Jan 182017
 

Am Ende unseres Kambodscha-Urlaubs waren wir noch ein paar Tage in Phnom Penh, wo wir hauptsächlich die Tage genossen.
Immerhin ist das vermutlich unser letzter gemeinsamer Urlaub gewesen, denn Martje hat keine Lust mehr mit den alten Knackern zu verreisen.
Wer kann es ihr verdenken – wir waren genauso.
Unser Hotel (Blue Corner Hotel) war tatsächlich blau angestrichen und der Concierge hatte sogar ein blaues Mobiltelefon.
Und es hat einen schönen Pool, in dem vor allem die Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben konnten. Und danach chillen.
Pool Blue Corner Hotel
Bevor es wieder ins furchtbar arschkalte und versmogte Beijing geht (Werte jenseits von 500 ppm – das hab ich zum Glück erst einmal selbst erlebt), genießen wir die relativ gute Luft und die Wärme.
Nationalmuseum
Cambodia
Und schauen uns ein wenig in den Märkten um.
Cambodia
Beim Rückflug über Guangzhou waren wir froh, dass JanIngmar einen Rollstuhl bekam, denn die Wege dort sind wahnsinnig lang. Und wir kamen in den Genuss, einmal als Erste im Flieger zu sein.
flieger
Cambodia
Vielleicht dadurch, dass wir das Gepäck im chinesischen Flughafen neu einchecken mussten, kam uns ein Gepäckstück abhanden.
Warten auf Lost Luggage
Wir hörten, dass man ständig hinterher sein müsse, um das Gepäckstück wieder zu bekommen. Aber ich muss sagen, dass die Leute vom Lost-and-Found ganz bemüht waren und jeden Tag angerufen haben, um uns zu sagen, dass sie weitersuchen würden.
Schließlich wurde der Rucksack nach 3 Tagen nach Hause geliefert.
Toller Urlaub, Kambodscha können wir nur empfehlen.

