Aug 182013
 

Meine Augen glauben nicht, was sie schlaftrunken am Himmel erblicken: Blau! „Steffi! Steh auf, wir müssen nach oben.“ Unsere Dachterrasse wurde mal aus Versehen Dachboden genannt und jetzt ist dieser Ausdruck zum Running Gag geworden. Wie wir gleich am ersten Tag lernen mussten, wohnen wir gar nicht im 26. Stock, und der Dachboden ist nicht der 27.

Die Zählweise geht so: Das Erdgeschoss ist der 1. Stock, 2 und 3 sind noch normal, aber danach werden alle ausgelassen, die die chinesische Unglückszahl 4 enthalten und, Hommage an den Westen, auch die 13. Also sind es insgesamt 22, Martje und die Pflanzen wohnen im 23. Nach deutscher Definition liegt unsere Wohnungstür im 21.

Die Lage gefällt uns total gut, da niemand uns in unsere Fenster kucken kann (aus 2 km Entfernung geht es doch) und wir vom Dachboden aus beinahe einen 180° -Blick nach Nord-Osten haben.DSCF7302

Ein paar Quellwölkchen ziehen über den klaren Himmel, am Horizont können wir sogar die fernen Berge sehen.D7K_5776

Pano Beijing east

Und nach Süd-Westen erkennen wir den CCTV, die „große Unterhose“.Pano Beiing Southwest

Die Pflanzen auf dem Dachboden gehen bei der Hitze ohne Wasser natürlich ein, also haben wir (zur Zeit eher Steffi) richtig zu tun.D7K_5787

Unser Dachboden leidet etwas unter charmanten Verfallserscheinungen:D7K_5784

D7K_5783Unser Vermieter ist Israeli, der mit einer Chinesin verheiratet ist und mit ihr und den Kindern in Israel lebt. Die Dachterrasse gehört eigentlich gar nicht zu unserer Wohnung, die Nutzung wird aber geduldet unter der Auflage, dass die Satellitenschüsseln stehen bleiben dürfen. Ironischerweise gehören diese IRNA. Das ist DER iranische Nachrichtendienst wie dpa bei uns. Naja, so ähnlich irgendwie vielleicht eventuell.DSCF7197

IRNA hat in diesem Haus vier Etagen gemietet. Werden wir von Iran verfolgt? Oder verfolgen wir?D7K_5782

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Der linke obere Turm ist momentan das Zimmer von Martje. L1055828_1

 18. August 2013  1 Response »
Mai 042013
 

Gestern saß ich mit Martje im Auto auf der Rückfahrt von HH, wo wir auf einem Konzert waren, als sie erzählte, dass jemand, der in Teheran ihr Klassenkamerad war, sie gerade angefacebooked hat. Und dass er die nächsten 4 Jahre Peking unsicher machen würde. Sie schrieb kurz und knapp zurück: Ich auch.
Ob es jetzt tatsächlich 4 Jahre werden, wissen wir ja noch nicht, aber 2 auf sicher. Und da die ganze Familie zu dem Jungen total nett ist und sie die ersten waren, die sich in der Fremde etwas um uns gekümmert haben, freuen wir uns natürlich noch etwas mehr auf Peking.
Wie das Leben manchmal spielt! Klein ist die Welt.

 4. Mai 2013  No Responses »
Jul 012011
 

Nein, dies ist noch nicht Downtown, im Gegenteil, dies nagelneue Buchgeschäft ist schon in Betrieb, obwohl noch lange nicht alles fertig ist. Die Stromleitungen hängen offen aus der Decke – egal.DSC_6563

Bevor wir unser Auto hoffentlich verkauft bekommen, mussten wir ja noch mal tanken. Dieser Motorradfahrer mit Bart gehört mit Sicherheit zur Sepah, der Revolutionsgarde, sonst würde er kaum eine Goldwing erlaubt hier fahren können. Von Anmelden kann übrigens keine Rede sein: ein Nummernschild haben solche Motorräder nicht, kein Verkehrspolizist kann gegen solche Leute etwas machen.

