Geschichtenbilder

Manchmal gibt es Bilder, bei denen man sich fragt, wie sie zustande gekommen sind. Oder was dahinter steckt. Vielleicht ist es dabei egal, ob die Frage beantwortet wird. Wenn es darum geht, ein Bild als gut oder schlecht zu beurteilen, gehe ich davon aus, dass ein Foto, das ich länger als eine Sekunde anschaue, erstmal gut sein könnte.
Ein paar davon will ich hier zeigen.
Teddy resigniert angesichts des ganzen Plastikbandes.
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Noch ein Teddy:
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Ob der Wertstoffsammler das Buch im Müll gefunden oder von Zuhause mitgebracht hat? Normalerweise liest jeder nur noch auf dem Smartphone.
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Dass sie liest, bezweifle ich. Selbst Erwachsene benutzen ihr Smartphone unterwegs meistens zum Spielen. Oder zum Bestellen bei TaoBao.
Jeden Tag werden Millionen Kinder von ihren Großeltern von der Schule abgeholt und eventuell noch zu ihren After-School-Kursen gefahren.
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Mit einem Auto ist das nicht so einfach.
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Wenn der Gehweg noch nicht fertig ist, aber das Mittagessen schon.
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Die Türschlösser der Dreiradtaxis sind nicht so gut, dass sie nicht manchmal aufgehen. Plastikflaschen sind perfekte Riegel, so scheint es.
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Diese Meisen müssen gute Ausbrecher sein, wenn sie in zwei Käfigen eingesperrt sein müssen, oder?
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Sollte es nicht eigentlich wie diese Zigarettenmarke heißen?
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Woher wusste sie das?
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So doll hat es lange nicht mehr geregnet.
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Dreiräder transportiert man mit Dreirädern.
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Wieviele Grillen sind hier vereinzelt gesammelt?
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Ich hab mal irgendwo gelesen, wenn eine 7 im Bild auszumachen ist, ist das ein Garant für ein gutes Foto. Achtet mal drauf.
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Ich hab nicht den geringsten Schimmer, was das soll.
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Wenn Gullideckel lose liegen, kann man schon mal in das Loch hineinfahren.
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Was ich immer wieder beobachte: Wenn jemand angefahren wird, bleibt er in GENAU der Position liegen oder sitzen, bis ein Polizist gekommen ist und den Unfall aufnimmt. Selbst im tiefsten Winter. Ich weiß nicht, ob es eine Regelung bei Autoversicherungen gibt, weswegen die Angefahrenen das so machen. – Wieder eine Sieben zu sehen übrigens.
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Immer wieder Hutongs

Hutongs haben es uns allen angetan. Die kleinen Gassen, in denen die meisten Häuser keine sanitären Enrichtungen haben außer vielleicht einen Wasserhahn, ziehen einen magisch an. Wie auch nicht, geben sie uns doch einen Einblick in das Leben von vor 50 Jahren oder mehr. Sicher haben auch hier Smartphones Einzug gehalten, aber wichtig ist etwas anderes. Zusammenleben.
Zuletzt habe ich die Hutongs nordöstlich des Himmelstempels „entdeckt“. Wenn man so mit dem Fahrrad hier herumfährt, kann man sich durchaus verfahren. Man findet immer auch wieder heraus, denn das Gebiet, das zwischen 20- und mehrstöckigen Häusern liegt, ist nicht riesig, und die Himmelsrichtung verliert man durch den zumeist rechtwinkligen Straßenaufbau auch nicht so leicht.
Im Stadtentwicklungsmuseum kann man erahnen, wie viele dieser niedrigen Bauten es im Innenstadtbereich noch gibt. Viele werden abgerissen und originalgetreu wieder aufgebaut. Der orangerote Teil ist die Verbotene Stadt, das Zentrum Beijings.
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Man muss sich wundern, wie viele Autos in diesen schmalen Gassen noch Platz finden. Ich würde jedenfalls nicht gerne hier einparken müssen. Man ist mit einem elektroberiebenem Dreirad meist besser bedient.
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Hier ein Bild aus dem WuDaoYing-Hutong von vor zwei Jahren.
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Die Leute hier machen es sich schon ganz nett. Überall gibt es kleine Gärten, Sitzecken oder Taubenställe.
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Die Farbe Grau muss man allerdings mögen.
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Ein anderer Hutong, den viele gar nicht kennen, liegt unweit der Deutschen Schule hinter der Amerikanischen Botschaft. An einem See gelegen, wo man für 40 RMB einen Platz zum Angeln mieten kann, liegt ein zur westlichen Lebensart krass gegenteiliger Wohnort. Teile davon werden schon seit einiger Zeit abgerissen. Es ist nur noch eine Frage von einigen Jahren, bis es das hier nicht mehr geben wird.
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Wie gesagt, ein großer Teil des Lebens findet draußen statt.
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Hutong an der DSP

