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Leere Stadt

Gaanz langsam scheint die Stadt wieder etwas zu beleben. Ich glaube, auch die Beijinger haben keine Lust mehr, die meiste Zeit in der Bude zu verbringen. Im PageOne-Buchladen:
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Von unserem Dach aus scheint die Welt in Ordnung, wenn man von den Masken absieht.
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Man könnte denken, es sei alles fast wieder beim Alten. Aber Samstags sieht es jedoch sonst hier viel voller aus.
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Im 798, dem Kunstviertel waren denn auch noch nicht viele Leute zu sehen. Was soll man hier auch, da nahezu alle Gallerien geschlossen sind. Touristen gibt es auch nicht mehr viele.
Die Straßenfegerin wartet darauf, dass jemand kommt und was auf den Boden schmeißt. Die Reinigung der Straßen scheint jedenfalls gesichert, auch wenn die anderen Arbeitenden gehalten sind, noch weiter zu Hause zu bleiben.
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Die chinesischen Schulen, so hört man, werden ihren Betrieb wohl nicht vor April wieder aufnehmen. Die Deutsche Schule ist wie die anderen internationalen Schulen mind. bis zum 16. 3. geschlossen. Wir haben daher den Deutschlandaufenthalt unserer Kinder verlängert.
Wenn sie Mitte März wieder einreisen , werden sie wahrscheinlich nicht in Quarantäne müssen. Die Erziehungsbehörde besteht nach derzeitigem Stand aber darauf, dass sie 14 Tage die Schule nicht betreten dürfen. Die Schule ist da weiter gefragt, die Online-Beschulung weiterzuführen, bis alle wieder da sind.

Ich hatte es schon einmal geschrieben, dass die Menschen mit den gesichertsten Arbeitsplätzen die Paketboten sind. Sie haben auch noch weitgehend freie Fahrt.
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Da die Wohngebiete abgesperrt sind, liefert mancher seine Waren über die neu errichteten Wände aus. Man verabredet sich per Telefon und dann wird ein Paket rübergeschmissen.
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Wasserträger ist auch ein krisensicherer Job.
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Wie gesagt, im Kunstviertel habe ich es noch nie so leer gesehen. Vor dem Goethe-Institut allerdings, neben dem ein neues staatliches Museum frisch gebaut wird, ist reichlich Platz für sportliche Aktivitäten.
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Das neu enstehende Museum wird für 5 Jahre eine umfangreiche Picasso-Sammlung zeigen. Mein Freund Heyou soll dort als Assistent des Kurators anfangen. Ich hoffe, die Eröffnung noch miterleben zu dürfen. Im Moment sind die Fertigstellungsarbeiten nämlich auf Eis gelegt.
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Für die chinesische Wirtschaft ist dieser Stillstand eine Riesenscheißekacke. Am meisten tun mir die ganzen kleinen Geschäfte leid, die jetzt schon zwei Monate geschlossen haben müssen. In Hongkong höre ich, wird pro Person 10.000 HKD in bar ausgegeben, damit die Menschen nicht untergehen und die Wirtschaft am Laufen halten.
In China wird das sicher nicht passieren, da kann Supermario noch so betteln.
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Mittags im Restaurant.
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Die Menschen kommen manchmal auf komische Gedanken.
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Es ist nur eine Grippe.

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Es könnte das Paradies sein.
Wir haben bestes Wetter, es ist zwar noch kalt, aber man kann es draußen in leichter Winterkleidung aushalten. Ein Tuch über den Mund trage ich trotzdem, manchmal auch eine chirurgische Gesichtsmaske. Beinahe täglich werden die Anforderungen im öffentlichen Raum verändert.
Seit vorgestern darf unseren Compound kein Ortsfremder mehr betreten. Das bedeutet, dass wir keinen Besuch empfangen können. Wollen wir uns mit anderen Menschen umgeben, müssen wir in eines der spärlichen noch geöffneten Restaurants oder Cafe´s gehen.
Seit mindestens vorgestern ist es aber ebenfalls nicht mehr erlaubt, zu mehr Personen als zu dritt an einem Tisch zu sitzen. Die Situation ist skurril, wenn man sich auf zwei Tische verteilen muss, obwohl man nur zu viert ist. Immerhin war man so nett, uns leere Teller zum Verteilen der Gerichte zu bringen. In China ist es ja üblich, sich mehrere Gerichte bringen zu lassen, von denen alle sich mit Stäbchen nehmen, was sie essen wollen.