Gegen solche Art von Transportunternehmen kann die Polizei auch nichts machen – solange der Fahrer einen Helm trägt und Führerschein und KFZ-Schein dabei hat.

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Jetzt ist grad die Zeit von Pfirsichen, Aprikosen, Kirschen, Mango und natürlich Melonen. Vor allem an Autobahnauffahrten stehen die Händler und weit vorher wird schon angekündigt, was es alles gibt.DSC_8074DSC_8081DSC_7118

Direkt neben einem Obstgeschäft ist es natürlich sinnvoll, eine Motorradwerkstatt zu haben.DSC_7125

Weil Energie so teuer geworden ist, kommen die Leute auf unehrliche Ideen, der Besitzer des Restaurants, in dem ich mit Freund Benny einen Abend verbrachte, erzählte uns stolz, er hätte die Stromleitung so modifiziert, dass das meiste nicht gezählt wird. (Für Gas gibt es auch spezielle Geräte, die für 100.000 Toman in die Leitungen eingebaut werden.) Das nennt man dann Barq-e emami, Strom des Emams (Khomeini). Der hatte nämlich zu Zeiten der Revolution versprochen, dass öffentlicher Transport und Energie für alle umsonst sein würde. Von dem Versprechen ist nicht viel übergeblieben, also holen sich die Menschen, von dem sie glauben, dass ihnen zusteht.DSC_7129

Jetzt aber Bilder von der Unterstadt:

Der Besitzer dieses Autos hatte mal vor langer Zeit einen VW aus Deutschland überführt, daher die ovalen Kennzeichen vom Zollhafenamt Hamburg. Die Verehrung für D ist beinahe grenzenlos.DSC_7148

In dieser Werkstatt werden aus Ton Öfen für die traditionelle Brotherstellung gemacht. 4 Tage werden die riesigen Töpfe noch im Brennofen gebacken und dann in alle Welt in iranische Restaurants exportiert.DSC_7338DSC_7341DSC_7598

Der Motorradfahrer hilft seinem Kollegen mit dem Fuß etwas nach.DSC_7351

Fast 30 Jahre fährt dieser LKW bereits durch Iran und auch außerhalb des Landes (Transitkennzeichen war vorhanden).

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Zementverkauf:

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Unter all diesen Nummern ist der Ladenbesitzer erreichbar:

 

 

 

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Und jetzt kommen wir wieder mal nach Shush, wo der Boden quietscht, weil er so mit Motor- und Getriebeöl getränkt ist.

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Sackgasse:

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Ich war dort mit Benny am Donnerstag, wenn vor fast jedem Geschäft Datteln ausliegen, von denen man sich nehmen kann. Vor dem Verspeisen führt man die Hand an Stirn und Brust (bekreuzigen ohne Querbalken) und gedenkt der Toten.

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Und dies Schaf muss noch schnell zu einem Fest, das es nicht überleben wird.DSC_7583

Eine der letzten Messerschmieden in THR.

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Die Rückreise rückt immer näher, bald müssen wir dies Gesicht wieder öfter sehen. Dies war am Tag des Frauenfußball-Eröffnungsspiels in der Residenz des Botschafters.DSC_8026

 1. Juli 2011  No Responses »
Jun 272011
 

Wie schon vor 2 Jahren organisierte Annette, die 3 Kinder an der DBST hat, seit etwa einem halben Jahr den “größten Kinderzirkus in Iran”. (ich bezweifle, dass es hier überhaupt einen Zirkus gibt, gehört habe ich jedenfalls von keinem) Steffi und ich waren mit 6 anderen Helfern u.a. für das Training zuständig.

Vor und am letzten Wochenende fanden nun die 3 Aufführungen statt, die mit einigen hundert Besuchern ganz gut besucht waren. Die Turnhalle musste dafür wieder zum Zirkuszelt umgebaut werden, was 5 Erwachsene 2 komplette Nachmittage Zeit kostete (der Abbau war in etwa einer Stunde erledigt).

