Mai 172017
 

Am nächsten Morgen fahren wir tatsächlich um 7 Uhr wieder zur Plantage hinauf, an den Teeterrassen (komisches Wort, nicht?) vorbei.
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Wieder gibt es Mantou, die im Dampfeinsatz aufgebacken werden.
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Dazu nimmt jeder sich eine Schüssel mit Suppe, die wie Spargelsuppe aussieht, und stippt und schlürft zumeist im Stehen vor sich hin. Die Tische sind nämlich gar nicht aufgebaut und nur wenige Stühle stehen im Platz zwischen den HÄusern herum. Warum, das erfahren wir etwa gegen 8 Uhr.
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Ein Moderator mikrofoniert über die PA in Abständen irgendwas kaum Verständliches. Zuletzt kann ich in paar Worte doch heraushören: lai le – angekommen. Das bezieht sich auf das Brautpaar mit Gefolge, das in der Epanage angeschwebt kommt. Es gibt ein Feuerwerk und aus dem Rauch erscheinen sie mit mindestens 20 Luxuskarossen, die von Freunden und Verwandten zur Verfügung gestellt wurden. Nummernschilder sind nicht vorhanden oder überklebt oder ergänzt durch L-O-V-E-Schilder. Welch ein Auftritt!
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Die Autos werden auf dem Hof noch mühsam (ar)rangiert, um dann mit Gästen gefüllt wieder loszufahren, diesmal zur Wohnung der Bräutigameltern in der Stadt.
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Aber vorher: Der Bräutigam wird mit Braut in den LOVE-Room gesperrt und es wird so lange Geld unter der Tür hindurch geschoben, bis es genug ist, und er der Braut die richtigen Schuhe angezogen hat. Ein bisschen wie bei Cinderella.
Und dann ist Fototermin.
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Der Raum ist totol durchgestylt.
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Die Masseuse mit der (noch) unverheirateten Schwester. So ein rauschendes Fest wird es also noch einmal geben.
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Jetzt aber los!
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Und tschüss (zaitian heisst es hier natürlich), weg ist sie.
Danach kommen wir in einem Mercedes, den wir uns niemals leisten könnten (geschweige denn wollten), den Berg hinab. Der Reiseheilige der erfolgreichen Chinesen schaukelt wie wild am Rückspiegel und hilft beim erfolgreichen Überholen, so dass wir als drittes Fahrzeug nach dem Brautpaar das Ziel erreichen. Man muss unserem Fahrer wohl gesagt haben, dass die Ausländer den Einzug auf das nächste Festplätzchen von Anfang an miterleben sollen.
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Dort gibt es ein zweites Brautpaarzimmer, das nicht weniger üppig ausgestattet ist. Man beachte das vorab geschossene Bild über dem Bett, wo das Paar im roten Porsche posiert. Wenn das kein Glück für die Ehe bringt, weiß ich auch kein Heilmittel mehr.
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Und dann wieder Essen. Und die Eltern des Bräutigams werden auf der Bühne vom Paar geehrt (nachdem der Vater zum Affen gemalt wurde). Und wieder Schnaps. Und Fotos.
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Ah, da ist sie endlich!
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Man ist starr der Verzückung.
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Wir sitzen am Tisch der Familie!!
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Wir übergeben unseren Hongbao.
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Die Beträge werden gesammelt eingesackt und jeder wird im großen Buch eingetragen.
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Auch von hier noch ein paar Gäste:
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Am Nachmittag machen wir einen Zug durch den Ort BiKou und treffen die Locals:
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Zahnarzt
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Gegen Abend geht es zurück auf die Farm. Wir helfen bei der Ernte und bekommen den gesammelten Tee am nächsten Tag mit (wahrscheinlich war er nicht besonders gut gepflückt).
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Auf dem Hof wird bereits saubergemacht, man ahnt kaum noch, was in den letzten Tagen hier los war.
Am nächsten Morgen müssen wir wieder los zum Flughafen.
Ein letztes Frühstücks-Mahl mit den Gastgebern, bei denen die nächste Feier ansteht: Die Geburt des Enkels wird nachgefeiert.
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Schön war´s!
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Vielen herzlichen Dank!