Lange schon werden die Verkehrswege im Haus desinfiziert (Fahrstühle, Treppenhäuser etc.). Seit gestern sind in Ganzkörper-Overalls eingepackte Leute auch auf unserem Parkplatz unterwegs und spritzen alles ab, was Viren befallen können. Die Wachleute tragen schon seit einer Woche Staubschutzbrillen, weil angeblich das Virus auch über die Bindehaut übertragen wird. Das ist zwar überhaupt nicht gesichert, ebensowenig wie das Tragen von Gesichtsmasken eine Ansteckung sicher verhindern kann, aber wenn es die Leute beruhigt… Auch Plüschanzüge sollen helfen können;-))
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Regelmäßig Händewaschen, Abstand halten und sich nicht anniesen lassen soll am wirkungsvollsten sein. Letztlich ist es nur eine Grippe.
Hinweise der Bundeszentrale für Gesundheit zum Coronavirus
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Ich war noch in den Hutongs unterwegs gewesen, aber gestern kam niemand mehr ohne Anwohner-Ausweis in die Sträßchen hinein.
Die U-Bahn fährt noch immer wie gewohnt, aber auch in der Hauptverkehrszeit sind die Waggons weitgehend leer.
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Und ratet, welche Werbung gerade in den Waggons angebracht ist. Logisch, Desinfektionsmittel.
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So sieht der U-Bahnhof Tian´AnMen Ost tagsüber aus, an dem sonst täglich zigtausend Leute ein- oder aussteigen.
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Der Verbotene Platz scheint jetzt wirklich verboten, denn es waren nur Soldaten zu sehen, als ich gestern vor dem Tor des Himmlischen Friedens stand. Um dorthin zu kommen, muss man mit Ausweis durch eine Kontrolle. Hier sind oftmals 3 oder 4 Schlangen geöffnet, denn täglich kommen bis zu 80.000 Personen zur Besichtigung.

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Mit mir waren gestern vielleicht 5 Privatpersonen um die Mittagszeit dort.
Alle tragen Masken in einer oder anderer Form.
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Der östlich der Verbotenen Stadt gelegene HuiHeYuan-Park war wie auch der JingShan Park im Norden verwaist. Die Kartenschalter sind nur mit einer Person besetzt, einzelne Jogger wichen mir schon von weitem aus; insgesamt kann man die Parks in diesen Tagen gut genießen, wenngleich es auch etwas langweilig ist.
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Die Paläste im Park sind jedenfalls nicht offen.
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Damit man den Ausgang findet. Wer weiß, ob wir nicht auch noch exportiert werden.
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Zum Glück ist noch ein wenig Normalität übrig geblieben.
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Da die meisten Restaurants kein Publikum mehr in ihre Räume lassen, sind auf den Gehsteigen Tische aufgebaut, an denen man sich Mittagessen zum Mitnehmen kaufen kann. In der Straße südlich des Trommelturms.
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Hier sieht man auch schön, dass der Hutong links bewacht wird.
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Paket- und Nahrungsboten haben Hochkonjunktur.
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Auch bei uns dürfen Pakete nicht mehr an die Haustür, geschweige denn an die Wohnungstür gebracht werden. Daher hat man dort, wo sonst Autos den Compound verlassen, eine Paketstation eingerichtet, wo die Pakete abgeholt werden können.
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Das war bis jetzt alles wahr, soweit ich es beurteilen kann. Nur noch ein bisschen fake-news von meinem Ausflug an die Verbotene Stadt:
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Wann wird es wieder Alltag geben?

Man kann gar nicht so viel kotzen, wie einem übel ist. Dies ist die Zeit, sich in Gleichmut zu üben und an einer positive Einstellung zu arbeiten. Um es mit Bob dem Baumeister zu sprechen: Can we fix it? Yes we can!
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Inzwischen sind unsere Kinder schon fast eine Woche in Deutschland und wir vermissen einander sehr. Trotzdem sind wir froh, dass sie sich in Deutschland relativ frei bewegen können. Innerhalb Beijings sind wir zwar kaum eingeschränkt, aber es macht nur wenig Spaß, unterwegs zu sein. Eine Maske tragen zu müssen ist noch das geringste Übel. Schlimmer ist die Langeweile. Das gesellschaftliche Leben ist zum Erliegen gekommen. Ich frage mich, wie die Chinesen die Situation aushalten, wo sie doch sonst so gesellig sind. Im Park finden keine Tänze und mehr statt und TaiJi seh ich auch nur noch Einzelne machen.
Die Häuser, die einen direkten Eingang zur Straße haben, wurden in den letzten Tagen mit Baustellenwellblech abgeteilt. Freiwillige Helfer stehen an den neu entstandenen Zentraleingängen und messen Fieber und nehmen Daten auf. Auch unser Wohngebiet ist abgeriegelter und die Kontrollen werden intensiviert.
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Im nahen Gemüsemarkt haben nur noch zwei Eingänge offen. Technologisch wurde aufgerüstet und Wärmebildkameras zum Einsatz gebracht.
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Die Deutsche Botschaftsschule wird den gesamten Monat Februar geschlossen bleiben. Wann sie wieder öffnet, ist noch nicht klar. Das entscheiden die chinesischen Behörden.
Wenn grünes Licht gegeben wurde, dürfen Kinder, die im Ausland waren, 14 Tage von dem Einreisetag an nicht zur Schule und werden weiterhin online beschult. Das wird auch unsere Kinder betreffen, wenn sie am Monatsende wieder einreisen.