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Die Menschen sind in der Regel freundlich und versuchen auch schon mal, ihren Unmut über die Stadtverwaltung oder die Regierung mit uns zu teilen. Leider komme ich mangels Sprachfertigkeiten nicht in tiefere Gesprächsgewässer. Hier wurde mir Opa gezeigt, der grade beim Essen einer Suppe mit Plastikschürze beschäftigt war.
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Vogelkäfige im Park

In der Nähe gibt es einen Park, in dem regelmäßig am Wochenende alte Männer sich treffen, um über ihre Vögel zu reden, Futter und Käfige zu kaufen und zu rauchen.
Ich habe auch schon einmal einen Käfig hier gekauft, allerdings als Andenken, nicht um einen Vogel hier einzusperren.

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Die Vögel tun mir leid. Ich nehme an, dass die meisten in der Wildnis gefangen werden. Aber singen können sie wirklich schön.
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Der Vogelliebhaber wandert mit seinem Käfig diesen wild schaukelnd zum Park und zurück. Dies Bild ist aus dem DitanPark. Das soll auch nur zeigen, dass man sie in der ganzen Stadt findet.
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An der Sanyuanqiao-Brücke treffen sich auch jeden Morgen Vogelfreunde.
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Diese Vögel hier sind gleich doppelt gefangen.
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Beim letzten Mal, als ich im Park war, hatte auch ein Zahnarzt seinen Stuhl dort aufgeschlagen. Ich wusste gar nicht, dass es noch Leute in Beijing gibt, die sich solchen Experten auf der Strße anvertrauen.
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In der Hauptsache repariert er Prothesen.
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70 Jahre VR China

Am 1. Oktober ist der Jahrestag der Gründung der VR China. Alle fünf Jahre wird das Ereignis groß gefeiert. Richtig groß. Selbstverständlich wollten wir auch die Parade sehen. Also begaben wir uns zu dritt auf Fahrrädern frühmorgens Richtung Verbotenem Platz (ja, ich weiß, der heißt nicht so).
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Seit langem sind die Straßen bewacht, die Teilnehmer trainieren seit Wochen für die Feier; Soldaten berichteten, sie hätten sogar Erwachsenenwindeln bekommen, weil sie kaum Zeit haben, aufs Klo zu gehen. Von Schlafen sei schon kaum noch die Rede.
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Wir kamen nicht mal nah ran. Zwei Straßen vorher war schon alles abgesperrt. Das ging auch anderen Leuten so. Nicht mal der Müllmann wurde durchgelassen. Wahrscheinlich war es auch nicht schmutzig, wo er fegen wollte.
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Immerhin konnten wir sehen, wie die Teilnehmer zu ihrem Startplatz gingen und später rannten. Aus den U-Bahnhöfen strömten endlose Schlangen von Trainingsanzug tragenden Menschen. Tüten in der Hand mit Utensilien zum Schwenken.
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In China Fahnenhersteller zu sein ist meines Erachtens der sicherste Job, den man haben kann. Die Straßen sind überall mit reichlich Flaggen geschmückt. Wer keine Fahne hängen hat, wird von den Nachbarn freundlich auf den Missstand hingewiesen.
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100.000 Leute halfen dabei, Herrn Xi eine schöne Feier zu bereiten. Die tollen Waffensysteme sahen wir nur von fern. Durfte ich nicht fotografieren.
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Die Straßen sahen wir nie so leer.
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Es ist wahrscheinlich wie in Köln beim Rosenmontagszug. Am besten sieht man alles im Fernsehen. Es war trotzdem toll, dort zu sein, weil die Stimmung klasse war. Fast alle haben gute Laune und genießen die freien Tage.

