Sep 182014
 

TaoRanTing
Ist es eine womöglich unerlaubte Demo? Oder gar eine vom Staat organisierte Protestkundgebung? Beides gibt es.
Nein, ich bin in einen Park gelustwandelt und dabei zufällig Zeuge eines Kalligrafie-Wettbewerbs geworden. Nicht so wie man sich das vorstellt, auf Papier und mit Tinte, nein, Wasser schreibt auf Granit. In Deutschland undenkbar bei all der feuchten Luft. Jeder Teilnehmer hat ein Zettelchen mit einem Gedicht oder Spruch bekommen und soll das nun möglichst in Schönschrift aufschreiben. Entweder hat man ein Eimerchen mit Wasser dabei oder der Pinsel selbst hat ein Dauerspendesystem eingebaut, damit man nicht absetzen muss.
Diese offensichtlich neuzeitliche Erfindung wird für 20 ¥ das Stück angeboten und gebührend inspiziert.
TaoRanTing
Man übt schon, bevor der Startschuss fällt, ganz fleißig.
TaoRanTing
Auch Frauen machen mit. Merkwürdigerweise hab ich noch nie vorher das schöne Geschlecht dies Hobby ausüben sehen.
TaoRanTing
TaoRanTing
Auf los gehts los!
TaoRanTing
TaoRanTing
Rückwärts bewegen sich die Meister vor und für die zweite Zeile geht es an den Ausgangspunkt zurück.
TaoRanTing
Die Siegerehrung schau ich mir nicht mehr an, dafür verstehe ich zu wenig von allem.
TaoRanTing
Es gibt ja auch noch so viel mehr zu sehen:
TaoRanTing
Der See, auf dem man auch mit Schwanenhalsbooten fahren kann:
TaoRanTing
Die Fotoshootings:
TaoRanTing
Das weithin zu hörende Trommeln:
TaoRanTing
Die Drachensteigenlasser, auch eine Männerdomäne:
TaoRanTing
Der blinde Masseur, der für 20 ¥ eine halbe Sunde auch mich bearbeitet, denn ich hab mir letztens einen Muskel am Rücken verspannt.
TaoRanTing
Die mobile Karaoke-Bar:
TaoRanTing
Die Lotusblüte ist schon fast vorbei, Riesen-Quietsche-Entchen ist der am weitesten sichtbare Farbfleck.
TaoRanTing
Parks in China, quirlig, laut und doch so erholsam.
Und Klick für noch mehr Bilder.

 18. September 2014  No Responses »
Sep 022014
 

„Warum machen die das?“, ist die Frage, die meiner Tochter spontan über die Lippen fährt. Es geht um die meist alten Herren, die in Parks oder auch mal auf der Straße mit Schaumstoffpinsel und Wassereimer bewaffnet, Gehwegplatte um Gehwegplatte beschreiben, bis das Gedicht fertig ist.

Mit dem letzten, den ich getroffen habe, bin ich etwas ins „Gespräch“ gekommen und hab mich dann selbst mal an Schönschrift mit Wasser versucht. Gar nicht einfach. Ich wollte mal zeigen, was so richtige Schreibschrift in Deutschland ist und hab das Wort „Deutschland“ geschrieben. Schön wurde das nicht, ich bin voll aus dem Ruder gelaufen und als ich den Pinsel zurückgab, schrieb der Meister in perfekter lateinischer Schönschrift erst seinen Namen (Geng Zhen Shan) und dann auf Chinesisch „De Guo Peng You Ni Hao“, was „Deutscher Freund Hallo“ bedeutet.

Living in BJ

Living in BJ

Solche Erlebnisse kann man jeden Tag haben, und um zur Eingangsfrage zurückzukommen, die machen es, weil sie Freude daran haben und weil sich oft um die Schreiberlinge eine Traube bildet, und wenn ein Gedicht besonders gut gelungen ist, wird geklatscht oder Schulter geklopft.