 18. Januar 2017  No Responses »
Jan 122017
 

Nun kommen wir endlich zum weiteren Ort, den wir unbedingt besuchen wollten und schon vor fast einem halben Jahr gebucht hatten. Das Elephant Valley Project existiert seit 2003 und ist eine Art Altersheim für kambodachanische Elefanten. Um von Siem Reap dorthin zu kommen, müssen wir über Nacht im Schlafbus fahren. Beidseits des Ganges befinden sich in zwei Etagen Betten, die man sich durchaus mit einem/einer Mitreisenden teilen muss. Am Morgen kommen wir in Phnom Penh an und fahren dann noch mal mit einem VIP-Kleinbus 5 Stunden bis Sen Monorom.
Im District Mondulkiri, dessen Hauptstadt Sen Monorom etwa 2000 Einwohner hat, leben die Bunong, ein Volksstamm, der seit ewig Elefanten aus dem Dschungel gefangen, gezähmt und für die Arbeit benutzt hat. Der Aberglaube will es so, dass es nicht erlaubt ist, Elefanten zu züchten, es müssen wilde Tiere sein. Wenn es dennoch passiert, dass ein Junges in Gefangenschaft auf die Welt kommt, müssen schwere Opfer von der Familie gebracht werden, ich habe verstanden, dass sogar das Junge getötet werden muss.
Dies Projekt hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, möglichst vielen Elefanten ein weitgehend wildes Leben zu ermöglichen. Sie kaufen Elefanten, die misshandelt werden oder nicht mehr arbeiten können oder krank sind auf, bieten möglichst dem Elefantenführer/Mahout einen Arbeitsplatz an und finanzieren das Ganze über Spenden bzw. Übernachtungsgelder. Für die zwei Nächte/drei Tage ist es naturgemäß teuer, da die Unterkunft etwa 20 Personen beherbergen kann. Für uns fünf haben wir etwa 1000€ bezahlt. Dafür wurden wir jedoch mit hervorragenden Führungen zu den jeweiligen Elefanten belohnt. Übrigens, falls es jemanden interessiert, ob wir geritten sind. Nein, und aus gutem Grund nicht. Die Last auf der Wirbelsäule und den Rippen, denn darauf stützen sich die Reitgestelle aus schwerem Mahagoni ab, fügen dem Bewegungsapparat starke Schäden zu und lassen das Tier schlechter atmen. Also kein Elefantenreiten mehr. Hinter dem Kopf sitzen wie es die Mahouts tun ist die einzige weniger schädliche Art.
Pause, während die Elefanten, den Bambuswald beweiden.
Cambodia
Cambodia
Das Projekt hat das über 1000 ha große Gelände gemietet und bezahlt dafür in Reis an die Dorfbevölkerung. Arbeitsplätze werden geschaffen und Ranger, um der illegalen Abholzung des Regenwaldes entgegenzuwirken, werden auch angestellt. Wir sahen bei der Hinfahrt nämlich etliche Motorräder mit riesigen Quadern auf dem Sozius, die im Wald noch mit der Kettensäge in gerade transportable Stücke gesägt wurden, aus den Wäldern kommen. Leute, die mit uns fuhren und vor 9 und 4 Jahren schon mal in der Gegend waren, waren erschreckt, wie sehr der Wald sichtbar zurückgegangen war. Solange es eine Nachfrage gibt, wird dieser Raubbau sicher nicht aufhören.
Wenigstens werden innerhalb des Elephant Valley auch neue Bäume gepflanzt, die hoffentlich nicht alle vorzeitig umgelegt werden.
Cambodia
(Dies Bild ist von JanIngmar)
Jeden Morgen und nachmittags machten wir also Ausflüge zu den Plätzen, an denen die Elefanten mit ihren Mahouts (einer pro Elefant) sich gerade aufhielten. Elefanten fressen so ungefähr 18 Stunden am Tag, da bleibt nicht viel Zeit für was anderes. Das ist noch ein Grund, weswegen in Gefangenschaft gehaltene Elefanten gesundheitlich abbauen. Sie bekommen hochenergetische Nahrung wie Bananen und verlieren früh ihre Zähne. Das führt dann zu Unterernährung und vorzeitigem Tod.
Elefanten haben nur 4 Mahlzähne, die sich im Lauf des Lebens wie unsere Milchzähne erneuern. Im Alter von 20 kommen keine neuen mehr.
Schluss der Belehrung, hier ein paar Impressionen.
elephant
Oft sehen wir sie nur von hinten, auf dem Weg zur nächsten Futterstelle.
Cambodia
Einer der Mahouts mit dem Elefanten im Gehölz im Hintergrund.
Cambodia
Da sieht man mal, wie dünn ein Elefant werden kann.
Cambodia
Silvester verbringen wir dann wieder in der Nature Lodge, wo die Bungalows auf der Kuhweide stehen.
Cambodia
Silvester 2016
Cambodia

– to be continued –

 12. Januar 2017  No Responses »
Jan 102017
 

Ist mir ja nun auch wurschtveganer Brotaufstrich, ob das noch mehr Leute interessiert oder nicht, ich zeig einfach noch ein paar Bilder von Angkor Wat. Genau genommen ist Angkor Wat nur der Name von einem der kleineren Paläste, die anderen heißen Angkor Thom, Ta Promh und so weiter. Beeindruckend jedenfalls sind sie alle. Ganz besonders ist aber der auf einer Insel gelegene Tempel, der von November bis Januar teilweise unter Wasser liegt.
Zu jedem Tempel gehört auch ein Blinden- oder Behindertenorchester, Kunstmaler und Postkarten verkaufende Kinder. Mönche sind eigentlich ganz normale Leute.
Überhaupt kann jeder Mönch werden. Das ist gar nicht mal so dumm, denn die Klöster betreiben Schulen, die den staatlichen Schulen nicht nur das Wasser reichen können, sondern vielfach bessere Lehrer haben und mehr Stoff vermitteln. Unserem Tuktukfahrer Teth ging es so. Er wurde als Kind in ein Kloster gegeben, weil seine Großeltern, bei denen er groß werden sollte, ihn sich nicht auch noch leisten konnten, wo sie schon das Schulgeld seines Cousins zahlen mussten. Nach dem Abschluss wurde er dann wieder weltlich.
Cambodia
Die Begehung des Stegs auf die Insel fällt in meine schwarzweiße Phase.
Cambodia
Bei den Tempeln sind fast immer sog. Apsaras in die Sandsteinwände gemeißelt. Das sind die Tänzerinnen, die bei Königs angestellt waren, um das Hofvolk zu ergötzen. Im Reiseführer steht, es seien ca. 600 von ihnen gewesen, was ihre Bedeutung hervorhebt. Dazu gibt es auch eine Geschichte, die sich um Götter, Dämonen und Fabelwesen rankt. Die Apsaras jedenfalls sollen als Nebeneffekt entstanden sein, als die Götter ihren Unsterblichkeitstrank aus einem Milchmeer herstellen mussten.
Cambodia
Heute sind nur noch die Füße zu sehen.
Cambodia
Heute findet man in den Tempeln auch ganz zauberhafte Menschen, nur etwas weniger anmutig in den Bewegungen.
Cambodia