Fragen und ein paar Antworten zu Corona

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In den letzten Tagen haben sich doch bei Telefonaten mit der Heimat ein paar Fragen ergeben, die ich mal an alle beantworten möchte.
Nicht, dass in Deutschland über China ein falsches Bild entsteht.
Dies gilt natürlich nur für Beijing, über Wuhan kann ich nichts mitteilen, weil ich (zum Glück) nicht dort war.
Unsere Kinder sind letzten Freitag nach Deutschland ausgereist und wir sind ein bisschen traurig. Wir haben sie aber gehen lassen, weil ihnen hier in unserer Wohnung die Decke auf den Kopf gefallen ist. Ob es ihnen in Deutschland nun besser ergeht als in Beijing im Schoß der Familie glauben wir zwar nicht, aber manche Erfahrung muss man selber machen.

1. Konnten die beiden denn ohne Probleme aus China ausreisen?
– Sieht ganz so aus. Sie mussten ein paar Formulare ausfüllen (Waren Sie in letzter Zeit in Wuhan? – Sind Sie mit Erkrankten in Berührung gekommen? – Haben Sie in den letzten Tagen Fieber oder andere Beschwerden gehabt? Wie können wir Sie erreichen? etc.) Danach wurden sie nicht weiter behelligt.

2. Warum seid ihr nicht mit ausgereist?
– Steffi ist verpflichtet, in Beijing zu bleiben. Sie hat ja einen Arbeitsvertrag und administrative Arbeiten fallen auch bei ihr an. Die Ansage des Dienstherren ist: Sei in Beijing. Und ich hab noch keine Lust auf Deutschland. Leider ist es so, dass in Deutschland Reisende aus China nicht gerne gesehen werden. Wir haben schon gehört, dass jemand vom Zahnarzt nicht behandelt wurde. Und manche Freunde wollen einen auch nicht vor Ablauf von 14 Tagen Quarantäne sehen.

3. Sind wir in Beijing in Quarantäne?
– Nein, überhaupt nicht. Das Leben hier ist trotzdem nicht ganz normal. Inzwischen stehen an den Eingängen zu den Wohngebieten freiwillige Helfer, die Fieber messen, Besucher aufschreiben und Paketboten hindern, den Compound zu betreten. Ansonsten steht es uns frei, zu gehen, wohin wir wollen. Jedes Wohngebiet hat nur noch einen Eingang, durch den man eintreten kann. Alle anderen sind abgesperrt.
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4. Werdet ihr nicht verhungern?
– Auf keinen Fall. Die Regierung hat entschieden, dass Lebensmittel in gewohnter Weise nach Beijing geliefert werden können. Wenn man den Chinesen auch noch das Essen wegnimmt, ist Revolution sicher nicht weit. Viele Restaurants sind allerdings geschlossen und deren verderblichen Lebensmittel werden an davor aufgebauten Straßenständen abverkauft. Mehr als 30 Personen dürfen sich in Restaurants nicht aufhalten. Viele Menschen lassen sich Essen nach Hause liefern. Unser Lieblingsmarkt ist weiterhin geöffnet, allerdings etwas „abgespeckt“.

Vorgestern im Carrefour hab ich allerdings kurz gezuckt, weil ich halbleere Regale gesehen habe. Heute ist wieder alles voll.
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5. Wenn ihr euch frei bewegen könnt, könnt ihr ja richtig gut Sightseeing oder Shopping betreiben, oder?
– Mit Radio Eriwan gesprochen: Im Prinzip ja. Nur ist kein Museum, kein Kino, keine Konzerthalle, wenige Geschäfte geöffnet. Nichts, wo Menschenmassen sonst aufeinandertreffen. Auch hier gilt die 30-Personen-Regel. Im Zweifel bleibt der Laden gleich ganz zu.
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6. Wie sieht es denn auf den Straßen aus?
– Leer. Wenn man bedenkt, dass im Stadtgebiet etwa 16 Millionen Menschen wohnen, ist es gespenstisch leer. Auch Staus auf den Straßen gibt es faktisch nicht mehr.
Und selten sieht man unmaskierte Gesichter. Wir tragen Masken mehr aus Solidarität denn aus Angst vor Ansteckung.
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7. Kennt ihr Infizierte?
– Nein. Die Wahrscheinlichkeit ist extrem gering. Rechne ca. 400 Infizierte in Beijing gegen 16.000.000 Einwohner, da ist es schon unwahrscheinlich. Falls wir ärztliche Hilfe brauchen, können wir zum Botschaftsarzt gehen, der uns in ein gutes Krankenhaus weiterleitet. Das wollen wir uns aber nicht ausmalen.