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Aber das Ergebnis konnte sich echt sehen lassen.

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Die Kinder waren alle aus der Grundschule rekrutiert, lediglich die Roadies waren aus der 6. Klasse. Hier bringt Martje die Säge, mit der das in der Kiste steckende Kind durchgesägt werden wird.DSC_7479

Es gab eine Raubtiernummer,

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Pferde (und Esel-) Dressur

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Zauberer, Luftseilakrobatik, Clowns, Cowboys und Indianer im Schießwettbewerb, Gewichtheber, Hellseher, ein Fakir, Akrobaten am Trampolin, wobei ich als Verantwortlicher dafür froh war, dass der ganze Zirkus ohne Halsbruch vorbei ging. JanIngmar trat mit 2 Mädchen als Skater auf.

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Solveigh schießt auf eine Pappwand und platziert die Zielscheibe hinterher über dem danebengegangenen Pfeil.
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Und sie ist auf dem Einrad sehr sicher geworden.

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Die “lockersten Schuldirektoren des Mittleren Ostens” (von der deutschen und der englischen Schule) lieferten sich ein geFecht
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und spuckten anschließend mit dem grünen Drachen (der als einziges Kind noch nicht zur Schule geht) Feuer


.
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 27. Juni 2011  No Responses »
Apr 252011
 

Drei Tage am Stück schulfrei, das kommt wohl nicht noch einmal wieder. Also ins Portmonee gegriffen und schnell noch einen Inlandsflug gebucht. Von Freunden hatten wir von einer NGO (Non-Government-Organization) gehört, die einem die eierlegenden Meeresschildkröten zeigen können. Für das Beobachten der schlüpfenden Jungen ist es leider noch zu früh im Jahr. Bei einer Familie, die bei der Eiablage Hilfestellung gibt, mieteten wir telefonisch ein Haus nah am Strand, aber abseits des Ortes Shibderaz.

Der Flug war nicht so reibungslos, wie wir uns das gedacht hatten: nach einer halben Stunde in der Luft über Tehran landeten wir dort wieder und mussten auf ein anderes Flugzeug warten. Das Druckausgleichgerät und die Klimaanlage waren defekt. Statt um drei kamen wir um 23 Uhr auf dem Qeshmer Flughafen an. Das Taxi, das uns zur Unterkunft brachte, war mal kein Peykan oder Kia.DSC_4058aQeshmHausPanoDSC_4093QeshmMasjedShibderazPano

Der alte Swimmingpool am Strand wird nicht mehr nur von der jungen (natürlich männlichen) Bevölkerung genutzt.DSC_4112DSC_4107

Und wenn Ebbe ist, finden die Reiher hier ihren Nachtisch. Keine Ahnung, was sie alles fressen, aber es schien reichlich zu sein.DSCF1490DSCF1478DSC_4079

Und dann hatten wir das Glück, tatsächlich der Eiablage von je Schildkröte etwa 80-100 Eiern zuschauen zu können.DSC_4153

Eiablage

Sie sind etwa so groß wie Pingpongbälle, kriegen aber etwas leichter Dellen und sollen nicht gut für Spiegelei geeignet sein (enthalten zu viel Fett). Die Turtle-Ranger, die diese Arbeit seit etwa 15 Jahren als freiwillige Arbeit machen, klauben die Eier unter der Schildkröte aus dem Sand und vergraben sie an vor Füchsen und Hunden gesicherter Stelle. Kleine oder hell gebliebene Eier sind nicht befruchtet und werden auch nicht ins Gelege gebracht.DSC_4164DSC_4157

Die Schildkröten kriegen nicht mit, dass sie beraubt wurden und brauchen noch mal etwa eine halbe Stunde, um das Loch wieder zuzuschaufeln.DSC_4176

Dies ist der Eierfriedhof, bis nach etwa zwei Monaten ein Kreißsaal draus wird.DSC_4391

