Jul 092013
 
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Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir uns von unseren Dingen trennen, die jahrelang auf dem Dachboden gelegen haben und die wir schon fast vergessen hatten. Steffi hat mich „gezwungen“, mein erstes Buch wegzuschmeißen: Winnetou I, das im Bücherregal meiner Eltern stand und an einem schönen Sommertag von mir als 9-jährigen Knirps vom Morgen bis zum Abend fertiggelesen wurde.
Aber auch Steffi musste abgeben.
Als wir schon mittendrin waren, stellte ich fest, dass LTB (WaltDisneys Lustige Taschenbücher) auf den Dachboden wanderten, wo gerade vorher Architektur-Fachliteratur und -folianten in die Blaue Tonne (Papiermüll) geflogen waren. Das ist also der Weg, den unsere Gesellschaft nimmt: Das Leichtverdauliche bleibt bestehen, während Wissen, Schönheit und Kunst den Bach hinunter gehen, bis sie in die Mündung des Reißwolfs fallen.
Schließlich hatten wir fast alles beisammen, um den Sperrmüllwagen erwarten zu können. Am Abend vorher schon stellten wir alles auf die öffentliche Seite vom Zaun. Es dauerte nicht lang, bis die ersten Nachbarn auftauchten, die etwas dazustellten, aber auch viele weiße Kastenwagen hielten an, um unseren Schrott nach Brauchbarem zu durchforsten. So hatten wir überlegt, ob wir uns an die Straße setzen sollten, um sperrmuell-spotting zu betreiben. Bei dem guten Wetter, das wir endlich haben, hätte es sogar Spaß gemacht. Nur müssen wir ja noch Kartons packen.
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Am nächsten Mittag war unser Gehweg wieder leer.

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 9. Juli 2013  Add comments

  One Response to “Weg damit!”

  1. Wir haben auch vor zwei Monaten unseren kompletten Dachboden freiräumen müssen, den wir über 20 Jahre als unerschöpflichen Ablageraum genutzt haben. Der Grund dafür ist, dass meine Schwiegermutter samt neuen Treppenlift dort oben eingezogen ist. Wir haben also 5 Tage lang geräumt und gekruscht und uns tatsächlich auch viel lieber von eigentlich materiell wertvollem, wie Folianten und Lexika getrennt, als von emotional wertvollem Tand, der seit Jahren unberührt dort liegt, wie z.B. das erste Faschingskostüm unserer Tochter. Aber auf eine seltsame Weise hat es sogar Spass gemacht durch das Sammelsurium vergangener Jahre (-zehnte) zu gehen und Erinnerungen auszulösen, um sich Ihrer dann zu entledigen 😉
    lg Lutz

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