8. Wann fängt der offizieller Schulbetrieb denn wieder an?
– Keiner weiß nichts Genaues. Bis zum 17. 2. ist die Schule (und deutsche Betriebe) geschlossen. Kann sein, dass es noch weitere 2 Wochen dauert. Wahrscheinlich ist, dass unsere Kinder 2 Wochen zu Hause bleiben müssen, wenn sie wieder einreisen, auch wenn das keinen Sinn macht. Dann geht das Homeschooling in dieser Zeit weiter. Die Schule tut jedenfalls alles Mögliche, um den Unterricht zu ersetzen. Klassenarbeiten sollen nachgeholt werden oder durch andere Leistungsnachweise ersetzt werden. Die Abiklausuren sind auf nach den Osterferien verschoben.

Hier wäre normalerweise das Eisvergnügen.
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Schon wieder Schnee

Selten haben wir in Beijing Schnee erlebt. Und meistens sind es kleine Mengen, die am nächsten Morgen schon wieder weggetaut sind oder von den Straßenfregern weggebürstet wurden. Wir können nicht nach dem Corona-Ausbruch auf eine weitere Katastrophe blicken, aber man kann schon froh sein, dass die weiße Pracht in diese Zeit des Wartens und der Unsicherheit fällt.
Ich mag es ja, wenn alles von der pudrigen Schicht zugedeckt wird. Ich finde, alles wirkt dann so friedlich. Da vergesse ich sogar das Virus.
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Auf den Straßen sieht es auch nicht grad belebt aus.
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Uns geht es aber zur Zeit ganz gut. Wir haben zu essen und zu trinken.
Unsere Kinder werden wir allerdings in den nächsten 2 Wochen vermissen. Weil Steffis Arbeitgeber (und das Auswärtige Amt) die Ausreise der Angehörigen genehmigt hat, haben unsere Kinder gebettelt, bis zur Schulwiedereröffnung nach Deutschland fliegen zu dürfen. Heute nacht geht es los. Steffi ist in Peking dienstverpflichtet, und ich werde für Essen und Wohlbefinden sorgen.

Corona

So langsam wird es wirklich nervig. Die Decke fällt uns auf den Kopf. Regulär finge übermorgen die Schule wieder an, aber die Behörden haben den öffentlichen Schulbetrieb bis auf weiteres untersagt. Jetzt kommen wir endlich näher in Richtung eLearning und Digitalisierung.
Unsere Kinder sollen in den nächsten Wochen ihre Hausaufgaben und Abiturvorbereitungen über das Internet bekommen und bearbeiten.

Auf den Straßen ist weiterhin nicht viel los.
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Natürlich können wir das Haus verlassen, aber in den Malls und Märkten wird am Eingang darauf hingewiesen, dass Masken zu tragen erwünscht ist. Machen wir. Ich fände ja auch nicht gut, wenn mich einer aus Wuhan anhustet.
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Auch mit Maske rauchen viele Leute, vor allem Männer können es nicht lassen.
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An den Eingängen zu den Wohngebieten und Compounds stehen seit 2 Tagen Wächter mit Thermometerpistolen und Schreibtischen, wo sich jeder Besucher mit Namen und Unterschrift eintragen muss. Stichprobenmäßig wird gemessen, ob man Fieber hat.
Manche Eingänge sind komplett geschlossen, damit die Anwohner effektiver kontrolliert werden können.
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Da viele Geschäfte nicht geöffnet sind, aber trotzdem Fleisch und Gemüse zu den Menschen kommen muss, öffnen einige Geschäfte nur kleine Fenster und verkaufen von dort oder richten einen Stand auf der Straße ein.
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Ich kann mir vorstellen, dass das Virus aus dieser Bar kommt. Dieses Wissen nützt nur nichts, tot ist tot.
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Bevor man verzweifelt, bleibt einem nur der Alkohol.
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Also: Live easily – Alkohol bringt dich zu Dir selbst.