Am nächsten Tag weideten eine Menge Schildkröten auf den Seetangwiesen unseres Badestrandes.DSC_4248DSC_4233

Außer die 36° im Schatten und das warme Wasser zu genießen, machten wir einen Ausflug nach Laft, das für seine Vielzahl von Windtürmen bekannt ist. Eine weitere Besonderheit sind die 30 – 40 noch intakten Wasserlöcher, mit deren Hilfe die Bevölkerung auf dieser trinkwasserlosen Insel Regenwasser sammelten und aufbewahrten. Es gab mal für jeden Tag im Jahr ein Wasserloch. Heute wird Trinkwasser mit Tankschiffen vom Festland gebracht.DSC_4295DSCF1404DSC_4335QeshmBadgirLaftPano DSC_4306DSC_4310DSC_4312DSC_4316DSCF1441QeshmHafenLaftPanoDSC_4360DSC_4371DSC_4364DSC_4380

Die Schildkröten waren nicht die einzigen, die ihre Nester füllten, auch der Osterhase war fleißig gewesen und hatte mit Gecko´s Hilfe sogar deutsche Naschis im Haus verteilt.DSC_4409a

Solch einen schönen Wartesaal hab ich auf noch keinem Flughafen gesehen – direkter Blick auf den Flieger.DSC_4433a

 25. April 2011  1 Response »
Apr 162011
 

Kaum waren meine Eltern wieder weg, ging auch das schöne Wetter. Regen, gefühlte 10 Grad, selbst JanIngmar ging wieder in mehr als T-Shirt und kurzer Hose auf die Straße.

Wenn es am Berg regnet, dann können die Kanäle unter der Straße den Wassermassen nicht mehr standhalten. Manchmal überflutet nur die Straße,DSC_3444

bisweilen drückt es die Deckel hoch. DSC_3443

Wir wollten auch weinen, bzw. haben es sogar ein bisschen, als wir hörten, dass der Schulvorstand den Vertragsvorschlag von Steffi nicht akzeptierte und damit klar ist, dass wir im Sommer nach Deutschland zurückkehren werden. Somit werde ich wohl in zweieinhalb Monaten auf dieser Website nichts mehr schreiben.

Jan Ingmar wird bis dahin noch einige Male Unterricht im nahegelegenen Park nehmen müssen, weil es so gute Inlineprofis in Deutschland um die Ecke nicht gibt.DSC_3604

Froh sind wir natürlich auch, zurückzukommen – die Baustelle nebenan, in der nachts immer um 0:00 zu arbeiten angefangen wird und bis 4:00 gebaggert wird, ist inzwischen 7 Stockwerke tief. Ich bin mal gespannt, wie sie den Bagger aus der Riesengrube wieder rauskriegen.DSC_3733

Bis neben uns so ein Gerüst steht, sind wir nicht mehr hier.DSC_3672

Oder die Toiletten auf iranische Art, die wir kaum vermissen werden, obwohl man sagen muss, als öffentliches Klo ziehe ich so eine vor, wo man keinen direkten Kontakt mit dem Porzellan hat.DSC_3640

Und auf das deutsche Brot freuen wir uns alle. Es gibt ja einige “deutsche” Bäckereien, aber trotzdem backen sie nicht so schmackhaft.DSC_3741

Und das soziale Gefälle zwischen Arm und Reich ist uns bisher noch nirgendwo so aufgefallen wie hier. Und ist noch dazu größer geworden, glauben wir. Seit wir vor drei Jahren hier ankamen, sind die meisten Güter doppelt so teuer geworden. Und da Steffi´s Gehalt nicht mehr wird, sie sogar noch mehr arbeiten würde, sind weitere Gründe, nicht traurig zu sein. – Wie verzweifelt muss die Lage sein, um simpel aufgepustete Luftballons verkaufen zu müssen, aber vermutlich ist es ein Alibi, damit er nicht sagen muss, ich bettle. – Auch an die Armut hab ich mich nicht gewöhnt, werde ich auch nicht mehr.DSC_3615