Wie verbringt man 10 Tage in Beijing?

Was kann man alles sehen, wenn man nur 10 Tage in Beijing zur Verfügung hat? Reicht es für die meisten Sehenswürdigkeiten aus?
Ich weiß, dass japanische Touristen in 10 bis 14 Tagen ganz Europa bereisen und damit ganz zufrieden sind. Beijing ist dagegen ja klein, auch wenn dessen Bevölkerungszahl immerhin 1/30 von Europa beträgt. Wieviel kann man nun schaffen, wenn man bei einer Familie wohnt, die schon 6 Jahre in Beijing lebt? So, dass man es trotzdem noch als Urlaub erlebt und nicht als Hetzerei?
Tag 1:
Wieder einmal verstehe ich am Flughafen nicht, warum der Wartebereich immer in Milchglas ausgeführt ist, so dass man nicht frühzeitig sehen kann, wer kommt.
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Angekommen morgens um 9 darf man sich nicht verleiten lassen, sich ein wenig auf dem Bett auszuruhen, weil man dann womöglich den Tag verschläft und die Nacht über wach durch die Wohnung tigert. Also nach der obligatorischen Anmeldung bei der Polizei, die ich diesmal in etwas einer Stunde rekordverdächtig schnell erledigte, kann ich mit den Gästen die nähere Umgebung zu Fuß erkunden.
polizeianmeldung
Jedes chinesische Kaufhaus hat im Dachgeschoss oder im Keller einen Imbissbereich, wo man sich aus einer Vielzahl von Essensvarianten seinen persönlichen Liebling aussuchen kann.
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Danach fahren wir mit dem Bus zum 798, dem zu einem Kunst/Kommerzgebiet umgewandeltes Indutriegelände, auf dem einst Radiobauteile gefertigt wurden.
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Auch für mich ist es nie langweilig, hier durchzulaufen, weil sich immer etwas neues finden lässt. Hier haben uns die riesenhaften Fotos von Leila Alaoui aus ihrer marokkanischen Heimat beeindruckt.
798 Leila Alaoui
Tag 2:
Der beste Einstieg in das noch unbekannte Peking ist ein Besuch in der Beijing Planning Exhibition Hall, die in den meisten Reiseführern nur erwähnt wird.
Hier hatte ich vor Jahren schon mal meine Begeisterung geteilt. man bekommt gut einen Überblick über die Riesenhaftigkeit der Stadt und sieht gut, wie sie organisiert ist. Für mich immer fast die erste Attraktion mit Neuankömmlingen.
Danach geht es durch die QianmenDaJie, die Dashilar und die LiuLiCheng, ein zwar renoviertes, aber in Teilen noch ursprüngliches Gebiet südlich des Verbotenen Platzes.
Dashilar Seitenstraße
Der letzte Punkt ist das National Center for Performing Arts, das von Wasser umgebene Ei, in dem Opern und Konzerte stattfinden. Manchmal kann man es von innen besichtigen, ohne eine Veranstaltung zu besuchen. Das Glück hatten wir nicht.
Am Abend ging es zur Feier anlässlich der Deutschen Einheit.
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Tag 3:
Diesen Tag verbringen unsere Gäste alleine. Die Verbotene Stadt schließt für die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag. Ich kann gerade noch morgens Eintritts-Karten online für den letzten Tag ergattern.
Am Abend die Besichtigung der Deutschen Schule bei der Lesung von zwei Titanic-Redakteuren.