 17. Mai 2017  No Responses »
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Als meine Chinesischlehrerin fragte, ob ich eine Hochzeit in China sehen und erleben möchte, sagte ich spontan zu. Zum Glück konnte auch Steffi mitkommen. Das Verrückte: Die Hochzeit findet in Sichuan statt, mehr als zweieinhalb Flugstunden entfernt von Beijing. Funfact No.2: Die Cousine der Masseuse meiner Chinesischlehrerin hat gefragt. Egal, wann hat man schon die Möglichkeit, solch einem Event beizuwohnen? Sie hatte noch mehr Leute gefragt, so dass wir als Gruppe von 7 Westlern der Zeremonie beiwohnen konnten. Es gibt von Beijing nach GuangYuan nur einen Flug am Tag. Es ist schließlich ein abgelegenes kleines Städtchen mit nur ca. 3 Mio. Einwohnern.
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Unser Transport vom Flughafen bis zum Hof in der Nähe von BiKouZhen, auf dem gefeiert wurde, war organisiert: ein Freund der Familie holte uns mit seinem Minibus ab. Zum Nachmittag kamen wir auf der Teefarm an. Am Morgen hatten die anderen aus der Gruppe bereits Tee gepflückt, denn die waren schon am Tag vorher angereist. Dieser Tee wurde unter unseren wachsamen Augen getrocknet. Auf 200 Grad erhitzt wird er für ca. 15 Min gewendet, muss dann noch etwas nachtrocknen und ist bereit, in der besten Qualität für 130 € das Pfund verkauft zu werden.
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Die Trockenmaschine:
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Und der zufriedene Teeplantagenmeister und Onkel der Braut:
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Der Teeaufkäufer, vermutlich der wichtigste Man in BiKouZhen, der auch Vorsitzender der Photografischen Gesellschaft BiKou ist und so aktiv wie ich mit dem Fotoapparat zugange war:
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Nach der Lehrstunde wurden wir auf die Plantage der Brautfamilie gefahren, wo es reichlich Essen gab.
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Zuerst gab es reichlich warmen Reiswein und Mantou mit lila Glückszeichen.
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Wir bekamen einen Ehrentisch. Ich hatte mit mehr scharfem Essen gerechnet, aber es war kaum von dem berühmten Pfeffer, der die Mundhöhle betäubt, verarbeitet worden.
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Eigentlich war alles total salzig, ausser dem Reis, der fade schmeckte. Aber wegen des Essens waren wir ja nicht hier. Mitanzusehen, wie etwa 200 Gäste versorgt werden, die alle aus der direkten Umgebung kamen, war toll. Alle wollten ein Foto mit uns (und ich selbstverständlich auch von allen). Klappte nicht ganz.
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Die „Kellner“ warten geduldig, bis das Essen fertig ist.
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Ihr wollt das Brautpaar sehen? Ach ja, deswegen waren wir ja hier. Bitteschön:
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Die Armen, mussten mit allen anstoßen. Am Ende konnte die Braut kaum noch stehen.
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Natürlich gab es Feuerwerk. Am Tag. Da sind die Chinesen eben so.
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Noch mehr Leute:
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Die Mutter unseres Fahrers (die für ihren Sohn Chancen bei der Masseurin sah):
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Mutter und Großmutter des Bräutigams (hinter Steffi das Brautzimmer):
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Am Ende waren alle um 9 Uhr abends schon müde und dem Glückstor wurde die Luft herausgelassen.
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Schließlich ist morgen auch noch ein Tag. Um 7 Uhr morgens müssen wir zum Frühstück wieder hier sein.