Die gebräuchlichsten Verkehrsmittel in Tehran (von oben nach unten immer schneller werdend) 😉DSC_3768DSC_3599DSC_3472DSC_3674DSC_3627DSC_3774DSC_3771

Wir machten uns am letzten Wochenende noch mal auf den Berg nach Dar Abad, wieder mal mit Tausenden von Mitstädtern.DSC_3843

Diese verteilten sich aber ab Parkplatz auf Picknickdecken und in Zelten am Flusslauf,DSC_3794DSC_3855

bis man die Natur fast für sich alleine hatDSC_3826

Hier ist nur noch die Bergpolizei vor unseren Kindern, um kleine Sünder vor schlimmerem zu bewahren. Letztens sah ich an einer Kreuzung, wie zwei junge Autofahrer auf Polizeigeheiß ihre mühsam aufgeklebte Scheibenverdunkelung am Straßenrand wieder entfernen mussten – Vorbeugung vor Doxtarbazi = mit-Mädchen-spielen, wie es hier so schön heißt. DSC_3818

Man sieht nicht viele junge Menschen, die öffentlich beten, aber es gibt sie und das hat nichts mit Fanatismus zu tun. Kann sogar sein, dass dieser Herr gegen die Regierung ist. Immerhin trägt er keinen Bart und kann also sehr regierungstreu nicht sein.DSC_3801DSC_3802DSC_3803DSC_3804

danach kann man sich vom Gebet wieder erholen.DSC_3799

Diese beiden hatten ein schönes Plätzchen gefunden, wo es kühl genug war, um sich unter eine Decke kuscheln zu müssen. Wenn man kein Zelt und Trauschein besitzt, kann man nur hoffen, dass die Bergpolizei ihren guten Tag hat und einen nicht gleich hopsnimmt.DSC_3813

 16. April 2011  No Responses »
Apr 082011
 

Kaum in Esfahan angekommen, wurden wir von einem Esfahani aufgefordert, rechts ranzufahren, damit er uns den Weg zeigen kann. Vermutlich wären wir auch ohne seine Hilfe zurechtgekommen, trotzdem war es gut zu wissen, dass wir nicht falsch waren. Von den Esfahanis wird in Iran gesagt, dass sie jemanden, der nach dem Weg fragt, bewusst in die Irre leiten. Vielleicht war dieser freundliche Mensch nicht hier geboren.

Das Fotografieren unserer Kinder findet hier noch mal einen Höhepunkt; man betrachte das müde Gesicht von Martje, die es langsam satt hat, dass alle sie so hübsch finden.DSC_2964

Aber es ist wirklich keine Bösartigkeit – von sich selber fertigen die Iraner auch immer Erinnerungsbilder an.DSC_2906

In der Imam-Moschee mussten wir weiterhin Interviews geben – ich kann es ihnen nicht abschlagen, als Stellvertreter des Deutschen Volkes möglichst viel Gutes über ihr eigenes Land zu erzählen.DSCF1272

Der Mullah wollte vermutlich sein excellentes Englisch mal anwenden und führte uns durch eine riesige Ausstellung von Gemälden, die Koranschüler über Himmel und Hölle in Öl gemalt hatten. Soll demnächst auch in Mailand zu sehen sein.DSCF1296

Eine schöneren Ausstellungssaal als hinter dem rechten Tor kann man sich kaum vorstellen.DSC_2959

Dagegen war die Ausstellung über Khomeinis Leben in einer Kammer untergebracht.DSCN7667

und schließlich freuen sich 2 Leute über meine Unterschrift unter die Konversion zum Islam Zwinkerndes SmileyDSC_2954

Ja, viel hört man, Esfahan wäre wunderschön ohne die Esfahanis…

Der Bazaar zur Mittagszeit:DSC_3066

Die Freitagsmoschee, auch ca. 1000 Jahre alt, im Modell:DSC_2990

und im Original:DSC_2995

Naghshe Jahan – Grundriss der Welt – der zweitgrößte Platz der Erde. Heißt seit 30 Jahren natürlich nach dem Revolutionsführer. Selbst die vielen Menschenmassen verlaufen sich hier.DSCN7650DSCF1225