 2. September 2014  No Responses »
Aug 222014
 

Vor fast einer Woche sind wir in Beijing gelandet, kaum zu glauben. Wie immer gewöhnt man sich eine Stunde pro Tag um, bis man zeitlich in China angekommen ist. Steffi arbeitet schon seit Montag, aber heute am Donnerstag ist sie sozusagen zwangsbefreit. Die Schule macht einen Kollegiumsausflug und da ich in der Mittagsbetreuung beschäftigt bin, dürfen ich und die Kinder auch mit. Nur Martje ist nicht zum Mitkommen zu bewegen. Mit drei Schul-Bussen geht es in einer Stunde Fahrt nach TianChi, dem Himmels-Pool, wo wir erst eine zweistündige Wanderung über den Berg machen, um dann im nahgelegenen Restaurant uns den Magen vollzuschlagen. Die Wanderung geht wie üblich in China nicht über Stock und Stein, sondern über Treppen und gepflasterte oder betonierte Wege. Schön ist es trotzdem, aus dem wieder etwas smogbelasteten Beijing in die Natur zu kommen. Leider ist der Name irreführend, denn baden können wir nicht im Pool.
Kollegiumsausflug 2014

Kollegiumsausflug 2014
In der Nähe des Parkplatzes gibt es einen in den Berg gehauenen Stollen, der in den 50er Jahren angelegt wurde, um eine Radiostation der Revolutionäre zu beherbergen. Aufgrund der Feuchtigkeit im Berg ist das Propaganda-Plakat verlaufen.
Kollegiumsausflug 2014

Kollegiumsausflug 2014
Abschließend gibt es mehr zu essen als die Mägen fassen können. Wie üblich: erst kommt ein Gericht als Starter, diesmal sind es saure Erdnüsse, dann peu-a-peu alles andere, und weil keiner weiß, womit noch zu rechnen ist, sind alle schon satt, als die Hälfte auf dem Tisch ist. Man isst nur noch weiter, weil es so gut schmeckt.
Kollegiumsausflug 2014
Zum Schluss ein Gruppenfoto, auf dem nur der Fotograf nicht drauf ist. Sprich ich. Außer meinem neue Haarschnitt beim Parkfriseur gibt es auch nichts Neues zu sehen.
Kollegiumsausflug 2014

 22. August 2014  No Responses »
Apr 082014
 

Ich mag die Chinesen. Sind irgendwie authentisch. Kümmern sich nicht so viel um das, was andere Länder und Sitten so sagen. Doch, die Jungen tun das schon, und sie übertreiben dabei allzu oft. Trotzdem.

Es gibt sie noch, die die Traditionen hochhalten und der Toten gedenken, indem sie am entsprechenden Feiertag falsche Geldscheine und Papier, das mit Geld initialisiert wurde, verbrennen. Soll ja kein Toter arm sterben. Im Jenseits.L1058643_1

Aber das ist schon wieder Geschichte und die Tage werden wärmer und daher gibt´s jetzt noch ein paar Bilder vom letzten Parkspaziergang zu sehen. Diesmal aus dem Tiantan-Park, dem Himmelstempelpark.

Gesungen und Musik gemacht wird mitten im Weg. Wir bleiben stehen, um etwas von der tollen Gesangseinlage zu genießen. Leute, die vorbei wollen, singen mit, wenn sie hören, welches Stück gespielt wird und nehmen die Melodie ein Stück des Weges mit. Jeder kennt die Stücke. Überall werden scheinbar Smash-Hits gespielt.L1058679

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Und wo nicht Musik gemacht wird, werden Karten oder Schach gespielt.L1058670

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Wieder draußen in der Realität geraten wir in einen Hutong. Wir könnten uns direkt vorstellen, in so einer Umgebung zu wohnen, hätten wir nur keine Kinder und würde es nur nicht so weit weg sein von der Deutschen Schule. Und als Frostkötel ist es sicher auch nicht so toll im Wimter. Die Toiletten sind auch nicht so klasse; wenn man bedenkt, dass man aus dem Haus in die öffentliche Bedürfnisanstalt muss, in der es nur halbhohe Abtrennungen zwischen den Löchern im Boden gibt… Das Foto ist leider etwas verschüttelt. Bleiben wir erstmal wohnen, wo wir wohnen.L1058686