 17. Mai 2017  No Responses »
Mrz 112017
 

Die letzten kalten Tage sind jetzt wohl endlich vorüber. Ein kurzer Blick zurück auf den Winter. Wir hatten in Beijing nur einmal Schnee.
Snowcars
Normalerweise fegt und wässert er in unserem Compound.
GuojiYouyi
Weil uns das natürlich nicht reichte, sind Solli und ich nach Nanshan zum Schneegleiten gefahren. Sie Snowboard, ich Ski. Der Schnee backste aber schon ziemlich und von rasenden Talfahrten konnte nicht die Rede sein. Zum Snowboardlernen allerdings ideal.
Nanshan
Etwas merkwürdig, wenn ringsum alles braun ist.
Nanshan
Nanshan
Die Flüsse und Kanäle sind jetzt auch wieder eisfrei.
Angler in BJ
Am letzten richtig kalten Tag besprühte der Gärtner im ZuoJiaZhuang-Park die Bäume und Sträucher publikumsanziehend schön.
Eis
Eis
Jetzt macht das Tanzen draußen wieder Spaß und die Wäsche kann auch wieder nach draußen auf den Zaun.
Fächertanz
Wäsche aufhängen
Die morgendlichen Blicke über das CBD sehen fast immer so aus. Smog ist selten, wahrscheinlich weil grade der Volkskongress tagt.
CBD Beijing

 11. März 2017  No Responses »
Mrz 012017
 

Dieses Kunstwerk habe ich vor längerem bereits im TodayArtMuseum gesehen, vor kurzem war es im CAFA Museum, dem Museum der Kunsthochschule, zu sehen. Leider weiß ich nicht, von wem es ist.

Manchmal ist es nicht so wie es scheint.
Kunst2 Vorderseite

Von der Rückseite bietet sich ein anderes Bild:
Kunst1 Rückseite

 1. März 2017  No Responses »
Jan 272017
 

Seit dem Sommer hat Beijing sich verändert. Leider zum Schlechten. Finde ich. Irgendjemand in der Stadtregierung hat sich überlegt, die Wanderarbeiter und anderen nicht in Peking Gemeldeten aus der Stadt zu vertreiben.
Über die Jahre (vor unserer Ankunft 2013) haben sich kleine Zimmer zu größeren Läden entwickelt. Man hat einfach einen Verschlag, fest oder weitgehend mobil vor die Fenster gebaut und dann die Wand eingerissen. Selbstverständlich sind viele dieser Anbauten illegal entstanden. Es ist für viele der kleinen Geschäftsleute schwierig, die erforderlichen Unterlagen zu beschaffen, vielleicht ist es auch einfach zu teuer, die Erlaubnis zu bekommen, vor allem, da Korruption noch weit verbreitet ist.
Für uns haben die kleinen Geschäfte und Restaurants bisher den Charme unserer Gegend ausgemacht.
Dieser schöne Zustand wurde in den vergangenen Monaten rückgängig gemacht. Und zwar ruckzuck. Alles soll „schön“ werden.

Wenn man Chinesen aus Beijing zu dem Thema befragt, bekommt man eine andere Antwort. Die Sicherheit der Gebäude ist ein Hauptgrund, weswegen man es ganz oK findet, dass die Stadt in den letzten Monaten ein anderes Gesicht bekommen hat. Und dass hoffentlich die Bevölkerungsdichte in Beijing abnimmt, wird auch als positiv angesehen.
Ob für die Rückbauten Wanderarbeiter herangezogen wurden? Ich möchte darum wetten…
Den erwünschten Effekt hat es trotzdem nicht. Die Wohnungen sind zwar wieder zugemauert worden, aber dann stellen die Leute Hocker und kleine Treppen vor die Fenster und der Verkauf geht von da aus weiter.

Was das Fotografieren angeht, schwanke ich hin und her. Ich habe meine kleinen Projekte, die durch das kalte Wetter etwas leiden und in der Schule habe ich durch meine Frau auch durchaus Gelegenheit, meiner Fotoleidenschaft zu frönen.
Aber sonst fehlt mir die Motivation. Der Reiz des Neuen ist für Beijing einfach weniger geworden. Auch denke ich oft, wenn ich etwas Interessantes sehe, dass das andere Fotografen schon hundertmal besser abgelichtet haben. Da schlägt dann mein dünnes Selbstbewusstsein seinen Haken gegen mein Schienbein.
Ich weiß schon, was ich kann. Ich muss mich aber dazu zwingen.
Ein bisschen Glück ist wohl auch vonnöten.