Tag 4+5:
Wir fahren mit einem Taxi nach HuangHuaCheng, genau genommen nach XiShuiYu, wo wir in dem kleinen Gasthaus DeRunJu 3 Zimmer belegen. Der Park, in dem sich einige Mauerabschnitte befinden, ist ganz neu ausgebaut und für das 70jährige Bestehen der Volksrepublik herausgeputzt worden.
XiShuiYu
Am Abend sitzen die Gäste auf der Dachterrasse und singen Karaoke.
Karaoke an der Mauer
Morgens ruft uns der Tofu-Mann aus dem Bett.
Der Doufu-Mann
Auf der Mauer ist es voll. Viele Gruppen haben hier ihre Treffen und müssen Aufgaben bewältigen.
Teambuilding
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Teambuilding3
Die Mauerlandschaft sieht in jedem Licht gut aus.
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Es gibt einiges Skurriles zu sehen und zu hören. Die Schreie, die durch die Landschaft gellen, sind von Leuten, die für eine überdimensionale Trompete eine App bemühen und damit, je nachdem wie laut und wie lange sie hier hereinschreien, eine Fontäne im See in die Höhe zu treiben. Das war es dann mit der Ruhe im Paradies.
Trompete treibt Fontäne an
Die Mauer besetzt den Bergkamm wie ein Drache.
Mauer-Drache
Im Ort hat neben der Tradition auch Innovation einen Platz.
Roboter
Das Wichtigste bleibt jedoch der Mensch. Selten hatten wir so aufmerksame Gastgeber wie in unserer Unterkunft.
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Das Wetter blieb die ganzen Tage gut. Wir essen ja auch immer alles auf.
Aufgegessen

Tag 6:
Weil Brillen in Peking unschlagbar günstig sind und eine Ersatzbrille schnell (3 Tage für eine Gleitsichtbrille) gemacht ist, begeben wir uns mit Fahrrädern zum PanJiaYuan. Dort ist das Brillenzentrum Beijings und ganz in der Nähe ein Trödelmarkt.
Auch hier ist schwer geschmückt.
Fahnen
Serien-Ölbilder kann man für ca. 30 Euro erstehen. Wahrscheinlich kann man den Preis noch drücken.
Bilder in Öl
Und Maoplastiken allerorten in Plasig und hinter Glas.
Mao in Alabaster und Plastik
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Hmm.
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Im 80.Stock im CBD.
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Tag 7:
Ein Tag im Lama-Tempel und den Hutongs.
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Gerade ist die Gegend um den Lamatempel renoviert worden mit breiten Bürgersteigen und neuen Fassaden.
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Mittags esen wir im Dali-Restaurant. Hier gibt es gutes Essen ohne Speisekarte. Einfach überraschen lassen.
Granatapfel-Dali
Danach schauen wir uns die Hockney-Ausstellung im XiaoLiang-Hutong an. Sie ist mit fast 25 Euro zwar ziemlich teuer, aber eine Jahreskarte ist nur unwesentlich teurer. So können wir noch öfter im MWoods-Museum kucken gehen. Er hat sich auch mit der Verbotenen Stadt beschäftigt.
Hockney

Tag 8:
Einen ganzen Tag kann man im Himmelstempel verbringen. Inklusive Tennis-Spielen.
Und zuschauen wie andere Sport machen.
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Himmelstempel

Tag 9:
Ein Ausflug ins CAFAM, das Museum der Kunsthochschule ist immer interessant, allein schon wegen des Gebäudes.
Die Kunst ist natürlich auch ganz schön.
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Tag 10:
Abflug. Zaijian!

Das war es, was in 10 Tagen in etwa machbar ist. Besuch ist für mich immer ein Ansporn, die Stadt noch besser kennenzulernen. Beijing ist nie langweilig.
Um die Frage am Anfang zu beantworten: Nein, 10 Tage reichen nicht.

Garten-Expo in Yanqing

Im April kam Frau Klöckner in die Stadt, um die Garten-EXPO im Deutschen Pavillon zu eröfffnen.
Ich wurde gefragt, ob ich die offiziellen Fotos machen könnte. Da sagt man ja nicht nein und freut sich über ein kleines Zubrot.
Jetzt sind sie online und hier anschaubar:
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Man mag ja politisch über Julia Klöckner denken, was man will, aber sie tritt professionell auf. Sie begrüßt auch den geringsten Mitarbeiter mit Handschlag.
Hier sind noch mehr Bilder.

