch der Blog-Titel. Meine sind allerdings unverkäuflich;-)

Das letzte Kärtchen habe ich erst vor ein paar Tagen gefunden, und es scheint so zu sein, dass es entweder streng bestraft wird, oder die Visitenkarten sind ausgegangen.
Jedenfalls lagen lange keine mehr auf der Straße.
Der Anfang war ja noch ganz harmlos und ich finde nicht, dass es nicht jugendfrei wäre (immerhin haben die Damen ihr Höschen noch an und ein Nipplegate kommt auch nicht vor); trotzdem:
Wenn jemand nackte Tatsachen nicht gut vertragen kann, möge er bitte nicht weiterlesenkucken.
Den anderen viel Vergnügen!

Das erste Bild ist die Vorderseite, das darauf folgende die Rückseite usw.
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Pakete erobern die Welt

Es ist ja in Deutschland nicht viel anders: Nahezu niemand geht noch in den Laden, um etwas zu kaufen; eher wählt man gemütlich am Computer die Wunschware und lässt sie sich nach Hause liefern. Die meisten brauchen noch nicht einmal mehr einen Computer, sondern macht das übers Smartfon. Das kann statt auf dem Sofa auch irgendwo sein.
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Wir sind ja selber keine Heiligen, sondern fragen unseren Sohn auch oft, ob er dies oder jenes bestellen kann. Viele Sachen bekommt man ja schon gar nicht mehr in Geschäften. Also liegen auch bei uns vor der Tür Päckchen rum oder es klopft immer mal wieder und jemand ruft „KuaiDi!“, was soviel heißt wie Expresslieferung.
Wie kommen die Pakete denn nur zu uns? Schon in 2015 gab es bei uns gegenüber einen Laden, an dem Pakete angeliefert wurden und den Bürgersteig verstopften. Im Zuge der Verschönerung Pekings gibt es den nicht mehr.
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Schöner ist es in dieser Beziehung nicht geworden, denn die zunehmende Anzahl von Paketen soll ja trotzdem zugestellt werden. Also werden weitere Gehwege gefunden, auf denen man seine Lieferungen sortiert oder der Kunde sie gar entgegennehmen kann.
Zum Beispiel vor dem Kempinski.
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Oder in der Nähe der Verbotenen Stadt:
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Unter Brücken ist es nicht so heiß.
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Alles wird mit Dreirädern befördert, die so gefährlich für uns Radfahrer sind, weil die Fahrer nämlich auch dauernd auf ihr Handy starren und die Aufbauten scharfkantig sind. Ich möchte nie mit so einem zusammenstoßen. Die Fahrer stehen unter einem wahnsinnigen Druck, weil es ja kuaidi heißt und nicht mandi, Langsamlieferung.
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Hier ein paar Bilder von vor der Zentralen Kunstakademie. Denn die Studenten wollen ja auch beliefert werden, wohnen aber auf dem Campus oder haben hier nur einen Arbeitsraum.
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