Und jetzt noch ein paar unzusammenhängende Eindrücke:
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Und noch ein Baum für Martje.
Cambodia
Andere Leute finden Bäume auch gut.
Cambodia

– to be continued –

 10. Januar 2017  No Responses »
Jan 102017
 

Ach, das war ja noch gar nicht alles, was wir in Siem Reaps Umgebung gemacht haben. Der Tonle Sap, der zweite große Fluss in Cambodia, weitet sich südlich von SR zu einem See, der nach der Schneeschmelze im Himalaya auf dreifache Größe anschwillt und in dem ganz Schleswig-Holstein untergehen würde, so groß ist er dann. Die Häuser stehen auf mehr als sechs Meter hohen Stelzen, damit der Keller nicht unter Wasser zu stehen kommt. Zudem gibt es Dörfer auf Booten mit Schulen und Kirchen und Supermärkten auf Booten, die mit der jeweiligen Uferkante mitreisen.
Cambodia auf dem Tonle Sap
Hier gibt es auch Krokodilfarmen und Würgeschlangen werden gestopft, damit sie schön groß werden.
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Auf dem Rückweg schauten wir uns eine Schule an.
Cambodia
Die Schüler müssen selber mit anfassen, und lernen schon sehr früh, dass man seinen Dreck selber wegmachen muss.
Cambodia
Am benachbarten Tempel gibt es ein Fußballfeld.
Cambodia
Aber frech sind sie wie überall in der Welt.
Cambodia

– to be continued –

 10. Januar 2017  No Responses »
Jan 102017
 

Von Kampung Cham fahren wir mit dem Bus für $6 pro Person nach Siem Reap=Angkor Wat. Das berühmte Gelände mit den von Urwaldriesen überwachsenen Tempelanlagen ist nämlich in unmittelbarer Nähe der Stadt. Als Touri-Magnet ist Siem Reap natürlich von Ausländern überlaufen und zuerst fühle ich mich etwas unwohl, wie, als wenn ich nach Disneyland gefahren wäre.
Ich wusste nicht, wie riesig das Tempelgelände ist, genausowenig, wie ich wusste, dass der Film „Tomb Raider“ mit Angelina Jolie zum Teil hier gedreht wurde. Übrigens begann das humanitäre Engagement Jolies bei den Dreharbeiten, was sie zu der größten Spende einer Einzelperson an die Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen bewegte ($1m!) Da fällt mir ein, ich muss auch mal wieder was von meinem Reichtum abgeben.
Für $15/d mieten wir ein Tuktuk samt Fahrer, der uns an 3 Tagen durch die Gegend fährt und ein wenig der Kultur Kambodschas nahebringt. Unser Fahrer heißt Mr. Teth, was er wie T-tk! ausspricht.
Cambodia
Das Ticket in die antike Stadt ist für Ausländer relativ teuer. Wir zahlen jeder $20 für einen Tag am zentralen Kartenschalterhaus, bekommen dafür aber auch einen personalisierten Ausweis.
Angkor Wat
Weil alles so weitläufig ist, freuen wir uns zum ersten Mal, dass JanIngmar ein Handicap Fußicap hat, denn so dürfen wir bis an die Anlage heranfahren und können den beschwerlichen Weg durch den Dschungel auslassen. Einen Rollstuhl brauchten wir zum Glück nicht, denn dann hätten wir die Schönheiten nur von außen sehen können.
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Mein Lieblingsbaum:
Cambodia
Oder der?
Cambodia
Cambodia

Ich könnte noch etliche Fotos einfügen, aber wer will das schon alles sehen?

