Feb 262014
 

Am Sonntag war ich mit den Kindern wieder mal in Nanshan, diesmal zum Snowboardfahren. Steffi bleibt zu Hause, denn ihrer Erkältung geht es noch zu gut. Außerdem fahren wir anderen nur, weil es vielleicht die letzte Gelegenheit ist. Das Skigebiet schließt Mitte März. Die Luftwerte sind so, dass die Schüler in der Pause gerade noch rausgehen dürften.

Ich leihe mir auch ein Snowboard aus. Steffi sagt hinterher: „Jaja, wenn der Esel aufs Eis geht…“ Am Anfang auf der Babypiste läuft es noch ganz gut und ich freu mich, dass ich so schön sportlich bin, aber als ich die nächste Schwierigkeitsstufe ein paar mal gefahren bin, haut es mich auf den verlängerten Rücken, dass ich glaube, ich kann nie wieder aufstehen. Solveigh ist zum Glück sofort bei mir und hilft mir hoch. Ein Pistenhelfer ist aber auch nach einer halben Minute da, um sich zu überzeugen, dass kein Motorbob geholt werden muss. Irgendwie schaffe ich es ins Tal, aber der Tag ist für mich gelaufen.

Der deutschsprachige Arzt im Krankenhaus stellt am nächsten Tag fest, dass wohl die Bandscheiben gestaucht sind, und die Muskeln gezerrt, aber röntgen braucht er nicht. Beweglich sei ich ja noch, ich solle mich schonen. Gute Rede, ich kann sowieso nichts anderes. Ich bin froh, wenn ich meine Strümpfe alleine anbekomme.

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So wie auf dem Berg sieht es auch in der Stadt aus. Man sieht das nächste Hochhaus kaum. Wir haben es auch schon mal noch undurchsichtiger gehabt, aber die Tage ohne Sonne sind nun mit zwei Wochen schon zu zahlreich. In der Schule ist meine Familie mit bester Luft versorgt, nur der Weg hin und zurück ist gesundheitlich schädlich. Wie die meisten setzt Steffi ihre Maske auf. Die Luft schmeckt nach Ofen. Ich war nie in Bitterfeld, aber so ähnlich soll es dort gewesen sein.

Auf den einschlägigen Internetseiten kann man es besser nachlesen (und ich habe auch keine anderen Informationen): Alarmstufe zwei oder orange, es werden nicht genug Zement- und Stahlwerke geschlossen, die Proteste werden zahlreicher, die Regierung wiegelt ab. Offene Kritik wird sogar in der China Daily geübt.

Ein Sechstel Chinas soll unter Smog leiden. Schön ist was anderes. Hoffnungsschimmer ist der Wind, der für Donnerstag angekündigt ist.

 26. Februar 2014  No Responses »