Phoenix Satelliten-Fernsehsender

Immer schon seit wir in Peking sind wollte ich das wie ein gläsern-metallener Donut an der südöstlichen Ecke des ChaoYangParks liegende Gebäude besichtigen. Leider war es nie für die Öffentlichkeit geöffnet. Jetzt gab sich doch die Möglichkeit. Ein Skulpteur hat zur Zeit hier seine große Ausstellung. Bei weiterhin laufendem Betrieb kann man die heiligen Hallen und nebenbei noch die Bronzen eines chinesischen Künstlers besichtigen.
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Donut

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Am Tresen kauft man eine Karte für 100 RMB. Vielleicht ist es der relativ hohe Ticketpreis, weswegen wir fast alleine dort waren. Peking hat so viel zu bieten, man kann auch nicht überall hin.
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Herr Zhang führte uns durchs Haus und zeigte uns die coolsten Spots zum Fotografieren.
Zhang Xiansheng

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Es ist, als wäre man im Himmel.
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Auch der innere Außenraum ist wunderschön, unter anderem weil man vom Straßenlärm abgeschottet ist. Nicht dass Beijing eine sehr laute Stadt wäre; jetzt, wo die Elektroautos gefühlt schon 25% aller Fahrzeuge ausmachen, erst recht nicht.
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In Real Life – Alexander

Die meisten meiner Fotos landen irgendwann bei flickr.com, hauptsächlich, weil ich sie dadurch gut in meinen blog einbetten kann.
Natürlich kucke ich auch, was andere Fotografen so machen. Dabei bin ich über jemanden gestolpert, der in Peking ähnliche Bilder wie ich macht, aber offensichtlich viel in U-Bahn-Nähe fotografiert. Zudem lichtet er Orte ab, die ich schon oft aufgesucht habe, die aber wie aus einer anderen Zeit stammen. Sein Flickr-Konto findet ihr hier.
Eine Besonderheit ist, dass jedes Foto mit einem Orts-Tag versehen ist, so dass man genau sehen kann, wo es aufgenommen wurde. Dafür trägt er einen GPS-Tracker mit sich herum, der am Computer später mit der Kamera synchronisiert wird.
Ich dachte mir, es wäre ganz nett, sich mal mit ihm zu treffen, also schrieb ich Alexander eine eMail. Er antwortete prompt und etwa einen Monat später trafen wir uns in seiner Hotel-Lobby.
Fast 2 Stunden saßen wir bei einem Bier nach vier zusammen.
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Alexander ist für einen Öl-Konzern regelmäßig in China und hat neben seinen geschäftlichen Treffen relativ viel Zeit, die er nicht im Hotelzimmer verbringt. Ihn interessierte die Pekinger Metro und daher fragte er sich, wie Beijing am Ende der U-Bahn Linie 1 wohl aussehen würde. Das war vor 10 Jahren PingGuoYuan. Als analytisch arbeitender Mensch machte er sich als nächstes auf, das genau andere Ende der Linie 1 anzuschauen. Danach den benachbarten Bahnhof und Umgebung. Inzwischen geht er von einer Station der einen Linie zur nächstgelegenen Station der anderen Linie, manchmal auch viele Stationen weiter. Dadurch sieht er noch ganz andere Gegenden. Die Metrokarte, die er mir vorlegte, zeigte überall rot ausgekreuzte Metrostationen. Ihm bleiben nur noch etwa 10 %, die er noch nicht gesehen (und fotografiert) hat. Und Beijing hat viele Stationen! Wenn ich richtig gerechnet habe, 391 und es werden noch mehr!
Die U-Bahn bei Wikipedia.
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Seine letzte Wanderung wird von Guangzhuang(关庄)Linie 15 bis Guangzhuang(管庄)Batong-Linie verlaufen, das sind 40 km.
Bei einem der Heimflüge nach Holland bearbeitete er am Laptop seine fotografische Beute, als ihn sein Sitznachbar ansprach und lobte:“Schöne Bilder, die du da von meiner Stadt gemacht hast. Ich könnte mir vorstellen, dass wir daraus ein Buch machen könnten.“ ??? „Wie kommen Sie dazu, meine Bilder zu einem Buch machen zu wollen?“ „Nun, ich bin der Bürgermeister von Beijing.“ Ist das nicht ein unglaublicher Zufall?
Das Ergebnis war, dass sie tatsächlich ein Büchlein zusammengestellt haben, das leider nicht käuflich ist, aber offiziellen Besuchern der Stadt als kleines Souvenir überreicht wird.
Daraus entwickelte sich natürlich noch mehr: „Du kennst unsere U-Bahn ja schon ganz gut, aber wusstest du, dass 2% des Budgets für den Bahnhof in Kunst am Bau verwendet wird? Du musst unbedingt mal die Bahnhöfe sehen, wenn keine Menschen drin sind.“ Also sah Alexander morgens vor Betriebsbeginn einige Stationen, wie sie sonst nur Mitarbeiter zu sehen kriegen.
Durch den Kontakt mit dem Mayor lernte er auch Offizielle in Shanghai kennen, der anderen chinesischen Stadt, in der er regelmäßig zu tun hat. Über Shanghai ist ein ähnliches Buch im Werden.
Dabei findet er abseits der normalen Straßen Orte, die viele Einheimischen überblicken. Wenn er am nächsten Morgen im Büro seinen Mitarbeitern die Bilder vom Vortag zeigt, schlägt ihm oft Unglaube entgegen: „Das ist in unserer Stadt? Aber das ist 20 Jahre her, oder?“
Seine offene Art führt dazu, dass er in kleine Gespräche verwickelt wird und vor allem Leute aus ländlicheren Gegenden besser kennen lernt. So kommen auch ganz schöne Portraits zustande.
Sein Glück ist, dass er, obwohl er nur leidlich Chinesisch kann, jederzeit seine Sekretärin anrufen kann, um das Gespräch mit den Leuten auf der Straße zu führen. Manchmal kommt sein Staff auch einfach vorbei und sie haben gemeinsam eine nette Zeit. Wie geil ist das denn?
Ich bin gespannt, was Alexander bei unserem nächsten Treffen zu erzählen hat und freue mich schon, vielleicht mit ihm unterwegs sein zu dürfen.