– to be continued –

 10. Januar 2017  No Responses »
Jan 092017
 

Von Phnom Penh aus haben wir uns zum Runterkommen ein paar Tage Landluft verordnet: Kampung Cham ist ein paar Busreisestunden (200 km) entfernt und klein und ländlich. Am Mekong, einem der 12 längsten Flüsse der Welt gelegen, sind in der Umgebung ein paar wunderschöne Tempel anzusehen.
Hier blicken wir vom Frauenhügel auf den benachbarten Phnom Pros. Der Sage nach stritten sich Männer und Frauen darum, wer denn um wen anhalten solle, wenn es ans Heiraten geht und vor allem, wer das Ganze bezahlt. Also gab es einen Wettstreit, mit dem Ziel, den höchsten Berg aufzuschichten, bei dem die hinterlistigen Frauen des Nachts eine Lampe an einem Pfahl aufhängten, um vorzutäuschen, der Morgenstern sei aufgegangen und die Arbeit könne als beendet angesehen werden. In Wirklichkeit arbeiteteten sie natürlich weiter und gingen als Sieger hervor.
Cambodia
Jan Ingmar ist tatsächlich die ganzen Treppenstufen und noch viel mehr auf Krücken hoch- und runtergekraxelt.
Eine bewundernswerte Energie hat der Krüppel Kleine.
Cambodia
Eine Gummiplantage und -Fabrik war auch ganz sehenswert.
Cambodia
Cambodia
Von den Tanks der LKW werden die festgewordenen Kautschukklumpen runtergeschmissen und gewaschen, kleingehäckselt und gewaschen und gesäubert und gewaschen und noch irgendwie behandelt und schließlich in unterschiedlichen Qualitäten zu Quadern gepresst. Und Eine-Tonne-Gewicht-weise verkauft.
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Die Männer arbeiten nahezu nackt, die Frauen haben Schutzkleidung.
Cambodia
Der Vorarbeiter erklärt uns ganz geduldig alles und lässt uns mitten durch den Arbeitsprozess laufen.
Cambodia
Eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten ist jedoch die Bambusbrücke, die aus 140.000 Bambusstangen in 3-4 Wochen jedes Jahr auf und wieder abgebaut wird. Die Hälfte der Stangen werden wiederverwendet. Pferdefuhrwerke und natürlich unser Tuktuk kann dort für $1/pers. auf die im Mekong gelegene Insel fahren.
Bambusbrücke
Bambusbrücke
Auch hier ist ein Tempel zu besteigen.
Cambodia
Den Baum hätte Martje gerne mitgenommen. Eingepflanzt selbstverständlich.
Cambodia
Die Snacks an den Raststätten lassen wir ebenfalls zurück.
Cambodia

– to be continued –

 9. Januar 2017  No Responses »
Jan 092017
 

Phnom Penh (endlich weiß ich, wo die h´s hingehören) ist ganz erstaunlich.