Auch tagsüber kann man im Pyjama auf die Straße.L1058687_1

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Gespielt wird mit anderen Dingen als bei uns in Deutschland.L1058700

 8. April 2014  No Responses »
Apr 022014
 

Mit Ingrid und ihrer angereisten Verwandtschaft darf ich bei hochherrschaftlichem Wetter zum Sommerpalast mitfahren, wo ich auch noch nicht gewesen bin, obwohl man ihn ganz einfach mit der U-Bahn erreichen kann. Ingrid ist ganz stolz, mit dem eigenen Auto, das sie erst seit etwa einer Woche haben, fahren zu können. Das ist natürlich ein schöner Luxus, den wir uns nicht leisten werden. Na, wer weiß. Um wenigstens mal ein Auto leihen zu können, mache ich ja jetzt den chinesischen Führerschein. Wie das geht, schreibe ich, wenn ich ihn bestehen sollte.

Um einen riesigen See herum angelegt liegt der Palast da, an den Berg herangebaut. Von ganz oben hat man einen schönen Blick über den See und Beijing.L1058574_CF

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Ganz besonders ist es, mit einem frisch zur Welt gekommenen Erdenbürger unterwegs zu sein. Dauernd muss man anhalten, weil jemand streicheln oder anfassen will und vielleicht ein Foto als Erinnerung. Hat mich sehr an unsere Erfahrung in Iran erinnert, auch wenn unsere nicht mehr so klein waren.

Es ist übrigens ganz modern, Brillen zu tragen, die keine Gläser haben. Modisches Accessoire eben. Ich frage mich, wann dieser Trend nach Europa kommt.L1058545_CF

Von so nah bekommt man die Dachreiter selten zu sehen. Nur Gebäude, die des Kaisers sind, dürfen alle 7 Figuren tragen, gewöhnliche Häuser müssen sich meist mit 5 oder 3 begnügen, wenn sie denn überhaupt welche haben. Auch die Hakenkreuze sieht man hier sehr schön.L1058530

Irgendwie kann ich diesmal nur Postkartenbilder machen, es ist alles so schön hier. Der Drache ist gegen das Angefasstwerden so begittert, Sonst wäre er wohl komplett blank gerieben. L1058526

Und hier haben wir noch mal einen Camouflage-Baum, es scheint also doch keine Neuzüchtung zu sein.L1058520

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Die Prinzessin war auch da.L1058512

 2. April 2014  No Responses »
Apr 012014
 

Soll ich bei dem schönen Wetter drinnen den Putzlappen schwingen? Jedenfalls nicht den ganzen Tag. Mittags fahre ich nach Westen. Dort soll die schönste Kirschblüte zu sehen sein. Am Eingang des YuYuanTan-Parks sieht man bereits, wieviel Arbeit vonnöten ist, um die Parks hübsch aussehen zu lassen.X1007082

An verschiedenen Ständen werden Plastik-Blüten in verschiedenen Farben verkauft, die Mann und Frau sich auf den Kopf setzen kann, um den Frühling passend verkleidet zu begrüßen. Obwohl ein Werktag ist, haben sich die meisten herausgeputzt und sind mit alle Mann angereist. Wie voll wird es wohl erst am Wochenende sein?X1007105

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Dieser Mann ist wahrlich ein Meister im Kalligraphieren mit Wasser. Während die Masse die Allee entlangflaniert, skizziert er mit einer Flasche Wasser, in deren Deckel ein Loch gebohrt ist, Figuren und Schriftzeichen. Die anhaltenden Passanten staunen laut auf und bilden Trauben. Man klatscht und drängt ihn, immer noch ein weiteres schnellvergängliches Bild zu zaubern.X1007135