Heute fangen die Ferien zum Chinese New Year (das Jahr des Hahns) an, eigentlich das Frühlingsfest, und die Chinesen statten ihre Wohnungen mit Glücksbringern aus und machen sich dann auf den Weg in ihre Heimat. In den nächsten zwei Wochen haben wir Beijing sozusagen für uns, denn mehr als die Hälfte der Pekinger kommt gar nicht von hier.
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Das Wetter ist meistens schön (sonnig), nur grün ist es noch nicht. Aber das kann man ja auch künstlich haben.
wood
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Mit dem Frühlingsfest kommt auch eine Extrazahlung aufs Gehalt. Das ist der HongBao, der rote Umschlag. Darin befindet sich z.B. ein halber Monatslohn, den die Chinesen sofort wieder in neue Sachen anlegen. Die Geschäfte sind in der Zeit so voll wie nie.
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Mit Steffi habe ich letztens 20 Minuten an der Kasse vom Carrefour gestanden, auch, weil es in diesem westlichsten der Supermärkte keine Laufbänder an den Kassen gibt und es so viele Zahlungsmöglichkeiten gibt. Die Barzahlung ist hier fast ganz abgeschafft. Bankkarten sind noch gar nicht mal so häufig, denn inzwischen kann man mit WeChat (dem chinesischen WhatsApp) bezahlen und scannt einen Code, durch den dann das elektronische Portmonnaie belastet wird. Selbst auf dem Markt wird diese Art der Bezahlung immer häufiger.
Da fällt mir ein, dass ich letztes Jahr schon eines kaufen wollte: ein Paar Schlittschuhe.
eislaufstühle

 27. Januar 2017  No Responses »
Dez 142016
 

In der letzten Zeit habe ich nicht viel geschrieben oder gezeigt; nicht, weil es nichts zu erzählen gäbe; das Gegenteil ist der Fall. Ich komme einfach nicht dazu und wenn, dann funktioniert irgendwas am Zugang zum Internet nicht richtig.
Jetzt also mal ein Update:
Wir haben ein klein bisschen was von einer Pechsträhne. Zunächst war Martje am Tag, an dem die Wunde der extrahierten 4 Weisheitszähne inspiziert wurde, von einem Dreiradfahrer (die Dinger mit Kabine) von hinten angefahren worden, so dass der Lenker verriss und sie über den Lenker kopeister ging. Der Kopf war zum Glück nicht betroffen und entgegen der landläufigen Meinung unter den Ausländern in China wurde ihr von verschiedenen Seiten in der Situation geholfen. Nicht von dem, der sie angefahren hatte – der war sofort weg. Leider war sie auf die Hand gefallen und hatte ein Prellung und Abschürfung und blaue Flecken.
Nach 3 Wochen war die Hand noch nicht wieder in Ordnung, so dass wir einen Spezialisten hinzuziehen wollten.
Wie es dann so kommt, war auch JanIngmar´s Handgelenk durch das verdammte Skaten in Mitleidenschaft gezogen worden. Also machten wir einen gemeinschaftlichen Termin bei dem hervorragenden Arzt Zhang JianXin in der Beijing United Family Klinik aus. Der stellte bei JanIngmar einen Bruch in der Wachstumsfuge fest und bei Martje eine Verletzung der Handseitenknochen. Also bei beiden Ruhigstellung und keinen Sport für 5 Wochen.
Hände
Was soll man mit dem Jungen bloß machen? Er hört ja nicht und lässt sich auch nicht bremsen. Er wollte nur seine Kumpels beim Skaten filmen, was sein neuestes Hobby ist. Also rollte er neben seine tricksenden Freunden nebenher, und das ging auch so lange gut, bis er an einem Loch im Boden hängenblieb und abspringen musste. Leider war eine Treppe dahinter und er landete auf der vorletzten von 6 Stufen, knickte um und hat jetzt den Ärger.
Als er nach Hause kam, war der Fuß doppelt so dick wie er gehört, und wir fuhren sofort in die Unfallklinik. Dort war im Röntgen nix zu sehen, aber im CT ein Abriss eines Knochenstücks, an dem ein Band festhängt, zu verzeichnen. Da es noch keine fertigen Knochen sind, kann man nicht nageln oder schrauben. Da die Schwellung zu groß ist, kann er keinen Gips bekommen. Das waren 4 harte Tage für ihn, im Bett zu liegen, ständig das Bein hochzulagern und das Haus nicht zu verlassen.
autsch
Am liebsten möchte ich die Kinder festbinden und in Watte einpacken. Vielleicht fang ich mal mit der Toilette an und polster die ab. Das nötige Zubehör finde ich ja auf jedem gängigen Straßenmarkt.
Markttag
Wenigstens auffällig und so für den Straßenverkehr sicherer machen könnten wir die Kinder, indem wir ihnen ein Hello-Kitty-Outfit verpassen. Dann frieren sie jetzt im Winter auch nicht so doll.
hello-kitty
Jetzt hat JI für die letzte Schulwoche einen Leihkrankenstuhl und rollt durch die Schulflure. Angeblich kann er schon auf zwei Rädern Balance halten…