Mitte bis Ende der 70er Jahre wüteten die Roten Khmer, eine von Mao instruierte komunistische Partei unter Pol Pot, um alle Intellektuellen und Querdenker zu entfernen. Schlimmer noch als sie nur aus dem Land zu schicken, wurden ganze Familien unter schlimmsten Umständen gefoltert und schließlich ermordet. Wir haben uns das nicht angeschaut, weil uns allein die Vorstellung reicht, aber wenn einen der Horror reizt: Eine ehemalige Schule wurde damals kurzerhand zu einem Gefängnis umgebaut. Klassenräume wurden Zellen, Sportgeräte Folterinstrumente. Allein in dieser Einrichtung wurden in den vier Jahren der Herrschaft mehr als 17.000 Menschen inhaftiert und ermordet. Von denen, die das Gebäude als Häftlinge betraten, kamen nur sechs lebend davon. Wenn ich mir vorstelle, dass die Schule mitten im Stadtgebiet liegt und die Schreie der Gefangenen auf der Straße zu hören gewesen sein mussten,  schüttelt es mich vor Grauen. Immerhin ist das von den Vietnamesen schließlich eroberte Gefängnis fast wie vorgefunden zum Museum umgewidmet worden. In der Zeit der Roten Khmer wurde Phnom Penh fast komplett evakuiert, um Kambodscha in einen Bauernstaat zu verwandeln. 4 Jahre lang war es nahezu eine Geisterstadt.
Genocid Museum
Heute wird in Cambodia zum Glück nicht mehr gefoltert.
Cambodia
In der Stadt gibt es mehrere große Märkte, Paläste, Tempel und überall Tuktuks.
jeder Tag ist Markttag
Cambodia
Palastgebäude Phnom Penh
Cambodia
Alles kann per Motorrad transportiert werden.
Baustahl-Transport
Kinder lernen das sehr früh.
Cambodia
Die Menschen können sich, glaube ich, gar nicht vorstellen, dass man mal zu Fuß gehen möchte.
Kaum hat man das Hotel verlassen, wird man zum ersten mal angesprochen: „Tuktuk, Sir? Want to go Killing Fields? See palace?“ für unter 2 Dollar kommen wir als Ausländer eigentlich nirgendwohin. Überhaupt Dollar:
Bezahlt wird in Dollar. Wir hatten ausreichend amerikanisches Bargeld mitgebracht. Es gibt zwar auch eine lokal gültige Währung, den Riel. Der wird munter mit den Dollars gemischt. 4000 Riel sind ein Dollar, also bezahlt man für $1,25 entweder 5.000 Riel oder $1 und 1.000 Riel. Bis zum Schluss der Reise kam ich durcheinander, weil auch ein paar größere Scheine in Riel in Umlauf sind (der größte war 20.000 Riel wert). Beschissen wird man eigentlich fast nicht. Überall gibt es Bettler und Kinder, die Dinge verkaufen, um etwas Geld zu machen. Wie viele davon gar nicht zur Schule gehen, haben wir nicht herausgefunden. Dieser junge Mann sammelt Müll und verkauft es dann als Wertstoff.
Cambodia
Die Analphabetenrate soll jedoch um die 25% liegen. Englisch wird hingegen zumindest in der Hauptstadt viel verstanden. Zumeist findet sich jemand, der zur Hilfe eilt. In schriftlichem Englisch ist man nicht so sicher.
Cambodia
Das Klima hab ich ja schon als angenehm beschrieben. Steffi hat mir heftigst widersprochen und gesagt, 30 Grad im Schatten während der kühlen Jahreszeit sei nicht angenehm. Aber ich schwitze ehrlich gesagt lieber, als dass ich bibbere. Und auf dem Land war es nicht mehr so heiß.
Auf dem Wat Phnom
– to be continued –