Auf diesem FleckDSC_3009 nahe der Freitagsmoschee soll ein Platz entstehen, der größer und schöner werden soll als der Meydane Emam Khomeini. Ich kann das nicht glauben, weil man den Geist von Hunderten von Jahren nicht planen kann. Selbst tote Schafe können da nur lachen.DSCN7738

Aber es wird schon fleißig alles abgerissen, was der Verwirklichung des Vorhabens im Wege stehen könnte.

Diese Tötungsart für Hühner hatten wir schon mal in einem unzivilisierterem Teil Irans gesehen. Damals hatte man umgedrehte Verkehrshütchen benutzt.DSC_3060

 8. April 2011  No Responses »
Apr 072011
 

Auf dem Weg von Shiraz nach Yazd kamen wir erstmals durch Abarkuh, wo wir das guterhaltene Eishaus bestaunten. In Vor-Kühlschrank-Zeiten sammelte man im Winter Schnee und Eis und brachte es in den Innenraum, der unter der Erde fast nochmal so tief ausgegraben ist wie das Dach sich über die Erde erstreckt. Dann wurde es zur Isolierung mit Stroh bedeckt und man konnte noch im Sommer Eis entnehmen oder Lebensmittel kühl halten.DSCN7523

Gegenüberliegende Öffnungen wurden nur im Winter gemeinsam geöffnet, um mit kalter Luft den Innenraum herunterzukühlen.DSC_2600

Im selben Ort gibt es eine 25 m hohe Zypresse, die mehr als 4000 Jahre alt sein soll.DSCN7532

Die benachbarte Moschee mit schmucklosen Minaretten:DSC_2635a

Die am Ortsausgang gelegene heruntergekommene Karavanserai wird wohl nur noch von Drogenabhängigen benutzt. Wir mussten den Kindern einschärfen, keine rumliegenden Spritzen anzufassen.DSC_2644DSC_2649

Vor Sonnenuntergang erreichten wir endlich Yazd. Im Hotel hatte ich telefonisch 2 Zimmer bestellt gehabt. Die waren aber vergeben. Wir mussten etwas warten, dann bekamen wir allerdings eine ganze Wohnung mit Parkplatz gegenüber vom Hauseingang – viel besser! Schnell noch in die Freitagsmoschee, die Frauen mussten Tchadore überwerfen, was bei beiden Geschlechtern und beiden Nationalitäten Heiterkeit auslöste.DSC_2661DSC_2662DSC_2669

Sieht ganz nett aus, wenn mal ein paar Sitzgelegenheiten herumstehen. Ach wenn es doch bloß Straßencafés gäbe! DSC_2692

Im Wassermuseum sind die Innenhofnischen mit wunderschönen Gipsarbeiten verkleidet.DSC_2768

Im Wasserbecken im Keller versuchen die Iraner Imam Khomeini das Schwimmen beizubringen, lange hielt er es indes nicht aus.DSCN7594

Im Vordergrund des Amir Chaghmagh-Platzes noch mal das Naghl, das im Trauermonat von 60 Männern durch die Stadt getragen wird.DSC_2813DSC_2799

Der Eingang zu einem Zurxuneh, einem traditionellen Sportclub.DSC_2695

In der Arena wärmen sich die Muskelmänner auf, um dann die bis zu 50 Kilo schweren Holzkeulen zu schwingen.DSC_2832zurxuneh