Deutschlandurlaub 2019

Deutschland ist für uns ja seit Jahren schon nur Urlaubsland. So ganz ist auch das nicht richtig, denn wir haben zu Hause natürlich die Steuererklärung abzugeben und uns um Bankgeschäft zu kümmern. Den Blick auf Deutschland nur einmal im Jahr zu richten, bringt mich jedenfalls zum Nachdenken. Was ist anders geworden? Was ist wie früher?
Es ist einfach ein viel bunteres Straßenbild, immerhin sind wir vor der Flüchtlingskrise nach China umgezogen.
Die Umgebung ändert sich nicht sehr, Neubaugebiete werden bebaut, Menschen werden älter oder sterben.
Trotzdem stelle ich fest, dass sich mein Blick auf Deutschland ändert. Mich nervt, dass man sonntags nicht einkaufen kann, dass Obst und Gemüse nur in geringer Vielfalt zu bekommen ist.
Wenn ich abends ohne Licht fahre (weil mein Licht einen Wackelkontakt hat), fürchte ich die Polizei. Und wenn ich bei Rot über die Kreuzung gehe, auf der weithin keine Autos kommen werden, muss ich mir dumme Sprüche von Passanten anhören. Zum Glück hat mir diesmal kein Rentner versucht, einen Stock in die Speichen zu pieksen, weil ich auf der falschen Seite des Radweges fahre. All das ist in China undenkbar. Dafür darf man vieles auch in Peking nicht. Mein Sohn musste schon einmal 20 RMB (ca 3€) bezahlen, weil er in Sanlitun mit dem Rad über eine rote Ampel gefahren ist. Aber das sind noch Ausnahmen.