 9. Januar 2017  Kommentare deaktiviert für Kambodscha #2
Jan 082017
 

Da wir relativ lange Weihnachtsferien haben, können wir 17 Tage lang in Kambodscha herumreisen. Weil die Winterzeit in Beijing immer sehr schadstoffbelastet ist, kommt uns die lange freie Zeit natürlich gelegen. Wir hatten ein wenig Bedenken, ob wir mit der Verletzung von Jan Ingmar denn überhaupt würden reisen können, denn sein Fußbruch ist gerade erst 2 Wochen her. Zum Glück darf er wieder Krücken benutzen, denn der Bruch im Handgelenk ist grade eben so verheilt.
Wir haben uns Cambodia ausgesucht, weil es nicht soo weit weg von China liegt, weil die Menschen freundlich sein sollen und weil es nicht so furchtbar teuer sein soll. (Na ja, am Ende war es doch nicht billig). Und natürlich wegen der reichen Kulturschätze und des Urwalds.
Wir waren vor Ferienbeginn derart eingespannt in Arbeit, dass keiner daran gedacht hat, noch mal nachzuschauen, ob man ein Visum benötigt. Am Tag vorher stellte sich heraus, dass man natürlich eines (sprich 5) braucht. Man kann es online bestellen, aber das dauert 3-4 Tage. Zum Glück kann man auch am Flughafen ein Visum „on arrival“ erhalten. Dafür braucht es lediglich ein Passbild 5x5cm (3 mal 4,5 hätte es auch getan) und Geld.
Wir kamen mitten in der Nacht an, aber die Schalter in Phnom Penh waren natürlich offen. Nach dem Ausfüllen der Formulare stellte sich heraus, dass wir mit unseren roten Dienstpässen zum ersten Mal eine diplomatische Sonderbehandlung erfahren: die Visa sind ruckzuck fertig und „no money needed“ höre ich vom freundlich lachenden Zollbeamten.
Ich habe kein Bild von unserem ersten Kontakt mit der Welt außerhalb des Flughafens gemacht, aber der Eindruck ist unvergesslich. Am auf den Parkplatz führenden Absperrgitter warten buntgekleidete Familien in Flipflops hockend auf Ankömmlinge und lassen uns fühlen wie Stars auf dem roten Teppich.
Es ist ähnlich laut wie in Vietnam, die mit kleinen Hondas überzogenen Straßen machen einem Bienenstock Konkurrenz. Die Tuktuks, die Motorradtaxis sind 110-Kubik-Moppets mit einachsigem Anhänger, in dem man alleine und zu zweit bequem, zu fünft etwas gedrängt (die arme Martje musste immer auf einer Pobacke sitzen) und zu zehnt nicht gerne unterwegs ist.
Der Verkehr ist langsam, alle passen gut auf die anderen Verkehrsteilnehmer auf, aber die Augen bekommen keine Ruhepause, denn es ist immer etwas los.
Luxus-TukTuk
Man kann mit Motorrädern buchstäblich alles transportieren.
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Cambodia
Cambodia Tankstelle
Tankstellen gibt es zwar auch, aber da der Tuktukfahrer im Allgemeinen von der Hand in den Mund lebt, hat sich ein anderes, ähnlich altes System als die gute alte Zapfsäule etabliert: die Cola-Glasflasche.
Cambodia
Manchmal wird Benzin auch in Plastikwasserflaschen serviert.
Cambodia

Phnom Penh ist mit eineinhalb Mio. Menschen grade etwa so groß wie Hamburg, aber man hat das Gefühl, diese sind stets alle auf der Straße. Jetzt ist Winter und das Klima ist recht angenehm. Nur selten war uns richtig heiß.
In die Höhe wird erst seit kurzem gebaut, denn bis vor ein paar Jahren war es verboten, höher zu bauen als der Palast des Königs hoch ist.
Dies ist eine Stupa vom Palastgelände. Der Palast kuckt links am Bildrand hindurch.
Cambodia
Überhaupt gibt es gefühlt überall Tempel und Altäre. Tatsächlich steht vor jedem Haus ein kleiner Altar, die verkleinerte Version eines Tempels, in dem ein Buddha sitzt und die vor ihm geopferten Räucherstäbchen und Früchte bewacht.
Cambodia

Apr 092016
 

Man fragt sich, warum wir denn schon wieder auf die Philippinen geflogen sind. Im Dezember waren wir doch erst dort?!
Drei Gründe sprechen dafür:

1.Die Philippinas und -os werden als das freundlichste Volk auf dieser Erde bezeichnet. Jedenfalls strahlt man uns fast überall erstmal mit breitem Lächeln aus braunen Gesichtern an.