Die Ausstellung in der DSP, bei der wir die Dienstleistungskräfte in Scene gesetzt hatten, war leider mit schlechtem Kleber aufgezogen worden und kam dem Betrachter zu sehr entgegen. Sprich, sie fielen von den Wänden. Daher wurde reklamiert und da nicht nachgeklebt werden konnte, musste neu gedruckt und mit besserem Kleber neu aufgezogen werden. Daher fand sich an einem Sonntag beim Müllhaufen dieses Knäuel aus Körperteilen.
Ausstellung
Mit größter Wahrscheinlichkeit sehe ich dieses Bild noch einmal, denn diesmal ist der Druck grottenschlecht und es muss noch einmal gedruckt und geklebt werden. Ich bin gespannt.

Erfreuliches gibt es aber auch zu berichten:
Solveigh ist Mitte November mit 8 anderen Turnerinnen als DSP-Team nach Shanghai geflogen (nobel geht die Welt zugrunde) und hat dort an einem Turnwettkampf teilgenommen. Da sie erst seit diesem Sommer wieder das Turnen trainiert, hat sie leider keine Platzierung errungen. Die chinesische Gegnerschaft war einfach zu stark. Aber dabei zu sein ist bekanntlich alles.

Meine Kollegin Claudia (Turn-Trainer-mäßig gesehen) hat dafür gesorgt, dass noch mehr Kinder auch in Beijing am vorigen Wochenende die Gelegenheit haben, sich mit anderen zu messen. Diesmal hat sich das harte Trainieren ausgezahlt und auch Solveigh konnte zwei Medaillen nach Hause tragen. Wobei ich sagen muss, dass ich eine solche Flut an Medaillen noch nie gesehen habe.
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Aber Solveigh war wirklich gut und hat die Plaketten voll verdient. Das Beste ist, dass die DSP zweimal Teamsieger war und damit alle Sieger waren.
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Turnwettkampf WAB (28)
Die Leistungen der anderen Turnerinnen war übrigens sehr hoch, manchmal konnte man seine Augen nicht von den Kunststücken abwenden. Daher werden wir in den nächsten Turnstunden an dem doppelten Flickflack mit anschließendem Rückwärtssalto arbeiten.
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Gestern nun wurde die Ausstellung der Fotos, die ich mit meinem chinesischen Fotografen-Freund HeYou fotografiert hatte, eröffnet. Das war ein Schulevent gewesen, der vom Goethe-Institut organisiert worden war. Im Juni hatte David Fermer, der im WDR eine kleine Kindersendung für Kinder macht, von einer Auswahl deutscher und chinesischer Schüler Handpuppen basteln und damit kleine Filme erstellen lassen. Gestern war nun die Zeremonie, bei der die Zusammenarbeit zwischen einer der renommiertesten chinesischen Schulen und der Deutschen Botschaftsschule besiegelt wurde.
RenDa
RenDa
So, das war ein erster Abriss der vergangenen Wochen. Es gibt natürlich noch mehr zu berichten.
Der Titel mit dem Pech stimmt nicht, schon alleine weil ich ein positiv denkender Mensch bin. Er ist natürlich gewählt, um möglichst viele Leute auf den Blogpost aufmerksam zu machen, denn nichts verkauft sich so gut wie schlechte Nachrichten. Uns allen weiterhin viel Glück! Und wenn ich es nicht mehr rechtzeitig schaffe, eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2017!