 7. April 2011  No Responses »
Apr 052011
 

Dass meine Eltern, nachdem wir mehr als 2 Jahre in Iran leben, uns besuchen kommen, hat uns und vor allem die Kinder sehr gefreut. Jetzt konnten wir die Sehenswürdigkeiten des Schurkenstaates endlich auch mal in natura zeigen. Ein paar schöne Blicke hat Tehran ja zu bieten, auf dem Tochal hatten wir bei perfektem Wetter einen guten Eindruck von der Größe der Stadt:2011iran0122

besonders die Kinder wirken irgendwie winzig…DSC_2197

..wenn sie auf umgeknickten Grashalmen sitzen.DSC_2187

Die persische Gastfreundschaft ließ auch nicht lange auf sich warten. Für Heinz und Frauke war es etwas mühsam, auf dem Boden zu sitzen, ganz gewöhnen konnten sie sich selbst in den knapp 2 Wochen Rundreise Iran nicht daran.DSC_2141

Da zur Reisezeit gerade erst 4 Tage des neuen persischen Jahres vergangen waren, hatte noch das ganze Land Ausnahmezustand: alle Ämter und die meisten Geschäfte geschlossen. Die Tankstellen hatten natürlich auf, und vom Staat gab es auf die Karte unseres Autos 100 Liter Benzin für etwa die Hälfte des jetzt erhöhten Preises. Durch diesen Tunnel mussten wir fahren, um zur Tanke auf der anderen Seite der Autobahn zu kommen. DSC_2212

Wolken hatten wir nur am ersten Tag, an dem wir um 4:30 starteten, um in einem Rutsch die 900 km bis nach Shiraz zu schaffen. DSC_2224Wir hatten die irrwitzige Idee gehabt, wie bei der letzten Reise in Esfahan Mittagspause zu machen, aber die Stadt war so voll, dass wir keinen Parkplatz in der Innenstadt fanden. Wir waren schon gewarnt worden, dass wir mit vielen Menschen rechnen müssten, aber so etwas hatten wir uns nicht vorgestellt. Ungelogen, die Leute schlugen auf Gehsteigen ihre Zelte auf, was in Shiraz noch extremer war.2011iran0217DSCF0918

Kurz vor Shiraz erreichten wir Pasargad, wo Kaiser Kourosh vor 2500 Jahren begraben worden war, bei bestem Sonnenuntergang.DSC_2251a

Leider gab es kein Hotelzimmer mehr, weil die ganze Stadt total voll ist. Während der zwei Wochen Neujahrsferien kommen 5 Millionen Besucher in die Stadt, die selber gerade mal 1,6 Millionen Einwohner hat. Überall wird gezeltet, selbst Verkehrsinseln werden nicht verschont.DSC_2406DSC_2404

Zum Glück war Freund Mohammadreza so nett, uns eine Unterkunft zu besorgen. Es gibt nämlich Leute, die, wenn sie selber an Nowruz unterwegs sind, ihre eigene Wohnung über Makler vermieten. Somit hatten wir ein ganzes Apartment mitten in der Stadt für uns. Für etwa 220 € konnten wir 3 Nächte in Shiraz bleiben.DSC_2584

So viele Menschen! Hier das Grabmal von Hafez, dem berühmten Dichter. Niemals kann man sich in D eine solche Menschenmasse um das Grab Goethes vorstellen.DSC_2388DSC_2399

Wir waren besonders an diesen Orten auch äußerst begehrt und  mussten ständig Interviews und Fototermine geben. DSC_2391DSC_2398

Selber posieren die Perser für ein Familienbild auch ständig, hier im Garten des Militärmuseums, wo man traditionelle Kleidung ausleihen kann.DSC_2368DSC_2370

Wir gingen nach der Anstrengung in ein Teehaus im ehemaligen Badehaus.DSC_2371

Martje fand die Wandreliefs außerordentlich interessant. Der Künstler hatte hier sicher nicht Busen und Brustwarzen hinterlassen (dürfen). DSC_2374

Ob dieser Busfahrer wirklich Bruce Willis nacheifert, hoffe ich nicht. Der Schriftzug über den Scheinwerfern besagt, dass er die Versicherung Abulfazl hat, was der Beiname vom Kommandanten von Imam Hossein ist, der in der Schlacht von Kerbala vor etwa 1400 Jahren starb, als er den verwundeten Soldaten mit der bloßen Hand Wasser brachte und dafür erst die Hände und dann das Leben lassen musste. DSC_2379