Am Hafen von Batangas, kurz vor der Überfahrt nach Mindoro-Island klärt uns Senjor Mendoza und seine Crew auf, dass wir nichts befürchten müssen: Er steht für unsere Sicherheit gerade.
Mindoro, Philippinen

2. Mit viereinhalb Stunden Flugzeit ist es von Beijing nicht gar so weit bis nach Manila und wir wissen schon etwa, wie es läuft. Es ist rund um das Jahr schön warm bei 22-29°C und wir brauchen nicht viel Gepäck dabei zu haben.
Mindoro, Philippinen

3. Es gibt wenig Sprachprobleme, weil die Philippinen nicht nur von den Spaniern und Japanern, sondern auch von den Nordamerikanern „befreit“ wurden. Wir kommen mit Englisch gut durch. Selbst kleine Kinder können schon einen Grundwortschatz.
Mindoro, Philippinen

4. Die Preise halten sich in Grenzen. Es ist etwas schwer, an Geld zu kommen, denn ATM´s sind spärlich vorhanden, funktionieren oft nicht und geben immer nur ca. 200 € pro Tag aus. Wenn man dann auf einer Insel ohne AutomaticTellerMachine ein paar Tauchgänge bezahlen soll, kann es schon mal schwierig werden. Mit Dollars kann man das Problem dann lösen.

Unsere Bambushütte in Strandnähe war jetzt nicht der Komfortkracher, aber wir fühlten uns hier für 12 Tage lang wohl genug. Hier sitzen wir vor dem Restaurant. Wegen Martje´s Schulterverletzung konnten wir ja nun nicht grade einen Extremsport-Urlaub machen.
Amami Beach Resort, Mindoro, Philippinen

Ein paar Tauchgänge, bei denen Schildkröten und Seepferdchen zu sehen waren und ein paar Wanderungen taten unseren Seelen gut genug.
Mindoro, Philippinen
Aninuan-Waterfalls.
Mindoro, Philippinen
Und immer wieder Strand.
Mindoro, Philippinen

Mindoro, Philippinen

Die Menschen sind nicht nur sehr fleißig, wobei ich mich manchmal frage, ob man sich irgendwann an die Hitze gewöhnt und die Anstrengung besser aushält, sondern auch sehr schlau. Auf das beste Beispiel hat Steffi mich aufmerksam gemacht:
Mindoro, Philippinen

Und verkaufen kann man aus der kleinsten Hütte heraus.
Mindoro, Philippinen

Mindoro, Philippinen

Ich bin ja nicht so der Autofreak, aber die Fahrzeuge haben es mir schon angetan.
Mindoro, Philippinen
Mindoro, Philippinen
Man schert sich auch nicht so um die Vorschriften..
Mindoro, Philippinen
Am besten sind die Tricycles, auf denen durchaus mal 8 Personen und mehr transportiert werden können.
Mindoro, Philippinen
Und ohne anständigen Kühlergrill fährt hier gar kein Fahrzeug.
Mindoro, Philippinen

Strandblick. Von Land aus.
Mindoro, Philippinen

Landblick. Vom Boot aus.
Mindoro

Mir haben es auch die Ausflüge aufs Meer angetan. Die Ausleger der Boote machen so schöne Gischt. Überhaupt sind die Farben am Meer spektakulär.
Mindoro, Philippinen
Gischt

Wenn man viel Geld hat, kann man auch viel davon hier loswerden. Der Sonnenuntergang kostet allerdings nichts.
Mindoro, Philippinen