 14. Dezember 2016  Kommentare deaktiviert für Zhen bu qiao – Pech gehabt!
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Jetzt ist nicht nur in Windeseile der Herbst an uns vorbeigezogen, heute ist mit dem ersten Schneefall auch der Winter gekommen. Die Höchsttemperatur wird -3 Grad betragen.
Vorgestern konnte man noch gemütlich im Park Zeitung lesen.
Goldener Herbst
In Beijing ist in den letzten Wochen eine furchtbare Geschäftigkeit aufgekommen: In unserer Straße hat man alle Läden, die mit leicht provisorischer Bauweise erstellt worden waren (und die sich in den letzten 3 Jahren allerdings nicht geändert hatten) abgerissen und die Häuser schön geputzt. Angeblich dürfen in Wohnhäusern keine Geschäfte mehr untergebracht werden.
Aber die ganze Stadt wird gerade umgearbeitet. Selbst in der GuiJie, der Geisterstraße, in denen sich ein Restaurant ans andere reiht, bleibt kaum ein Stein auf dem anderen.
Abriss
Und so geht es weiter. Es sollen nach und nach alle interessanten Märkte, die den Charme von Beijing bisher ausgemacht haben, entweder in Hochglanz-Malls umgebaut oder außerhalb der Stadt neu eröffnet werden. Und so sieht´s dann aus: leere Hallen, die aussehen wie überall in den Metropolen dieser Welt, in denen sich ein paar Reiche zum Kaufen und viele Arme zum Kucken tummeln.
Supermall
Den Kindern ist es egal, die finden überall einen Platz zum Spielen.
Rüstung_Kinder
Aber es sind nicht alle so kreativ (oder arm), um sich die Rüstung aus Pappkarton selber zu machen. Daher gibt es diesen ganzen Plastikscheiß, der ja meistens in China hergestellt wird, auch hier zu kaufen, und das in viel größeren Dimensionen als wir es aus Deutschland kennen.
Halloween
Es ist ein Jammer. Gut, vieles wird auf alt gemacht und ist auf den ersten Blick wieder charmant, aber wer die Entwicklung miterlebt, verzieht säuerlich das Gesicht.
Baustelle YongHeGong
Die türkisgrüne Wand ist der Altbau!
mauer alt und neu
Hier steht ein Arbeitszimmer.
Arbeitszimmer
Und so etwas wird man in Zukunft immer weniger sehen: ein Arbeitssaal, in dem kein Computer steht. Das Bild ist schon ein paar Wochen alt, ich weiß nicht, ob es den Raum , geschweige denn das Gebäude überhaupt noch gibt.
Computerloses Büro
Über neuneinhalb Jahre Bauzeit für ein einziges Gebäude (Elbphilharmonie z.B.) kann man in China jedenfalls nur lachen.
Dafür sieht es dann manchmal eben so aus.
Strom und so (2)

 21. November 2016  No Responses »
Sep 272016
 

Jetzt zieht auch in Beijing der Herbst ein. Starke Regenfälle wechseln sich mit Sonnenschein und Nebel (natürlich mit etwas Smoke vermischt) ab. Im Vergleich mit Deutschland ist es noch immer angenehm warm.
Seit einigen Tagen trifft sich die Nachbarschaft gehobenen Alters immer in der frühen Abendzeit zum Polonaise-gehen. Mich rührt es immer wieder an, wenn ich sehe, wie selbstverständlich der Straßenraum genutzt wird und wie egal es eigentlich ist, was die „Anderen“ denken. Einfach machen – auch mal eine gute Idee.
Tänzer bei Nacht
Fünf Meter entfernt davon steht dieser Sessel, damit an der Stelle kein Auto parkt. Es wird nämlich langsam wirklich lästig, dass die Gehsteige und anderer öffentlicher Raum zugeparkt wird.
Regen