Ich versuch mal, die Dinge, die ich für Deutschland typisch finde, zu zeigen.
Dieses Gaststättenklo wird vermutlich auch in 20 Jahren noch so aussehen:
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D_Kaaksburg_Klo4
Am selben Ort:
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Straßen, auf denen Fahren Spaß macht.
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Mein Elternhaus:
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Gäste sind herzlich willkommen.
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Graffiti ist überall.
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Viele Leute machen auch Bilder auf ihre Haut.
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Siloballen liegen auf den Feldern.
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getreide
Hier macht alles Spaß.
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Man kann alles machen. Beinahe.
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Manchmal ist das nicht gut.
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Die Menschen treiben die Zeit mit PokemonGo davon.
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Manche kennen das gar nicht.
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Sperrmüll wird auf Bestellung abgeholt.
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sperrmuell
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Meine Laufstrecke.
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Manche Wortspiele sind nicht für jeden verständlich.
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Züge fahren nicht.
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Dann streift man eben länger durch das Schöne Hamburg.
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Ein chinesisches Dreirad hat auch das schöne Leben gesucht.
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Und wir haben es gefunden.
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Luo Hong „Art“ Museum

Ich war letztens mit einem Freund in einem ganz besonderen Museum. Der Name kommt von dem Besitzer.
Aber fangen wir anders an: Luo Hong ist fast mein Jahrgang, 1967. Schon immer hat ihn Fotografie interessiert, aber auch das Backen. Soweit sind wir uns schon mal ähnlich.
In den letzten Jahren war er damit beschäftigt, zwei Konditoreiketten aufzubauen, die Holiland- und die Black Swan-Bäckerei. Von der Erstgenannten gibt es inzwischen 160 Filialen, von der Schwanenbäckerei weiß ich es nicht genau, aber die teuersten Torten dort hören bei 100.00 EURO noch nicht auf. Als Luo Hong sich überlegte: Was mach ich mit der ganzen Kohle, kam ihm in den Sinn, von dem, was ihm am liebsten ist, Fotos zu machen. Die teuersten Kamerasysteme und die ausgefallensten Orte waren ihm nur gut genug. Das klingt jetzt nach Neid und Missgunst, aber es gibt Leute, die mit ihrem Reichtum Schlechteres anfangen.
Also flog er mit Hubschrauber und was sonst noch nach Namibia, Kenia, die Antarktis, Is- und Grönland und Südamerika, um spektakuläre Aufnahmen zu machen.
Ich gebe zähneknirschend zu, die meisten sind nicht schlecht. Manche kitschig, aber es gibt schlimmere.
Damit möglichst viele Leute seine Bilder anständig bewundern können, baute er sich vor ein paar Jahren ein eigenes Museum in Peking und pflasterte zur Eröffnung die Pekinger U-Bahn mit seinen Fotos, ohne den Urheber zu nennen. (Das sprach sich auch so herum, war also auch perfekte Werbung für seine Konditoreiketten).
In ShunYi gibt es jetzt also ein Gebäude, das seine Bilder beherbergt. Alles ist chinesisch wie nur was: riesig, luxuriös, parkähnlich. Ein Klotz von Gebäude, Hügel, die vorher nicht da waren mit Bäumen, die vorher nicht da waren und Koi-Karpfen, die vorher nicht da waren in Seen, die nicht existierten.
Natürlich gibt es Konditoreien und Verkaufsräume für Bücher und Kuchen.
So, hier kommt mein Eindruck in Bildern:
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Die Fotos hängen natürlich nicht kleinklein, hier wird geklotzt:
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Ich stand noch nicht mal am Ende des Raumes.
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Wer will, kann am Ende für ca. 3 Euro klitzekleine Kuchen erstehen oder mit Töchterchen am Familienportfolio arbeiten.
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Das ist für mich China pur: machen, was machbar ist, egal, ob es sinnvoll ist. (Am Wochenende ist es voller, während der Woche waren wir über die Mittagszeit vielleicht 30 Besucher.)
Wenn es nicht funktioniert, wird es nach einer angemessenen Zeit wieder abgerissen.

ungesuchte Wege finden