Mrz 252013
 

Leute, mit denen ich spreche, fragen mich: „Und, was machst du in China?“ – „Ich weiß es nicht, erstmal werde ich Steffi den Rücken freihalten, weil sie so viel arbeiten müssen wird. Ob sich dann noch etwas ergibt, warte ich mal ab.“

Ich hoffe, dass ich noch schlau genug bin, um Chinesisch für den Alltagsgebrauch lernen zu können. Einige Zeit liegt bei uns im Wohnzimmer bereits ein Lehrbuch herum: „Chinesisch Superleicht – für Anfänger“. Der Titel klang zu verlockend, das musste ich einfach kaufen. Und wirklich kann es doch nicht so schwer sein, mehr als Tausend Millionen Menschen sprechen diese Sprache. Oder anders (chinesisch) ausgedrückt:  Shí yì ren- Zehn Hundertmillionen Menschen

Dann können wir das wohl auch lernen. Es müssen ja nicht gerade alle 60.000 (Liù wàn) Schriftzeichen sein. 3.000 sollen für das Zeitunglesen bereits genügen.

Heute war ich mit den Kindern in Hamburg. Zum Tropeninstitut, um unsere Tropentauglichkeit feststellen zu lassen. Peking ist zwar nicht tropisch, aber wir könnten ja mal in dem Land verreisen. Und im Süden kann es sehr heiß und feucht werden. Steffi war schon vor 3 Wochen zur Untersuchung. Und wer HIV-positiv ist, bekommt kein Visum. Wir bekommen bestimmt alle eins. Wir werden unsere Impfungen indes gehörig auffrischen müssen.

Komischerweise habe ich gar keine Angst vor der Zeit in China: ich bin sicher, dass es für alle aufkommenden Probleme eine Lösung geben wird. Das, was mir zur Zeit noch Angst macht, ist die Zeit vor der Abreise: Werden wir jemanden finden, der unser Haus bewohnen wird, wird es mit dem Verpacken unseres Habundguts und dem Umzug reibungslos gehen? Werden wir gesund sein, wenn der Flugtermin kommt? Werden wir dort eine Wohnung gemietet haben, in die wir direkt vom Flughafen aus ansteuern können? Ich würde mich gerne schon mal in die Zukunft vorreisen lassen, um zu sehen. Nein, reibungslos wird es nicht abgehen, da mache ich mir keine Illusionen. Bei Reibungslos fällt mir die Werbung für die Lotterie ein, bei der man eine schwarzweiß gesprenkelte Deckfläche abrubbeln muss. Die Wunderlampe macht alles reibungslos. Aber wir haben noch nie Lotterie gespielt. Wer wagt, gewinnt. Wer nicht mitmacht, kann auch nicht gewinnen. Ja was denn nun? Fest steht: wer sich nicht bewegt, kann auch nicht vorwärts kommen. 

 25. März 2013  No Responses »