Die Verbotene Stadt wird zur Zeit renoviert.
verbotene Stadt
Auch im Schlafrock kann man dort Besichtigungen machen:
bubbles

Spielplätze gibt es auch in den Hutongs. Manchmal sind sie nur kurz bespielbar.
Spielplatz

Im Markt ist immer irgendwas interessant.
show me!
Dies Käfigtier kauft mit seinem Herrchen Gemüse und Tofu.
Bird goes shopping

Auf der Straße.
puppies

Melonenverkäuferin
Melonenverkäuferin

Regen muss man wegen zu viel Segen manchmal fegen.
Regenfegen
Und so wirds gemacht. Einmal am Tag muss man sich einen neuen Besen machen.
Straßenfeger
So macht amn Besen

Der Thron des Parkwächters:
Thron des Parkwaechters

Ich hab jetzt ein neues Telefon. Um alle meine sozialen Netzwerke wiederherzustellen, braucht es seine Zeit. Und WeChat, das chinesische Pendant zu WhatsApp ist da etwas speziell.
Als ich mich nämlich dort verifizieren will, wird mir diese Seite angezeigt, auf der ich zwei Freunde anklicken soll. Nur dass das klar ist, die Person oben rechts ist nicht mein Freund/oder gar meine Freundin.
dasgibtsdochnicht

 27. September 2016  No Responses »
Sep 112016
 

Jan Ingmar skatet/skateboarded inzwischen so gut, dass er mit den Großen in Beijing ganz gut mithalten kann. Er ist oft mit älteren Freunden in der Stadt unterwegs und erkundet die besten Spots. Auch einen Sponsor hat er letztens gefunden. Fu-Griptape stattet ihn daher mit Sachwerten aus: T-Shirts und – wie könnte es anders sein, Sandpapier zum Aufkleben.
Heute nun war ein Wettbewerb in Sanlitun, an dem er teilnahm. Immerhin winkte als erster Preis einige tausend Kuai. Als wir zum Jubeln und Anfeuern eintrafen, lief grade das Cheerleaderprogramm ab.
Skatecontest Sanlitun
Es gab richtig viele Zuschauer, denn am Sonntag sind in den Malls immer am meisten Menschen unterwegs, weil ja die meisten Menschen in der Woche arbeiten müssen.
Skatecontest Sanlitun
Selbst die Köche der Restaurants machten eine wohlverdiente Pause und begutachteten das Spektakel.
Skatecontest Sanlitun
Obwohl er mit seinen 14 Jahren der Jüngste ist, fällt er zwischen den über 20-jährigen gar nicht groß auf. Die Chinesen sehen für unsere Augen lange sehr jung aus und sind im Alter schwer einzuschätzen.
Skatecontest Sanlitun
Hier kann man sehen, dass es wirklich nicht nur eine paar Leutchen waren, die zuschauten. Daher klappte alles auch nicht ganz perfekt. Die Hauptsache finde ich ja immer, dass er nicht wieder eine schwere Verletzung davonträgt, da ist es mir egal, ob er dann 3. oder wie heute Fünfter wird.
Skatecontest Sanlitun
Am Schluss gab es nicht das ersehnete Geldbündel, sondern „nur“ ein paar Achsen und Kugellager. Aber es ist wie bei Olympia: Dabeisein ist alles.
Skatecontest Sanlitun
Toll finden wir auch immer, welch kollegiale Atmosphäre unter den Skatern herrscht. Alle passen auf, dass ein Board nicht einfach anderen zwischen die Gräten gerät, und wenn jemand einen Trick besonders gut geschafft hat, klopfen alle als Anerkennung mit dem Board auf den Boden.
Skatecontest Sanlitun
Skatecontest Sanlitun
Im Rahmenprogramm gab es neben den Go-Go-Girls auch noch ein paar andere Darbietungen. Aber als Vater findet man doch nichts so gut wie die Taten des eigenen Eiweißes.
Skatecontest Sanlitun