 9. April 2016  No Responses »
Jan 072016
 

Malapascua ist eine kleine Insel, die nördlich von Cebu liegt, was wiederum eine Insel so ziemlich im Mittelpunkt der Philippinen ist.
Warum hatten wir uns entschieden, dorthin zu reisen? Erstens ist sie klein, so hofften wir uns wenig Trubel vorzufinden. Außerdem gibt es hier keine Autos, also auch keine asfaltierten Straßen.
Zweitens finden sich reichlich Tauchschulen hier, weil es klares Wasser, einige Korallenriffe und steile Unterwasserwände in der Nähe gibt.
Und drittens hatten uns im Internet die einfachen Bungalows fast direkt am White Sand Strand gefallen. Von Ferne haben uns im Vorwege Kurt und Kiza alles nötige erklärt, den mitternächtlichen Transport vom Flughafen zur Insel organisiert und alles vorbereitet, so dass wir morgens um halb fünf in die Hängematten fallen konnten. Der Regenbogen über der Bucht direkt zum Sonnenaufgang machte die Ankunft perfekt.
Pano_Rainbow_Malapascua
Übrigens sind die Malapascuaner bereits 9 Tage vor Weihnachten schon voll aufs Fest gepolt: Nachts um 5 gibt es jeweils eine Messe, bei der so viele Leute anwesend sind, dass Stühle draußen gestellt werden müssen.
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Die ersten Tage nutzen wir zur Orientierung. Es gibt wirklich haufenweise Tauchschulen, aber die uns am nächsten gelegene divesociety hat so nette Leute an der Rezeption. Schließlich werden wir von Lanch unterwiesen, die mit ihren 22 Jahren selber erst seit etwa 2 Jahren taucht, aber den Unterricht mit Spass und dem nötigen Ernst betreibt.
An zwei Tagen gibt es morgens theoretischen Unterricht, nachmittags dann jeweils einen Tauchgang, erst in 2 Meter Tiefe, dann bis auf 5m, am nächsten Tag ist der erste von drei Tauchgängen morgens um 6 Uhr, weswegen wir um 4 aufstehen müssen. Von allen ist das aber auch der schönste. Wenn man dann schwerelos im Wasser schwebt und die Fischschwärme an einem vorbeiziehen, kann das schon glücklich machen.
Es dauert etwas, bis wir raushaben, wie das mit dem Höhersteigen und Sinken funktioniert. Das ist nämlich so, dass man eine Weste umhat, in die Luft gepumpt werden kann, und Bleigewichte ziehen einen nach unten. Wenn man grad so viel Luft aus der Weste abgelassen hat, dass man auf einer Höhe stehen bleibt, reguliert man das Steigen oder Sinken mit der Atmung. Wenn man einatmet, geht´s hoch, wenn man ausatmet, geht´s runter. Wenn man es mal raus hat und nicht vergisst, dass man natürlich weiterhin regelmäßig atmen muss, ist es gar nicht mehr schwer.
Wir hatten dann noch weitere 4 Tauchgänge, zwei an Gato Island, zwei bei Kalanggaman Island.
In Unterwasserhöhlen bei Gato Island kriegen wir tatsächlich Weißspitzen-Haie zu sehen (nicht gefährlich – 2 m lang) und die Kinder springen von einer 8 m hohen Klippe ins Wasser. Ich habs auch gemacht, aber ich war nicht so cool.
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Calanggaman Island zeigt das Bild einer typischen Südsee-Insel: weiße langgezogene Strände, Palmen, glasklares Wasser. Ist auf der Titelseite der philippinischen Fremdenverkehrsbroschüre.
kalanggaman island
kalanggaman island
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Kinder sind überall ähnlich:
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Das ist keine Cola light. In den Flaschen wird Benzin verkauft, damit die Knatterdinger um die Insel kommen.
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Leider war es nie richtig ruhig. Für Leute mit Ruhebedürfnis ist diese Insel nix. In der Silvesternacht bin ich um 4 Uhr aufgewacht, weil plötzlich Stille war. Analog zu Eustress kann man vielleicht Eulärm sagen.
Dreckig war es auch viel. Unser Strand wurde aber wenigstens immer morgens gesäubert.
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Und im Wasser sind viele Seeigel, auf die man treten kann. Steffi ist das am ersten Tag gleich passiert und Solveigh am letzten. Der Tip der Einheimischen ist: den Fuß eine halbe Stunde in reichlich Urin baden. Macht ja Sinn, denn in Urin ist Säure, die die kalkigen Stacheln auflösen kann. Essig geht vielleicht auch. Trotzdem mussten wir zusätzlich noch die Sicherheitsnadel bemühen.
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Abgesehen davon, die sieben großen Urlaubs-S: Sonne, Strand, Schwimmen, Schnorcheln, Schlafen, eSSen. Herrlich!
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NB: Eine Sache hat uns doch richtig geärgert. Bei der Ausreise ist am Zoll eine Gebühr von 750 Peso fällig. Warum und weswegen das denn? Diplomaten, Leute mit Arbeitsvisum und Kinder unter 2 Jahren ohne eigenen Sitzplatz im Flugzeug brauchen nichts zu bezahlen. Zum Glück hatte ich noch grad 3000 Peso übrigbehalten.

 7. Januar 2016  No Responses »