Zumindest diesmal ließen diese beiden ihr Leben beim Brotholen nicht.DSC_2288

In Persepolis haben wir gedacht, warum tun wir uns das eigentlich an – diese Menschenmassen haben wir in Tehran doch schon. Aber was soll´s – wir sind nun mal in dieser Zeit hier.DSC_2441DSC_2488

Den Gipfel von Gastfreundschaft erlebte Steffi hier, als ihr ein etwa achtjähriges Mädchen ihr angebissenes Eis freudestrahlend entgegenhielt – befarmaid! Bitte schön!DSC_2526DSC_2504DSC_2541

 5. April 2011  No Responses »
Mrz 132011
 

Auch dies Wochenende wollten wir in Dizin Skilaufen gehen. Die Straße dahin war leider gesperrt, weil es so viele Glatteisunfälle gegeben hatte. Kurz vor der Absperrung kann man aber nach Darbandsar ausweichen, was für die Noch-nicht-Profis wie unsereins sogar noch besser zum Laufen ist. Auf dem Weg fiel uns dies Haus auf, das wohl die Schneelast nicht tragen konnte.DSC_1565

Hier kann man sich Ski leihenDSC_1567

und kauft dann weiter oben die Tickets (pro Person etwa 18€/Tag)DSC_1566

Bei der Enterprise steigen Steffi und Solveigh aus.DSC_1585DSC_1599

Auch Rollstuhlfahrer können Skilaufen lernen. Dies junge Mädchen ist sogar so schnell, dass ich sie auf der Piste nicht ablichten konnte.DSC_1589

Die Alpeneuropäer in Iran haben sich Käsefondue mitgebracht und machen Picnic auf dem Gipfel, DSC_1614

während die Iraner auch in der Skihütte auf ihre Wasserpfeife nicht verzichten können.DSC_1606

Auf dem Rückweg sind verschiedene Snackbars und Restaurants. Die meisten sehen einladender aus.DSC_1624

Seit wir hier sind, kennen wir diese Baustelle, jetzt sieht´s schon fast so aus wie auf dem Bauschild.DSC_1625

Überhaupt wird alles für´s Neujahr schön gemacht und die Perser kaufen wie die Verrückten neue Sachen (Möbel, Schmuck und neue Nasen)DSC_1495

Die Blumenkübel mussten jetzt wegen Kälteeinbruch wieder eingepackt werden.DSC_1646

Selbst Bauzäune wurden neu gestrichen.DSC_1649

Wo Publikumsverkehr ist, sind auch Dienstleistungen und Verkäufer.DSC_1496

Auf der Autobahnüberführung hat dieser Verkäufer wohl einen schlechten Platz eingenommen. Oder er hat schon zuviel verkauft und ist deshalb müde geworden.DSC_1653

Hier wird der Müll bereits auf der Straße sortenrein getrennt.Die Mülleimerplätze sehen danach immer etwas elend aus, aber da die Müllabfuhr jede Nacht kommt, sind die Straßen am Morgen wieder ganz manierlich.DSC_1655

Dieser Sammler hat mehrere Obstgeschäfte erfolgreich beräubert.DSC_1462

Wer das bestellt hat, wollte keine Automiete bezahlen.DSC_1504

Ich hatte letztens mal wieder Euro´s in der Hand – im Vergleich mit dem Rial kommt man in Zweifel, welches die härtere Währung ist. Mir kommt der Euro-Schein wie Spielgeld für die Kinder vor.

Der neue 10.000 Toman-Schein zeigt das Grab von Saadi in Shiraz und das Zitat darauf: Human beings are members of a whole – in creation of one essence and soul ist Teil des Gedichts, was im Parlament der Vereinten Nationen über dem Präsidentensitz hängt. O wenn doch hier mehr danach gehandelt würde.DSC_1465

 13. März 2011  No Responses »