 11. September 2016  No Responses »
Sep 052016
 

Nachdem ich in den letzten 2 Monaten nur 2 kleine Beiträge geschrieben habe, fällt es mir schwer, wieder was Bedeutungsschweres zu zeigen oder zu beschreiben.
Es ist in den ersten Wochen seit Mitte August in Beijing verdammt heiß gewesen und selbst in der Nacht ist es selbst ganz ohne Decke im Bett schwer auszuhalten.
Auf der Straße geht es auch nur im Schatten:
Shadow
Ich glaube, dies ist der langweiligste Job in ganz Beijing:
waiting
Wohingegen dies so gar nicht langweilig ist:
Love in private space
Als wir noch in Deutschland waren, soll es in BJ so viel geregnet haben, dass jemand sogar seinen Jetski aus der Garage geholt haben soll, um auf den Straßen damit herumzufahren. Auf Youtube ist ein kurzes Video davon zu sehen.
Wir dachten, jetzt noch mal schnell die frische Luft in Deutschland einatmen und ein knappes Jahr davon leben.
Wolken_D
Die Befürchtungen waren gar nicht berechtigt: Wir haben kaum Smog gehabt, fast jeden Tag war blauer Himmel zu sehen und es gab spektakuläre Sonnenauf- und untergänge.
Wolken_CN
In den letzten Tagen waren wir viel in Museen und Galerien und haben vor, das auch noch öfter zu machen. Die staatlichen Museen sind ja sowieso unentgeltlich zu besichtigen. Man muss allerdings seinen Pass dabeihaben. Aber auch in die Galerien kann man in der Regel einfach so hineinspazieren.
National Art Museum

Von Kleinausstellungen bis zu berühmten Künstlern ist alles dabei. Zuletzt war ich in der Ausstellung von Andy Warhol im 798-Gelände. Die ist zwar nicht superspektakulär, aber wenn ich mal die Original-Polaroids von Sylvester Stallone, Mick Jagger, Keith Haring oder Pele sehen kann, freut es mich.

Mein derzeitiges Fotoprojekt ist, dass ich Familien, die neu in Peking angekommen sind, ablichte und dann im Jahresrhythmus wieder, was wohl besonders interessant wird, wenn die Kinder zur Zeit noch klein sind. Hätten wir das mal, als unsere Familie noch jung war, mal machen lassen. Ich mein, man macht ja immer mal wieder Bilder von sich und sammelt diese, aber wenn man das als bewusste Aktion angeht, werden die Bilder doch was Besonderes.
Da mir noch nicht genügend Familien vor die Linse gelaufen sind, möge, wer grad in BJ angekommen ist und das liest, mal Kontakt mit mir aufnehmen. Ob und in welcher Form die Bilder gezeigt werden, weiß ich noch nicht, aber ich würde mir eine kleine Ausstellung wünschen.
Die Ausstellung der Doppelhauthälfte ist über die Ferien übrigens dank Herrn Ernst und Beijing Winkels zur Dauerausstellung geworden. Die Bilder sind allesamt auf anständige Rahmen laminiert und zieren jetzt die Mensa wenigstens das nächste Schuljahr hindurch.
Gestern waren wir bei der Ausstellung meines Freundes HeYou, der in einem Fußgängertunnel in der Nähe der Nationalbibliothek Bilder von Leuten auf dem Weg von der Arbeit nach Hause gemacht hat. Die Bilder hat er am Abend vor der „Vernissage“ an genau der Stelle an die Wände geklebt. Leider wurden sie in der Nacht von den Ordnungshütern zum größten Teil wieder abgerissen. Manche Fotos bekamen dadurch das gewisse Etwas.
Heyou_Exhibition
Heyou_Exhibition
Seine Kollegen, die zwei Drittel der „Ausstellung“ bestreiten, waren nicht so schnell mit aufhängen, weswegen deren Bilder den Tag über komplett gezeigt werden konnten.
Heyou_Exhibition
Heyou_Exhibition
Heyou_Exhibition
Am Ende kann man von Kunst ganz schön müde sein.
National Art Museum_Kunst ist anstrengend

 5. September 2016  No Responses »