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Und schließlich wird der Künstler erst nach einem gemeinsamen Bild entlassen und jeder hat am Ende eine schöne, kleine Begebenheit vom Tag zu erzählen.X1007141

Dies sind die Freuden, die die Parks in unserer Wahlheimat so angenehm und entspannend machen. Ich finde es rührend, mit wie viel Freude dort gelebt wird. Dieser Playboy ist mit seinem Häschen zum Kreiseldrehen gegangen. Ich konnte zum ersten Mal sehen, wieviel Arbeit es ist, den Kreisel in die Senkrechte zu bekommen. Es gibt nämlich keine Vorrichtung, die einem hilft, das Trudeln zu verhindern. Beständiges gezieltes Schlagen, das weithin zu hören ist, macht den Erfolg aus.X1007156

Und jetzt weiß ich, dass ich letztens Mist geschrieben habe, denn der Bauarbeiter vom vorletzten Post war gar keiner, sondern ein Suppenschildkrötenverkäufer. Die sind grad häufiger zu sehen. In meiner Kindheit standen auch manchmal ein oder zwei Dosen Schildkrötensuppe im Vorratsraum. War so ´ne Art Mode, nehme ich an. Schmeckte mir als Kind damals ganz gut. Trotzdem werde ich hier nicht unbedingt welche bestellen. Dann schon eher Insekten am Spieß, wenn es mal was Exotisches sein muss.X1007164

 1. April 2014  No Responses »
Mrz 312014
 

Noch 5 Tage, dann ist Sommer. Das wurde uns versprochen. Wer war das nur nochmal? Nix da, gestern waren die fünf Tage um, aber heute musste ich ein T-Shirt UND ein Hemd anziehen, damit ich auf dem Fahrrad in der früh nicht fröstle. Ist nicht so schlimm, man kann es absehen, dass bald die Sandalenzeit kommt. Und dann stöhnen wir andauernd: Zu heiß!

In den Parks trifft man sich schon jetzt zum Singen in Fischer-Chöre-Massen oder mit den Freunden im Pavillon. Man geht einkaufen, und vorher trifft man sich zum gemeinsamen Singen oder zum Zeitlupensport. Die Chinesen kennen keine Noten wie wir. Es werden Zahlen geschrieben und Bögen darüber und Striche darunter gelegt, ganz nach unten kommen die Schriftzeichen. X1006625

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Und am Nachmittag kann man im Park noch mehr Remmidemmi erleben. Oder einfach nur mit den Kindern seinen Spaß haben. Oder sitzen. Oder sein Zelt aufbauen und dösen. Die meisten Parks kosten Eintritt, bis zu 5 Kuai, das sind 60 ct.X1006811

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Die Sonne sticht schon so stark, dass es schwer wird, seine SMS ohne Schatten zu lesen.X1006822

Jetzt ist die Zeit der Fotosessions gekommen. Wir sind ja keine Ausnahme, wenn es um die Erinnerungsbeweise geht: Wir waren da, und es war soo schön.X1006817

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Die Professionellen können das natürlich viel besser. Soll ich mir meine Kinder als Assistenten heranzüchten? Ach was, so viel besser fotografieren die Profis auch nicht.X1006823

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Die beiden Schreihälse im letzten Wagen sind unsere Süßen.X1006853

Solch ein Messer haben wir jetzt auch in der Schublade liegen. Ich hab gefragt, wo man die Messer kaufen kann, da zeigt der Ananasschnitzer wortlos auf eine Styroporplatte, in dem drei Messer pieken und verlangt 5 Kuai.X1006904

Für Fahrräder ist freie Fahrt. Und für Ostereier sowieso. Dies ist sogar ein Glücksei. So viele 8en hat kein Auto im Nummernschild. E-Bikes, und ein solches ist das Gefährt, brauchen keine Zulassung – glaube ich. Aber wehe, die Polizei kontrolliert, dann wird konfisziert. Von dieser Art Willkür hab ich schon gelesen. Im Bekanntenkreis allerdings noch nie gehört. Dieses weiße Fahrzeug, das kein Nummernschild hat, braucht selbstverständlich eines. Aber konfisziert wird es deshalb bestimmt nicht. Wer Geld hat…X1006907

Unterwegs geht Steffi mit mir in den Drum-Tower, der in mittelalterlicher Zeit die Zeit verkündete.  Die Treppe ist abenteuerlich, ohne Podest, 45° steil, 20 m hoch. Die Holzkonstruktion, die das Dach hält, ist so oft schon übermalt worden,dass die Metallbeschläge nur noch zu erahnen sind. Von oben hat man einen guten Blick über die Gulou-Straße ud die angrenzenden neuen Hutongs.X1006912

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Als Touristenattraktion wird heute noch getrommelt, fast jede Stunde (außer Mittags) zu den Öffnungszeiten. Dafür kommen 5 Mönchhausener und trommeln sich auf den Spanplattenschränken warm, um dann ein kleines feines Konzert zu geben. Ich hatte befürchtet, auch noch Ohrstöpsel zu der Sonnenbrille und der Feinstaubmaske zu tragen zu müssen, aber so laut wird es dann gar nicht. Listen to the music, raise your handys in the air…X1006947

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Bis in den Park, in dem die schöne Kirschblüte zu sehen ist, schaffe ich es mit Steffi nicht mehr, denn es sind so viele Einkaufsmöglichkeiten unterwegs zu sehen. Im Tianyi-Markt, den ich schon zur Weihnachtszeit gesehen habe, müssen wir einen Blick wagen. Die Weihnachtsmänner stehen nur noch vor der Tür, die Verkaufsräume sind nicht mehr ganz so vollgestellt. Aber immer noch sieht es hier aus, als hätte Disneyland ein Ladengeschäft aufgemacht.

Diese Aschenbecher würde es in Disneyland natürlich nicht geben. Dazu ist Amerika vermutlich zu prüde.X1006972

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Die Blüten machen einfach gute Laune.X1006998

In unserer Nachbarschaft ist ein neuer Park entstanden, der zur Zeit fast unter Wasser steht. Der freie Platz, der durch die aufgeständerten Stadtautobahnen vakant wird, hat man hier für den Erhalt der Lebensqualität genutzt. Obwohl, ich bevorzuge eine Möglichkeit der Entspannung, bei der ich nicht direkt vor Augen habe, wovon ich mich entspannen muss.X1007005

 31. März 2014  No Responses »
Mrz 082014
 

Wie man unschwer erkennen kann, ist mein Gang zum Haarschneider längst überfällig. Die Leute lachen schon.DSC_1445

Dieser Gang ist für mich stets wie einst der von Heinrich IV. Meine Friseursitzungen kann man beinahe an einer Hand abzählen. Als ich Kind war, hat mein Vater das immer gemacht, als ich groß wurde, waren die Haare schulterlang, da konnte es jeder mit ´ner Schere schneiden. Und seit Martje ein Jahr ist, sind meine Haare auf zeit- und shampooschonender Länge – bei Schnitt durch meine Frau meist 13mm. Seitdem wir in China leben, kann ich ihr das nicht auch noch abverlangen, nicht, wenn jedes zweite Ladengeschäft ein Friseursalon ist.

Schwierig ist es nicht wirklich, alle Haare auf einheitliche Länge zu kürzen, also kann das auch jemand aus dem Frisörpark machen. Gestern und vorgestern war kein Coiffeur da, heute ist aber alles gerappelt voll, sowohl von Frischluftgenießern als auch von Händlern und Dienstleistern.X1006265

Es wird zwar etwas zu kurz, aber wenn ich nicht gut genug Chinesisch spreche, kann ja nichts anderes dabei raus kommen. Mein Frisör ist in Rente und verdient sich im Park etwas dazu. 12 ¥ macht das dann für die Viertelstunde Arbeit, etwa 1,50€. X1006255

Eine Motorradbatterie versorgt den Rasierer mit Energie. Der Rest ist fingerbetrieben.X1006261

Der Meister der Schere zeigt nach dem Feintuning, dass er auch etwas aus Deutschland besitzt: zwei Rasiermesser aus Solingen, von denen das eine 80 Jahre alt ist. Er hat es von seinem Meister bekommen, und der wiederum von seinem. Da wird doch noch mal was wertgeschätzt!X1006263

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Apropos Frischluft: In letzter Zeit sieht man wieder kleine Kinder draußen, die mit Schlitzhosen rumlaufen. So können sie überall hinpinkeln oder -kacken, ohne dass gleich eine Windel schmutzig wird. Der Nebeneffekt ist, dass sie innerhalb eines Jahres trocken sein sollen. X1006247

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 8. März 2014  No Responses »
Nov 182013
 

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Sonntag und so ein Wetter schon morgens um halb sieben! Es bleibt uns nicht anderes übrig, als unsere Kinder mit einem Ausflug zu quälen. Am Tag vorher habe ich bereits den der Sonne gewidmeten Ritan-Park gesehen und trotz der Lautstärke der Sänger und des üblichen Durcheinanders als sehr beruhigend empfunden. Die Kinder können auch etwas für ihre Interessen finden und so gehen wir nach eineinhalb Stunden trotz der Kälte gutgelaunt zum Einkaufsmall-Bummeln.DSCF3301

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Ihr habt keine Ahnung, wie schlimm die Früchte des Gingko-Baumes stinken können, wenn man drauftritt. Kotze ist dagegen ein Wohlgeruch.DSCF3325

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Gibt es einen schöneren Platz, um die Welt an seinem Klavierspiel teilhaben zu lassen?L1057102

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Die Bodenmosaiken sind toll. Alte Dachziegel im Kreis sortiert umringen die Bäume vor dem Steinschiff-Café und auch woanders haben die Steinsetzer nicht mit Fantasie gespart. Aus hellen und dunklen Kieseln erstellte Wege sieht man in der ganzen Stadt verteilt.L1057107

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 18. November 2013  No Responses »
Okt 302013
 

Heute ist das Wetter nach einem versmogten Tag, an dem die Kinder in der Pause nicht mal nach draußen durften, herrlich und Werte um 50 ppm lassen einen mal wieder guten Gewissens durchatmen. Bei der fast waagerecht eintreffenden Sonne sehe ich jeden Staubkrümel auf unserem Glastisch und werde während deren fachmännischen Beseitigung von Ingrid angerufen: „Was machst du denn bei dem Wetter drinnen? Ich will gleich zum Himmelstempel fahren. Kommst du mit?“ Na logisch komm ich mit. Auch wenn die Fahrt 45 min dauert, ist die Entscheidung, das Rad zu nehmen, perfekt, denn dadurch entdecken wir wieder einen der ursprünglichen Obst- und Gemüsemärkte. Der Hutong (=altes niedrig gebautes Wohngebiet) daneben ist leicht charmant heruntergekommen, aber die Leute sind total freundlich und neugierig, was denn die Langnasen in ihrer Gegend wollen. Kaum zu glauben, dass wir gerade noch zwischen spiegelglitzernden Hochhauswelten im Strom der Tausend Busse und Autos mitschwimmen mussten.L1056667_CF2

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Die Tempel selber liegen in einem riesigen Park, der mit 15 Kuai relativ viel Eintritt kostet. Eine einst dem Kaiser allein vorbehaltene 30 m breite, 800 m lange Brücke verbindet die verschiedenen Tempel, in denen er dann für die Erfüllung einer reichen Ernte Opfergaben ablegte. Auf dem Weg zu den Tempeln werden Strick- und Häkelwaren angeboten, es werden Karten gespielt, Drachen steigen gelassen und irgendwo plärrt türkische und chinesische Musik zu kostümiertem Tanz oder Jazzdance.L1056691

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Zur Abwechslung mal ein kööönstlerisches Foto:DSCF0238

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Für so ein Foto sind alle hier:L1056705

Oder für so eins;-))DSCF0271

 30. Oktober 2013  No Responses »